Die Miezen wollen nur die Klasse halten - DJK/MJC Trier: Der erste Anzug sitzt, dann folgen allerdings nur noch Nachwuchskräfte - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Die Miezen wollen nur die Klasse halten

DJK/MJC Trier: Der erste Anzug sitzt, dann folgen allerdings nur noch Nachwuchskräfte

Die Zuschauer in Trier schwelgen noch oft in der Vergangenheit: Meister 2003, Champions League 2004, Europapokal, Spitzenkräfte wie Maren Baumbach, Anja Althaus oder Svetlana Mozgowaia - aber dieses Anspruchsdenken ist spätestens jetzt absolut tabu. Nachdem in der Vorsaison der Abstieg erst am letzten Spieltag verhindert wurde, heißt bei den Miezen auch für die neue Spielzeit das einzige Ziel Klassenerhalt.

Zahlreiche Stammspielerinnen wie Nadgornaja, Jakubisova, Jochin, Egger oder Huber haben den Verein verlassen, dem stehen bisher nur zwei "echte" Neuverpflichtungen gegenüber: die Niederländerin Tessa Cocx vom Bundesliga-Absteiger Dortmund und die Serbin Jelena Popovic (Zelejar). Dazu kommt in der tschechischen Rechtsaußen Jana Arnosova eine Spielerin, die 2009 ihre Karriere eigentlich beendet hatte. Keine rosigen Aussichten für die Miezen, die derzeit noch auf der Suche nach einer erfahrenen Rückraumspielerin sind. Das liebe Geld liegt eben gerade in Trier, wo drei Profivereine um einen übersichtlichen Kreis von Sponsoren buhlen, nicht auf der Straße. "Es war noch nie so schwer wie dieses Jahr, einen adäquaten Etat aufzustellen", sagt MJC-Vorstand Martin Rommel. Daher ist auch allen bewusst, wohin die Reise geht. "So schnell wie möglich den Klassenerhalt sichern, vielleicht den einen oder anderen Favoriten ärgern", gibt Arnosova vor. Mehr ist nicht drin - mittelfristig aber soll der Nachwuchs verstärkt integriert werden. Trier ist DHB-Stützpunkt, verfügt über ein Sportinternat und eine hoffnungsvolle Drittliga-Mannschaft mit vielen Talenten. Einige dieser "Rohdiamanten" wie Jugend-Nationalspielerin Katrin Premm sollen jetzt schon integriert werden. "Wir müssen Geduld haben", ist daher die Losung von Trainer Thomas Happe. In der Vorbereitung, in der die Miezen fast ausschließlich gegen europäische Spitzenteams antraten, zeigte sich die Arbeit Happes, der die MJC im Januar übernommen hatte: Der Ex-Nationalspieler legte größten Wert auf die Defensive - und die steht deutlich besser als in der Vorsaison. Aber im Angriff ist Trier leicht ausrechenbar, die Verantwortung liegt ausschließlich auf den Schultern von Cocx, Popovic sowie von Willemijn Karsten. Das Problem: Die erste Sechs ist bundesliga-tauglich, die übrigen (jungen) Spielerinnen sind noch nicht so weit.