Frauen-Bundesliga vor dem Saisonstart - Ein Verlierer und zwei große Favoriten - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Frauen-Bundesliga vor dem Saisonstart

Ein Verlierer und zwei große Favoriten

Ihren ersten Verlierer hatte die Frauen-Bundesliga schon vor dem Saisonstart. Ohne die insolventen Stuttgarter Kickers/VfL Sindelfingen und mit den beiden großen Favoriten Thüringer HC und HC Leipzig beginnt am Wochenende die neue Spielzeit.

Die neue Saison in der Frauen-Bundesliga ist noch keine Sekunde alt, da ist für einen ihrer ursprünglich zwölf Vereine die Uhr bereits abgelaufen. Wenn am Samstag die Jagd auf den deutschen Meister Thüringer HC eröffnet wird, fehlt die Handball Sport Marketing GmbH der Stuttgarter Kickers/VFL Sindelfingen. Wegen Altlasten in Höhe von 300.000 Euro mussten die Schwaben in der vergangenen Woche Insolvenz anmelden und ihre Mannschaft aus dem Spielbetrieb zurückziehen.   Das Team steht somit als erster Absteiger der Saison 2011/2012 fest, ein herber Rückschlag für den deutschen Frauenhandball, der in Sachen Wirtschaftlichkeit in den letzten Jahren ohnehin nicht unbedingt für positive Schlagzeilen gesorgt hat.

Walle Bremen, Lützellinden, Sulzbach und Nürnberg sind wegen finanzieller Probleme bereits von der Landkarte verschwunden. Jetzt also Sindelfingen - eine besorgniserregende Entwicklung.   „Ich kann nur an alle Vereine appellieren, vernünftig und im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten zu wirtschaften. Alles andere schadet dem Frauenhandball“, sagte Bundestrainer Heine Jensen.

Wie es geht, zeigt der VfL Oldenburg: In der abgelaufenen Saison unverschuldet durch die Insolvenz des Hauptsponsors in Not geraten, verzichten die Norddeutschen aus finanziellen Gründen in dieser Spielzeit auf die Teilnahme am europäischen EHF-Pokal.  In sportlicher Hinsicht verspricht die neue Spielzeit aber auch mit nur elf Teams Spannung pur. Eine erneute Dominanz des Titelverteidigers und Double-Gewinners Thüringer HC scheint unter anderem wegen der Abgänge von Weltklassespielerinnen wie Stephanie Subke und Pearl van der Wissel zumindest fraglich. Zudem wird sich zeigen, wie der THC die Doppelbelastung aus Liga und Champions League wegsteckt. Von Druck will Erfolgstrainer Herbert Müller aber nichts wissen: „Natürlich können wir nach dem Titel jetzt nicht sagen, wir wollen Vierter oder Fünfter werden. Aber so ein Jahr wie das letzte ist schwer wiederholbar.“

Härtester Widersacher im Kampf um die Meisterschaft wird wohl der HC Leipzig sein, der nach einer titellosen Saison wieder angreifen will und sich dafür unter anderem mit der holländischen Nationalspielerin Maura Visser verstärkt hat. Die Trainer der Liga haben sich bei ihren Meistertipps auf das Ost-Duo aus Sachsen und Thüringen festgelegt, Jensen sieht die Thüringerinnen ganz vorne. „Wer in der letzten Saison so souverän durch die Liga marschiert und zwei Titel holt, an dem führt auch diesmal kein Weg vorbei“, sagt der 34-jährige Däne.   Dahinter sieht Jensen Teams wie Buxtehude, Leverkusen, Frankfurt und Oldenburg, die alle interessante Mannschaften haben und in der Rolle des Jägers eine spannende Saison garantieren.