Leipzig entscheidet Spiel gegen Blomberg nach der Pause - Eine gute Halbzeit reicht - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Leipzig entscheidet Spiel gegen Blomberg nach der Pause

Eine gute Halbzeit reicht

Der HC Leipzig hat sich mit einem 32:28 (13:16) gegen Provital Blomberg-Lippe in die WM-Pause verabschiedet und führt die Bundesliga-Tabelle mit 20:0 Punkten an. "Wir sind auf einem guten Weg. Wir müssen nur aufpassen, dass wir die Beine auf dem Boden halten", resümierte HCL-Trainer Heine Jensen den Handball-Herbst.

Im letzten Spiel vor dem WM-Pause sah es jedoch lange nicht nach einem Erfolg für den HCL aus. Bis zur 47. Minute lagen die Leipzigerinnen zurück, meist mit zwei, drei Treffern. Sie wirkten müde, waren im Angriff nicht konzentriert, in der Abwehr zu nachlässig, auch die am Samstag noch so überragende Torfrau Katja Schülke bot nur Alltagskost. "Das muss man verstehen. Wir hatten zuletzt alle drei Tage ein Spiel. So eine Belastung kann man nicht so einfach wegstecken", warb Karolina Kudlacz um Verständnis. Ania Rösler pflichtete ihr bei: "Jeder hat irgend ein Wehwehchen. So sind die Hänger zu erklären."

Plöger und Schülke halten wichtige Bälle

"Wir haben flüssig kombiniert, uns ist in der ersten Halbzeit einiges Gutes gelungen", die etwas andere Sicht von Blombergs Coach André Fuhr. Und richtig, "wir haben Leipzig vor Probleme gestellt". Mit schnörkellosem Spiel, mit konzentrierten Würfen, konsequentem Nutzen der Chancen und einer hellwachen Defensive.

In der Halbzeitpause war es laut in der HCL-Kabine, Jensens Ansprache zeigte Wirkung. Mit einer starken Schlussphase kippte der HCL das Match. Anne Ulbricht mit viel Power im Angriff, Karolina Kudlacz mit ihrer individuiellen Stärke und die sichere Siebenmeter-Werferin Mette Ommundsen waren vor allem dafür verantwortlich, auch die Abwehr packte energischer zu. Auch auf die Torhüterinnen war jetzt Verlass: Julia Plöger - inzwischen für Schülke im Tor - hielt wichtige Bälle. Schülke kam für zwei Siebenmeter zurück in den Kasten - und parierte beide. Die Halle stand Kopf.

Als Leipzigs Kapitän kurz danach auch noch im Unterzahlspiel vier gegen sechs einen Konter Katja Langkeits "wegbiss" war der Widerstand der Gäste gebrochen. Das Publikum war aus dem Häuschen, die Schlussminuten waren nur noch Schaulaufen. "In der letzten Viertelstunde waren wir nicht mehr so konzentriert", räumte Coach Fuhr ein, "dann kamen noch die vergebenen Siebenmeter dazu. Wir haben gewiss verdient verloren, wenn auch um zwei, drei Tore zu hoch". Das trifft den Nagel auf den Kopf.