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Endlich Meister werden

Am Rande des Bundesliga-Spitzenspiels zwischen Leipzig und Leverkusen sprach Anne Müller exklusiv mit der HANDBALLWOCHE. Für die 26-Jährige war es ein Treffen mit alten Bekannten. Vor ihrem Wechsel hatte sie acht Jahre in Leverkusen gespielt. Sie verriet Ihre sportlichen und beruflichen Ziele.

> Was sind die Unterschiede zwischen Handball in Leipzig und Handball in Leverkusen? Anne Müller: Der markanteste Unterschied ist das Umfeld. Vor allem die mediale Aufmerksamkeit, die war bei Bayer bei Weitem nicht so groß. Für uns Spielerinnen wird viel getan. Dass zu Saisonbeginn alle ein Blackberry-Handy bekommen, gibt's auch nicht überall. Trainingstechnisch und spielerisch wird Handball aber auch hier nicht neu erfunden. Da ist es ähnlich.

> Wie ähnlich oder verschieden sind die Trainer Renate Wolf und Heine Jensen? Das sind total unterschiedliche Typen, man kann sie nicht vergleichen. Jeder hat seinen Stil. Ich komme mit beiden gut aus. Bis jetzt jedenfalls, was hoffentlich so bleibt.

> Sie sind Nationalspielerin, beim HCL sind mit Ihnen große Erwartungen verbunden. Ist das ein Problem für Sie? Klar gibt es Druck, man muss halt damit umgehen können. Bei Bayer hatte ich auch Druck, aber das war etwas anderes, weil ich so lange dort war. Hier muss ich mich neu beweisen. Ich habe keine Angst, versuche, meine Arbeit so gut wie möglich zu machen. Dann wird das schon funktionieren. > Sie spielen Champions League, Meisterschaft, Pokal und mit der Nationalmannschaft die Europameisterschaft. Gibt es eine Prioritätenliste?

Es gibt kein Ranking. Auch wenn es sich langweilig anhört: Für mich zählt immer nur das nächste Spiel. Und Nationalmannschaft ist ohnehin erst einmal kein Thema.

> Warum nicht? Ich will im Herbst meine%__Einzug_% Master-Arbeit schreiben, deshalb habe ich mich für die EM abgemeldet.

> Ein großes Opfer?%__Einzug_% "Ich muss auch an das Leben nach dem Sport denken. Nach der Handball-Karriere fragt niemand, ob man da mal eine EM gespielt hat oder nicht."

> Was sind Ihre sportlichen Träume? Mein Ziel war immer, einmal Champions League zu spielen. Das passie%__Einzug_%rt ja nun. Deutscher Meister will ich endlich auch einmal werden, schließlich habe ich ein paar verlorene Finals hinter mir. Die Olympischen Spiele 2012 in London sind auch noch ein Traum.