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Frauen-Bundesliga

Fünf Teams punktgleich an der Spitze

Während im Tabellenkeller zwei Teams weiterhin auf die ersten Erfolgserlebnisse warten, hat sich an der Ligaspitze gleich ein Quintett mit einem Minuspunkt versammelt - die vier Unentschieden nach drei Spieltagen sind, wie auch zahlreiche knappe Ergebnisse, ein Indiz für die Leistungsdichte der Liga. Nachdem sich in der Vorwoche schon der Thüringer HC und der VfL Oldenburg die Punkte teilten, brachte beispielsweise an diesem Wochenende auch das Spitzenspiel zwischen dem HC Leipzig und der TuS Metzingen keinen Sieger hervor. "Sicher hätten wir heute gerne gewonnen. Aber die Fans haben ein sehr spannendes Spiel gesehen, das Werbung für den Frauenhandball war", sagte Leipzigs Coach Norman Rentsch.

Die Partie zwischen Leipzig und Metzingen war dabei ein besonderes für Shenia Minevskaja, die Nationalspielerin traf vor 2.283 Zuschauern auf ihren Ex-Verein. Dieser legte in Leipzig zunächst vor, doch mit fünf Treffern in Folge drehte der HCL dann ein 3:5 zu einem 8:5. In Überzahl konnte Metzingen die Durststrecke dann aber beenden und kam wieder auf - mit einem 12:12 ging es in die Kabinen. Auch im zweiten Abschnitt wechselte die Führung in der packenden Partie mehrfach. Karolina Kudlacz-Gloc warf die Gastgeberinnen zu Beginn der letzten Minute mit

27:26 in Front, doch nach einer Auszeit gelang Ina Großmann der Ausgleich, der einen Punkt bedeutete, da Leipzig den Siegtreffer in den verbleibenden Sekunden nicht mehr setzen konnte.

Wie Metzingen gaben auch die Bad Wildungen Vipers beim 29:29 in Celle ihren ersten Punkt ab. "Natürlich ist das ärgerlich", war SVG-Rückraumspielerin Renee Verschuren über den ersten Zähler in der Saison dennoch nicht glücklich und erklärte: "Eigentlich ist das schon eher ein Punktverlust für uns. Wenn man wie wir gut spielt, die Partie bis zur 45. oder 50. Minute bestimmt, dann muss man das auch nach Hause bringen." Die Gäste aus Nordhessen hatten nur beim Auftakttreffer in Führung gelegen und waren zwischenzeitlich schon mit fünf Toren im Hintertreffen. "Wenn wir die Siebenmeter und die weiteren ganz klaren Chancen rein machen, dann sind wir zwischenzeitlich sechs, sieben oder acht Tore weg. Und dann gewinnen wir auch", so die Niederländerin angesichts der insgesamt vier vergebenen Strafwürfe.

Zur Ligaspitze der Vorwoche konnten der Thüringer HC und der VfL Oldenburg durch die Punktverluste der Konkurrenten wieder aufschließen. Der THC setzte sich gegen Borussia Dortmund mit 22:17 durch. "Wir haben heute zwei völlig verschiedene Halbzeiten gesehen. Das 4:10 spricht Bände. Wir haben die Ruhe bewahrt, das war wichtig. Wir brauchen diese Saison so eine Abwehr wie in der zweiten Halbzeit. Von Minus sechs auf plus fünf muss uns auch erst einmal jemand nach machen", so Trainer Herbert Müller. "Das Ergebnis zeigt es ja, beide Mannschaften haben eine tolle Abwehrarbeit geleistet. 17 Tore im Angriff sind zu wenig. Jana Krause im Tor hat uns den Zahn gezogen. Sie hat toll gehalten. Thüringen hat mit seiner Erfahrung und den Zuschauern im Rücken dann das Spiel gedreht und verdient gewonnen", so BVB-Coach Ildiko Barna nach den ersten Punktverlusten, sie haderte: "Als wir in Führung waren, hätten wir mutiger spielen müssen."

Schwer arbeiten für die nächsten zwei Zähler musste auch der VfL Oldenburg, der sich beim Schlusslicht Füchse Berlin mit 25:23 durchsetzte. "Über weite Strecken haben wir gut gespielt", sagte VfL-Trainer Leszek Krowicki mit Blick auf das zwischenzeitliche 22:15 (45.) seiner Mannschaft. "Aber in der Schlussphase haben wir den Kopf verloren, uns zu sehr in Einzelaktionen verstrickt und sind in dieser letzten Phase insgesamt sehr undiszipliniert aufgetreten." Die Führung schmolz, für eine echte Aufholjagd aber war der Rückstand der Füchse zu groß. "Hätte das Spiel ein bisschen länger gedauert, hätten wir gewonnen", war Berlins Managerin Britta Lorenz überzeugt und zeigte sich optimistisch: "Es wird immer besser bei uns. Wir wussten, dass wir einen besonders schweren Saisonauftakt haben, bei uns ist alles ruhig."

In die obere Tabellenhälfte ist unterdessen auch die SG BBM Bietigheim vorgerückt. Die Enztälerinnen feierten bei Frisch Auf Göppingen einen 26:24-Auswärtserfolg. "Es wäre mehr drin gewesen", bilanzierte FAG-Kapitänin Anika Leppert, die vor allem in der ersten Halbzeit mit der Abwehr haderte: "18 Gegentore sind zu viel, da haben wir große Löcher offenbart." Das 12:18 war eine zu große Hypothek für den zweiten Abschnitt, auch wenn der Abstand beim 19:22 halbiert war. Näher kamen die Gastgeberinnen aber erst in den letzten Minuten und in diesen ließ sich Bietigheim die Zwei-Tore-Führung und den 26:24-Erfolg dann nicht mehr nehmen. "Ich bin megaglücklich. In der ersten Halbzeit haben wir sehr gut gespielt. In der zweiten Hälfte es ist es noch einmal eng geworden - auch, weil wir viele Zwei-Minuten-Strafen bekommen haben", so BBM-Trainer Martin Albertsen.

Mit ausgeglichener Punktebilanz ist die HSG Blomberg-Lippe auf Rang acht. "Das war Abstiegskampf pur und eine gefühlte Niederlage. Das tut weh und war nicht bundesligareif", ärgerte sich Blomberg-Trainer Andre Fuhr nach dem 32:32-Remis gegen die SGH Rosengarten-Buchholz. "Die Mannschaft hat das, was ich ihr gesagt habe, nicht umgesetzt. Wenn man schon nicht gut spielt, muss man zumindest Cleverness und Kampfgeist zeigen – leider hat aber alles gefehlt." Denn die Handball-Luchse kamen nach einem Drei-Tore-Rückstand (32:29) drei Minuten vor dem Ende noch einmal zurück. "Wir haben uns dafür belohnt, dass wir nicht aufgegeben haben", so SGH-Trainer Steffen Birkner nach dem ersten Zähler der Saison, der das Team aus der Nordheide auf einen Nichtabstiegsrang führte.

Je 2:4 Zähler auf der Habenseite haben der Buxtehuder SV und Bayer Leverkusen nun auf der Habenseite. Im Heimspiel konnte sich der deutsche Pokalsieger auch durch die Rückkehr von Kapitänin Isabell Klein mit 29:22 klar durchsetzen. "Natürlich ist man als Coach erleichtert, dass es geklappt hat. Das Team hat die Vorgaben gut umgesetzt und den Sieg verdient. Das tut allen gut", so BSV-Coach Dirk Leun. "Kaum eine Spielerin hat heute das gezeigt, was sie kann", ärgerte sich hingegen Leverkusens Trainerin Renate Wolf. "Wir waren von Anfang an viel zu verhalten und hatten zu keiner Zeit die Chance, das Spiel nach unseren Wünschen zu gestalten."