Neuer Trainer und Barna-Nachfolger erhält Vertrag bis Saisonende - Happe soll die "Miezen" retten - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Neuer Trainer und Barna-Nachfolger erhält Vertrag bis Saisonende

Happe soll die "Miezen" retten

Es hatte sich angedeutet, nun haben die Trierer Miezen die Reißleine gezogen: Nach nur sieben Punkten aus 13 Spielen musste Trainerin Ildiko Barna beim Bundesliga-Vorletzten gehen. Ihr Nachfolger Thomas Happe wurde vorgestellt.

Vor den entscheidenden Kellerduellen gegen Sindelfingen, Frankfurt/Oder, Celle und Dortmund sah sich der Verein zum Handeln gezwungen. "Wir haben uns nach reiflicher Überlegung angesichts der sportlichen Situation zu diesem Schritt entschlossen. Wir danken Ildiko Barna für die Aufbauarbeit, denken aber, dass es nun Zeit für eine Veränderung ist.", begründete MJC-Vorstand Martin Rommel den Trainer-Wechsel: "Wir hatten gehofft, dass die Mannschaft sich nach der WM-Pause besser präsentiert, aber wir haben keine Entwicklung gesehen."

"Trier eine tolle Adresse"

Der frühere Nationalspieler Happe verfügt über jahrelange Erfahrung im Abstiegskampf - und trifft im Februar ausgerechnet auf seinen langjährigen Ex-Club Borussia Dortmund, den er von 2002 bis 2008 trainiert hatte. Seitdem war Happe nicht mehr im Handballgeschäft aktiv.

"Trier ist immer noch eine tolle Adresse im Frauen-Handball. Es war eine Ehre für mich, dass ich gefragt wurde", sagte Happe bei seiner Präsentation: "Mir steht wenig Zeit zur Verfügung. Ich bin aber vom Potenzial der Mannschaft überzeugt. Mein erster Ansatz ist, die Defensivleistung zu verbessern", sagt Happe.

Zukunft von Verein und Spielerinnen

Happes Vertrag läuft erst einmal bis zum Saisonende, schafft der Vorletzte den Klassenerhalt, wird man wohl über eine Verlängerung sprechen. Happe ist der siebte Miezen-Trainer in der nun zehnjährigen Bundesliga-Zugehörigkeit. Barna war im Juni 2008 nach Trier gekommen, vor allem, um eine neue junge Mannschaft aufzubauen. Happe wird nun aber vorrangig auf die erfahrenen Spielerinnen wie Nadgornaja, Jochin oder Jakubisova setzen, um den Karren noch aus dem Dreck zu ziehen. Und die Spielerinnen müssen sich allesamt beweisen - denn es geht nicht nur um den Klassenerhalt des Vereins, sondern auch um ihre Zukunft, denn alle Verträge laufen zum Saisonende aus.

Happes Verpflichtung wurde durch zusätzliche Gaben von Sponsoren möglich gemacht, denn finanziell sind die Miezen nicht auf Rosen gebettet. Noch vor zwei Wochen hatte Rommel die Neuverpflichtung von Spielerinnen abgelehnt: "Das können wir uns überhaupt nicht leisten." Mit Barna wird man nun über eine Abfindung sprechen, auch ihr Vertrag wäre zum Saisonende ausgelaufen. Die Ungarin war enttäuscht über ihren Rauswurf: "Ich bin geknickt und muss das erst noch verarbeiten."