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Heimpleite für Miezen

Schon mit dem ersten Saisonspiel ist das eingetreten, was alle prophezeit hatten: Um mehr als den Klassenerhalt geht es nicht bei der DJK/MJC Trier, die eben nur mit den Miezen tanzen kann, die man auch bezahlen kann. Bayer Leverkusen war keine Übermannschaft, verstand es aber, die Fehler der Miezen zu nutzen - und gewann fast schon im Schongang.

"Die Abwehr hat gut gestanden, Clara Woltering hat gut gehalten, aber im Angriff war unsere Fehlerzahl noch viel zu hoch", attestierte Renate Wolf ihrer ebenfalls veränderten Mannschaft, die deutlich mehr Alternativen hatte als die Miezen, bei denen die Leistungsträgerinnen fast durchspielten und bei denen sich nach der Pause ein erheblicher Kräfteverschleiß bemerkbar machten. Nach ausgeglichenem Start war es vor allem Woltering (insgesamt 17 abgewehrte Würfe), die Leverkusen nach vorne brachte. "Wir haben zu viele Chancen vergeben", meinte Trainer Thomas Happe. Und der musste nach dem Seitenwechsel mit ansehen, wie seine Mannschaft von Leverkusen förmlich überrollt wurde.


Steinbach überzeugt

Vorne Ballverlust, Tempogegenstoß Bayer, hinten Gegentor - so einfach setzte sich Leverkusen bis auf zehn Treffer Unterschied Mitte der zweiten Hälfte ab. Während Trier für jedes Tor viel Kraft aufwenden musste - die dann in der Defensive fehlte, musste sich Leverkusen nicht groß anstrengen für den Sieg. Vor allem Ex-Mieze Laura Steinbach konnte bei ihren sechs Treffern fast wie ein Messer durch warme Butter gehen. "Bayer ist für mich wieder ein Kandidat für ganz oben", lobte Happe, während sich Wolf noch nicht äußern wollte, ob Trier mit dieser Mannschaft die "Mission Klassenerhalt" gelingt: "Dazu muss ich erst die anderen Teams sehen."

Eines steht aber fest: Dringend brauchen die Miezen daher die vom Vorstand versprochene erfahrene Neuverpflichtung. "Wir verhandeln", heißt es von Jürgen Brech, "es gibt nichts Neues, es muss schließlich jemand sein, der in unser finanzielles Budget passt", ergänzt sein Vorstandskollege Martin Rommel die Hürden der Suche.