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Hektik statt Schnelligkeit

Bei der 0:10-Punkte-Borussia aus Dortmund sicherte sich der VfL Oldenburg durch ein ungefährdetes 29:26 (15:14) beide Zähler. Doch Zufriedenheit eines Trainers hört sich anders an: "Wir haben wohl Schnelligkeit mit Hektik verwechselt", grantelte Leszek Krowicki. Doch dann relativierte er: "Wenn wir schon so weit sind, dass wir nach einem Auswärtssieg kritisieren, können wir so schlecht nicht sein." Über ein 29:26 beim BVB freuen sich eben nur die Kleinen der Liga uneingeschränkt, die Großen listen vor allem die eigenen Fehler auf.

Der VfL ging schnell 7:3 in Führung. Nicht, weil er so gut war, sondern der BVB in dieser Phase noch schlechter. "Da hat meine Mannschaft wohl geglaubt, dass ihr der Erfolg in den Schoß falle", sagte Krowicki. Doch von wegen gebratene Tauben..., denn, wenn sich die Fans der Borussia auf eines verlassen können, dann auf die Moral und den Einsatzwillen eines von der Klasse stark limitierten Teams. Beides sorgte sogar noch vor der Pause für den vermeintlichen Umschwung. Beim 10:10 in der 24. Minute und der 14:13-Führung der Dortmunderinnen (28.) schauten Krowicki und seine Damen ganz belämmert aus. Als wollten sie fragen: "Dürfen die das überhaupt? Wir sind doch individuell und als Kollektiv klar besser!"

Das zeigten sie eindrucksvoll nach der Pause, als sie sich schnell 18:14 und 23:18 absetzten und den Tabellenletzten nur ein einziges Mal bis auf zwei Törchen heranließen (19:17). Ansonsten beherrschten die neunmalige Torschützin und kluge Regisseurin Sabrina Neuendorf, Angie Geschke und Julia Wenzl die Szene. "Ich möchte trotzdem keine Spielerin hervorheben", maulte Krowicki, "alle können es besser." Sein Kollege Gustl Wilke haderte mal wieder mit der Welt: "Was nützt uns das Lob für unser Engagement? Meine Mannschaft hat erneut mit Herz und Leidenschaft gekämpft. Wenn sie demnächst auch noch den Kopf einschaltet, werden wir bald auch mit Punkten belohnt." .