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Ilyés beweist gute Nerven

Bis zum Ende spannend war das erste Halbfinale des Final-Fours zwischen Provital Blomberg-Lippe und Frankfurter HC. Beim 29:27-Sieg der Lipper verwunderte eine Auszeit von Blombergs Coach André Fuhr 42 Sekunden vor Schluss.

Was war passiert? Saskia Lang passt auf Michaela Seiffert an den Kreis, die das 29:27 erzielt - dachten alle. Doch der Provital-Trainer hatte kurz vorher die Grüne Karte auf den Tisch der Kampfrichter gelegt. "Wenn wir das Spiel verlieren, bin ich der Depp", meinte Fuhr nach dem Spiel: "Aber ich hatte die Unterbrechung bereits fünf Sekunden eher beantragt, doch es wurde erst so spät abgepfiffen." So machte Lang kurze Zeit später das Final-Ticket klar.

Das Aufeinandertreffen war ein Duell auf Augenhöhe. "Meine Mädels waren bis in die Haarspitzen motiviert, wollten unbedingt ins Finale", sagte Fuhr zu den relativ vielen Fehlern seines Teams: "Auch Frankfurt hätte gewinnen können, Kleinigkeiten waren ausschlaggebend."

Diese waren unter anderem zwei Siebenmeter, die die Blomberger Ersatztorhüterin Nancy Oldenburg gegen die starke Frankziska Mietzner und Arjenne Paap abwehrte. Entscheidenden Anteil am Einzug ins Endspiel hatte auch Annamaria Ilyés. Für die Ungarin war die Saison überhaupt nicht nach Plan gelaufen, hinter Lang bekam sie kaum Spielanteile. Doch gegen Frankfurt/Oder war die Rechtshänderin da, als sie gebraucht wurde. Nachdem Seiffert und Sabrina Neukamp bereits Strafwürfe vergeben hatten, war es Ilyés, die Verantwortung übernahm. So traf sie unter anderem zum 28:26.