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Halbfinale der Frauen-Bundesliga

Leipzigs Galavorstellung

Die Leistungsdichte in der Handball Bundesliga Frauen ist extrem hoch in dieser Saison. „Ich glaube, dass zwischen den ersten sechs Mannschaften nur die Tagesform entscheidet“, erklärte Herbert Müller, Trainer von Titelverteidiger Thüringer HC, nach dem 25:26 in Leverkusen. Der Hauptrundenerste geht ebenso mit einem Rückstand ins Rückspiel, wie auch der Buxtehuder SV. Der Vizemeister und Hauptrundenzweiter musste beim 23:31 in Leipzig eine deftige Niederlage einstecken.

Von der Favoritenrolle im Duell Erster gegen Fünfter wollte Herbert Müller nichts wissen. „Das war heute ein sehr intensives Spiel und das wird es auch im Rückspiel sein. „Diese vier Tore Vorsprung, die wir uns über eine sehr gute Maike und eine sehr gute Deckung erarbeitet haben, hätten wir einfach länger verwalten müssen“, befand der THC-Coach. Denn tatsächlich war es vor allem die THC-Keeperin, die in den ersten 25 Minuten die Nadelstiche setzte, aber auch Leverkusens Torhüterin Valentyna Salamakha wusste zu glänzen. Bei Leverkusen sollten es in der Schlussphase von Halbzeit eins dann vor allem Laura Steinbach und Marlene Zapf sein, die nach dem 6:10-Rückstand binnen sechs Minuten den 11:12-Anschluss schafften.

„Wir haben sie zu schnell durch zwei, drei Konter wieder hergegeben und sind nur mit einem in die Pause. Danach sind wir ganz schlecht ins Spiel gekommen“, so Müller, dessen Team in Halbzeit zwei vor allem durch die von der Siebenmeterlinie sichere Nadja Nadgornaja und Petra Popluharova im Spiel blieb. „Als wir dann mit drei Toren zurück lagen, hat die Mannschaft wieder gefightet.“ Denn der THC berappelte sich nach dem 17:14 (42.) von Franziska Garcia, holte langsam Tor um Tor auf, konnte „das Spiel aber nicht mehr biegen.“

Mehr als die Ausgleichstreffer zum 23:23 und 25:25 ließen die Hausherrinnen nicht mehr zu, bei denen Elli Garcia letztlich den 26:25-Siegtreffer setzte. „In der zweiten Hälfte hatte ich bei einigen Würfen nicht mehr das glückliche Händchen“, so Maike März, während Leverkusens Torfrau Salamakha weiterhin auf hohem Niveau agierte und vor allem von den Außenpositionen kaum zu bezwingen war. „Aber ein Tor aufzuholen, das ist schon ok“, so März. „Ich bin einfach stolz auf meine Mannschaft“, so Leverkusens Trainerin Renate Wolf, die ihr Team weiterhin in der Außenseiterrolle auf die Endspielteilnahme sieht.

Im zweiten Duell scheinen die Fronten etwas klarer. „Wir wissen, dass es am Mittwoch und Samstag von der Intensität und Power ganz andere Spiele werden“, hatte Leipzigs Trainer Stefan Madsen noch nach dem knappen 27:26-Erfolg nach Siebenmeterwerfen beim Frauen Final 4 erklärt. Diese Tugenden wussten vor allem seine Schützlinge auf die Platte zu bringen. Die Torfrauen Katja Schülke und Jana Krause prägten die Anfangsphase, Leipzig gewann durch die Siebenmetertore von Maura Visser die notwendige Sicherheit und führte schnell mit 7:3.

„Man muss auch anerkennen, dass Leipzig in Komplettbesetzung eine der stärksten deutschen Mannschaften ist“, so Buxtehudes Trainer Dirk Leun, dessen Team anders als am Samstag eben nur phasenweise auf Augenhöhe agierte und am Ende durch die immer wiederkehrenden Schwächephasen klar mit 23:31 unterlag. "Das war genau die Reaktion des Teams, die wir uns gewünscht haben", freute sich unterdessen HCL-Coach Stefan Madsen. Nach dem Halbfinalaus im Pokal hatte es zahlreiche Einzelgespräche gegeben.

"Wir haben noch gar nichts erreicht und wir sind lange noch nicht durch", bremste Madsen allerdings und verwies auf das Rückspiel. "Im Rückspiel am Samstag wird unsere Mannschaft aber nochmal alles geben und mit unseren Fans im Rücken versuchen, das Unmögliche möglich zu machen", schickte BSV-Manager Peter Prior dementsprechend auch eine Kampfansage an den Kontrahenten. "Das ist uns im letzten Jahr gegen Frankfurt schon mal gelungen, wobei die Aufgabe gegen Leipzig weitaus schwieriger wird.

Ausgeschieden sind wir jedenfalls noch nicht!" Auch Leipzigs Torfrau Katja Schülke sieht ihr Team noch längst nicht im Endspiel: "Wenn wir anfangen zu denken, dass es eine ganz leichte Nummer wird, dann werden wir uns täuschen", so die Nationalspielerin. "Aufgeben ist nicht angesagt, kämpfen ist angesagt, und das bis zum letzten Millimeter", sagte Trainer Dirk Leun und gab damit das Motto für vermutlich alle vier Teams aus.