HBF kompakt - Metzingen bucht letztes Ticket für Meisterrunde, THC träumt von CL-Final4 - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
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Metzingen bucht letztes Ticket für Meisterrunde, THC träumt von CL-Final4

Die letzten Fragezeichen sind beseitigt: Die TuS Metzingen komplettiert dank eines Heimerfolges über die HSG Bensheim/Auerbach die Anfang März beginnende Meisterrunde, an der auch der Thüringer HC, der HC Leipzig, Bayer Leverkusen, der Buxtehuder SV und der VfL Oldenburg teilnehmen.

Die anderen sechs Vereine hingegen kämpfen in der folgenden Abstiegsrunde den einen zu ermittelnden Absteiger sowie die Plätze sieben bis elf aus. International feierte der Thüringer HC einen weiteren Erfolg und darf nun sogar von der Teilnahme am Final4 der Champions League träumen.

Bereits vor dem Spieltag hatte die HSG Bensheim/Auerbach noch einmal personell reagiert und sich von Trainerin Gordana Covic getrennt. Doch auch Interims-Coach Joachim Rath konnte die 19:23-Niederlage in Metzingen nicht abwenden. „Die TuS zählt nicht umsonst zu den besten sechs deutschen Mannschaften“, so der neue Mann an der Seitenlinie. „In der Abwehr haben wir toll gespielt, wenn auch Metzingen immer wieder zu einfachen Toren gekommen ist. Allerdings hat uns die Durchschlagskraft im Angriff gefehlt.“ Metzingens Kapitänin Patricia Stefani war allerdings nur mit dem Ergebnis zufrieden: „15 Minuten haben wir so gespielt wie wir wollten und können, dann 45 Minuten unter unseren Ansprüchen.“ Trainer Alexander Job ergänzt: „Wir müssen lernen, unseren Masterplan 60 Minuten durchzuziehen.“

In der Tabelle nach oben orientieren konnten sich die TuSsies nicht, denn die Konkurrenz in der Meisterrunde fuhr ebenfalls allesamt Siege ein. Jeweils einen Punkt Vorsprung haben die beiden niedersächsischen Klubs Buxtehude und Oldenburg. Der BSV konnte angeführt von einer überragenden Randy Bülau (13/7) am Ende klar mit 34:23 die Trierer Miezen distanzieren. „Das Ergebnis ist in Ordnung, aber das ist auch schon alles. Wir können uns keinen Punktverlust mehr leisten, wenn wir in der Meisterschaftsrunde erfolgreich sein wollen“, war allerdings Trainer Dirk Leun nicht zufrieden. Für Miezen-Co-Trainerin Jana Arnosova war das Resultat „eigentlich zu hoch“. Und so musste die frühere Flügelspielerin konstatieren: „Uns fehlen einfach die Wechselmöglichkeiten. Meine Mannschaft hat das über weite Strecken gut gemacht, aber unsere jungen Spielerinnen sind aber noch viel lernen.“ Die Miezen stecken damit weiter im Tabellenkeller fest und haben nur zwei Zähler Vorsprung auf Schlusslicht Bensheim/Auerbach.

Buxtehude belegt aufgrund der besseren Tordifferenz nun mit 14 Treffern Vorsprung den vierten Platz vor dem VfL Oldenburg, der über die HSG Blomberg-Lippe nur zu einem 33:29-Heimerfolg kam. „Wir haben unseren Teil zu einem attraktiven Spiel beigetragen“, war aber Gästetrainer Andre Fuhr nicht unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. Diese „hätte den einen oder anderen Fehler weniger machen müssen“, um ernsthaft um Punkte mitzuspielen. „Ich hatte nie das Gefühl, dass es noch gefährlich werden könnte“, erklärte VfL-Coach Leszek Krowicki, dessen Team zwischenzeitlich schon auf acht Tore enteilt war, dann aber die HSG noch einmal aufkommen ließ.

Einen weiteren Zähler vor den beiden niedersächsischen Klubs ist Bayer Leverkusen. Die Elfen hatten rund eine Halbzeit lang Mühe mit den Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern, setzten sich dann am Ende aber doch souverän mit 32:24 durch. „Wir sind immer mal wieder auf zwei rangekommen, aber mehr war irgendwie nicht drin“, stellte Gästetrainer Christoph Bartel nach der Partie fest. „Wenn man oben steht, wenn man immer wieder Erfolgserlebnisse hat, dann hilft einem das natürlich gewaltig“, erklärte Leverkusens Trainerin Heike Ahlgrimm, deren Team weiterhin auf drei Hochzeiten tanzt und seit Mitte Oktober nur das Auswärtsspiel beim Tabellenführer Thüringer HC verloren hat. „Wenn man dann erstmal auf so einer Welle schwimmt, dann hat man im wahrsten Sinne des Wortes Oberwasser.“

Der Deutsche Meister wird in der Liga am kommenden Mittwoch vom Tabellenzweiten HC Leipzig gefordert. International hingegen steuert der THC durch das 30:25 gegen Schwedens Meister IK Sävehof in Richtung

Final4 der Champions League. „Einen großen Applaus für meine Mannschaft“, forderte Trainer Herbert Müller: „Wir haben über sechzig Minuten phantastischen Handball geboten und von Anfang an geführt. Am Ende haben wir verdient und souverän gewonnen.“ Sävehofs Trainer Henrik Signell kommentierte: „Der THC war, wie erwartet, stark.“ Er erklärte mit Blick auf das eigene Heimspiel am kommenden Wochenende gegen den

THC: „Die Stimmung war super, wir würden gerne gleich hier bleiben.“

Die untere Tabellenhälfte der Bundesliga wird nun von Frisch Auf Göppingen mit gleicher Punktzahl vor der HSG Blomberg-Lippe und der SG BBM Bietigheim (je 16:24) angeführt. Die Frisch Auf Frauen siegten im Derby gegen die SG BBM Bietigheim nach einer wechselhaften Partie mit

22:20 (9:12). Eine Schlüsselszene war dabei auch die Rote Karte für Annamaria Ilyes, die einen Freiwurf schnell ausführte und dadurch Göppingens Abwehrchefin Anika Leppert im Gesicht traf. „Diesen Ausfall konnten wir nicht kompensieren“, analysierte Ania Rösler die Entscheidung in der 28. Minute beim Stand von 9:11. In der eng umkämpften Partie wechselte die Führung bis zum 18:19 (53.) mehrfach.

Ein 3:0-Zwischenspring zum 21:19 (57.) war dann die Vorentscheidung, auch weil Torhüterin Jasmina Jankovic noch einmal kurz vor Schluss den möglichen Ausgleichstreffer verhinderte und Beate Scheffknecht dann zum Endstand einnetzen konnte.