Thüringer HC baut sich ein Topteam auf - Trainer verärgert über Reaktionen aus der Liga - Müller bremst den grenzenlosen Optimismus - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Thüringer HC baut sich ein Topteam auf - Trainer verärgert über Reaktionen aus der Liga

Müller bremst den grenzenlosen Optimismus

Nach dem Finaleinzug beim Ladies-Cup in Schmelz herrscht bei den Anhängern des Thüringer HC grenzenloser Optimismus. Immerhin hatte die Mannschaft nicht nur Liga-Kontrahent Blomberg (27:19), sondern auch das französische Spitzenteam Metz HB (33:20) klar bezwungen und sich auch gegen Champions-League-Finalist Valchea (23:26) und Halbfinalist Györ (21:22) mehr als achtbar aus der Affäre gezogen. "Es wird aber noch Schwankungen geben. Wir müssen jetzt Konstanz reinbekommen", warnt Cheftrainer Herbert Müller. Dennoch war er natürlich von der Vorstellung seines Teams sehr angetan. "Wir haben Tempohandball vom Allerfeinsten gespielt", sagte er. Vom Niveau her könne man mit diesen Teams eigentlich nicht mithalten. "Aber wir haben mit viel Herz gespielt, deshalb bin ich so begeistert."

Herbert Müller ist erfahren genug, um zu wissen, dass der Liga-Alltag etwas anders aussieht. "Da ist der Druck da, den man sich selbst auferlegt. Wir haben noch nichts erreicht. Da müssen wir der Leistung der anderen Teams mit Respekt begegnen", macht er auch seinen Spielerinnen klar. So ist Bietigheim für ihn Valchea und Trier Györ. Auch die gute Vorbereitung, bei der alle Spielerinnen unglaublich engagiert mitzogen, ändert nichts daran, dass die Mannschaft noch im Wachsen ist. Neun Neuzugänge - mit Stefanie Subke, die in der Vorsaison nur drei Spiele für den THC bestritt, sogar zehn - kann keine Mannschaft im Vorbeigehen integrieren. "Die Bäume wachsen nicht in den Himmel und es wäre fatal, jetzt überhöhte Erwartungen an die Mannschaft zu haben", findet auch Kreisläuferin Franziska Garcia Almendaris.

Verärgert ist der Coach über einige Reaktionen aus der Liga, die die finanzielle Seriösität des Vereins anzweifelten und die von Neid zeugten. "Man soll sich doch freuen, dass sich der Frauenhandball in Deutschland auf dem Vormarsch befindet. Ich freue mich auch, dass Maren Baumbach und Nadine Krause wieder in der Bundesdliga spielen. Da bedarf es keiner Angriffe unter der Gürtellinie." Mit Befremden wurde im Verein aufgenommen, dass alle Verträge der Handball-Liga vorgelegt werden mussten, man ansonsten mit Lizenzentzug drohte. "Mit Fristen, auf die man nicht reagieren konnte. Jetzt kennt die halbe Liga unsere Verträge." Das grenze an Mobbing.