HBF-Kompakt - Oldenburg patzt, Premiere für die Vulkan-Ladies - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
HBF-Kompakt

Oldenburg patzt, Premiere für die Vulkan-Ladies

Die Handball-Bundesliga Frauen biegt auf die Zielgerade des Grunddurchgangs ein. Bereits in den zwei Tagen wird die reguläre Saison zu Ende sein und das Teilnehmerfeld in zwei Hälften geteilt. Die Teams, die in der Meisterrunde der besten sechs Teams spielen, stehen bereits seit dem vorangegangenen Spieltag fest, doch auch der aktuelle Spieltag ist bereits für die Abschlussplatzierung wichtig, da die erzielten Punkte mitgenommen werden.

An der Tabellenspitze rangiert unangefochten der Thüringer HC, der auch im vorletzten Spiel ungeschlagen blieb und gegen die DJK/MJC Trier klar mit 38:19 (15:11) gewann. „Wir standen in der Abwehr zwar gut, haben aber schon da fünf, sechs wirklich hochkarätige Chancen vor allem von außen versiebt. Deshalb mussten wir uns durch die erste Halbzeit quälen“, analysierte THC-Coach Herbert Müller mit Blick auf das zwischenzeitliche 7:7 und dem knappen Vier-Tore-Vorsprung zur Pause.

„Wir wollten so lange mithalten wie möglich“, so Triers Co-Trainerin Jana Arnosova, deren Team aber in Halbzeit zwei gegen einen konzentrierten Meister doch noch deutlich unter die Räder kam.

 

In die Erfolgsspur zurück kehrte nach der Demütigung im Spitzenspiel

(45:28 für den Thüringer HC) am vergangenen Mittwoch der HC Leipzig. Mit

25:23 (9:10) setzten sich die Sachsen am Ende bei der TuS Metzingen durch. „Wir haben heute eine sehr gute Abwehrleistung gezeigt“, wusste Manager Kay-Sven Hähner, wo der Schlüssel zum Auswärtserfolg lag. Aber auch TusSies-Trainer Alexander Job war angesichts des knappen Ergebnisses nicht unzufrieden. „Wir haben den Beweis angetreten, dass wir zurecht in der Meisterrunde spielen werden.“ Die Gastgeberinnen erwischten den besseren Start in die Partie, doch der 8:5-Vorsprung schmolz noch vor dem Seitenwechsel auf ein Tor zusammen und in Halbzeit zwei schien dann beim 12:17 bereits eine Vorentscheidung gefallen. Doch die TuS kämpfte sich noch einmal in die Schlagdistanz, zu Punkten reichte es aber nicht.

 

Gute Chancen den Grunddurchgang auf den dritten Rang zu beenden hat Bayer Leverkusen. Die Elfen setzten sich dank einer starken Natalie Hagel in Göppingen früh auf vier Tore ab und gewannen am Ende souverän mit 27:23 (13:9). Frisch Auf war zwar zu Beginn gut aus den Startlöchern gekommen, doch die Rheinländerinnen prägten den Spielverlauf, führten zwischenzeitlich mit sieben Toren und ließen sich auch nicht vom verletzungsbedingten Ausfall von Linksaußen Naiara Egozkue Extremado nicht stoppen.

Den Elfen derzeit noch auf den Fersen ist der Buxtehuder SV, der für das

31:30 (18:13) bei der HSG Blomberg-Lippe allerdings hart arbeiten musste. „Das war ein glücklicher Sieg für uns“, kommentierte BSV-Trainer Dirk Leun die wechselhafte Begegnung. Denn die Gastgeberinnen erholten sich vom 0:5-Lauf zum 9:14 und waren beim 22:22 wieder auf Augenhöhe.

Noch einmal zog Buxtehude auf fünf Tore davon, ehe die HSG noch einmal aufkam. „Wir haben nie geführt und der Sieg für Buxtehude geht in Ordnung. Allerdings habe ich eine überragende zweite Halbzeit gesehen, in der letztendlich Kleinigkeiten den Ausschlag gegeben haben“, bilanzierte Blombergs Trainer Andre Fuhr. Die Entscheidung fiel dann in der Schlussminute, als Ulrika Agren zum 31:29 traf.

Einen Rückschlag hingegen erlitt der VfL Oldenburg, der bei der SG BBM Bietigheim mit 30:33 verlor. „In Bietigheim konnte ich mich in keiner Phase des Spiels auch nur auf eine Spielerin verlassen. Das kann ich so nicht akzeptieren“, grantelte VfL-Trainer Leszek Krowicki, dessen Team zur Pause mit zwei (17:15) und später sogar mit vier Toren (23:19) führte. „Das war wohl unsere beste Saisonleistung“, bilanzierte BBM-Sportdirektor Gerrit Winnen, wenngleich die Enztälerinnen in der Hinrunde schon vor heimischer Kulisse gegen Leverkusen ihr Heimspiel gewinnen konnten und so derzeit das Spitzenteam der Abstiegsrunde sind.

„Wir haben auch nach vier Toren Rückstand nicht aufgegeben und uns mit einer in der zweiten Hälfte überragenden Abwehr den Sieg verdient“, so SG-Trainer Bo Milton Andersen.

 

Kurz vor Toreschluss konnten auch die Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern ihre Auswärtsschwäche zum ersten Mal überwinden. Schlusslicht Bensheim/Auerbach hatte dabei mit einem zwischenzeitlichen 9:6 einen guten Start erwischt. „In der ersten Hälfte konnten wir das umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten. Da haben wir noch relativ kompakt gestanden“, bilanzierte Flames-Interimstrainer Joachim Rath: „In der zweiten Hälfte ist es uns dann auch nicht gelungen, das Tempo zu gehen.

Außerdem haben wir viele technische Fehler gemacht und sind an einer überragenden Torhüterin Evelien Grob gescheitert.“

Am Dienstag muss das Team von der Bergstraße zu Bayer Leverkusen. Am Mittwoch finden dann die anderen fünf Partien des Grunddurchgangs statt.

Auch in den anderen Partien duellieren sich jeweils ein Team aus der Meisterrunde der besten sechs Teams und ein Team der Abstiegsrunde. Der Vorletzte Trier beschließt den Grunddurchgang mit einem Heimspiel gegen die TuS Metzingen. Ein Heimspiel haben auch die Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern gegen den HC Leipzig. Von den Top-Teams darf neben Bayer Leverkusen auch der Thüringer HC die Hauptrunde mit einem Heimspiel gegen Blomberg beschließen. VfL-Coach Leszek Krowicki fordert im Heimspiel gegen Göppingen von seiner Mannschaft „eine Reaktion“ auf die Niederlage in Bietigheim.