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Schnelles, tolles Spiel mit einem verdienten Sieger

Der Thüringer HC steht nach einem klaren 38:28-Erfolg gegen Blomberg - Hinspiel 25:25 - im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft. Gäste-Trainer André Fuhr sprach nach Spielschluss von einem letztlich verdienten Sieg des THC, um sich dann doch noch als schlechter Verlierer zu erweisen: "Ich wünsche dem THC alles Gute und dem HC Leipzig die Deutsche Meisterschaft", tönte er bösartig und provozierte damit ein Pfeifkonzert in der Salzahalle.

Es ist wohl eine Charaktersache, und es scheint kein Zufall, dass viele Spielerinnen in Blomberg nur ein kurzes Intermezzo geben.

Auch THC-Spielführerin Kerstin Wohlbold packte nach nur einem Jahr im Lipperland schnell wieder ihre Koffer. Die 27-Jährige sorgte mit zwei Treffern in Folge beim Stand von 1:4 (4.) auch dafür, dass der Start ihrer Mannschaft nicht völlig misslang. "Es ist ja nicht einfach, wenn man weiß, dass man unbedingt gewinnen muss und ein Jahr harte Arbeit umsonst sein können", erklärte sie die anfängliche Nervosität. Spätestens nach dem 13:8 (20.) durch Katrin Engel hatte die Thüringerinnen das Spiel aber in Griff.

Dass die Gäste bis zur 43. Minute in Reichweite blieben (26:22), lag zumindest in zweiter Linie an der mangelhaften Chancenverwertung des THC Erfurt. Gepaart freilich mit der guten Torhüterleistung von Natalie Hagel. Mit dem 33:26 (53.) durch die überragende Nadja Nadgornaja war der letzte Funke Hoffnung bei Blomberg erloschen.


Verletzung überschattet Sieg

"Es war ein unglaublich schnelles und tolles Spiel von beiden Mannschaften", sprach THC-Coach Herbert Müller dem Hauptrunden-Achten seinen Anteil nicht ab. Er sei jetzt überglücklich. "Wir haben uns für den Europapokal qualifiziert und damit ein weiteres Saisonziel erreicht", freute er sich. Doch Freud und Leid lagen auch bei seinem Team dicht beieinander: Martina Knytlova schied mit Verdacht auf einen Schienbeinbruch aus.