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Das Schwaben-Derby

Sindelfingen ohne Chance

Die EWS-Arena in Göppingen ist für die Sindelfinger Handball-Damen kein gutes Pflaster: Im Derby gegen Frisch Auf verlor der Bundesligist deutlich mit 18:25 (8:12). Beste Werferinnen waren Iris Cartarius und Silke Meier (VfL Sindelfingen, 4 Tore) und Birute Stellbrink (Frisch Auf Göppingen, 10 Treffer). "Das war eines unserer schlechtesten Spiele in dieser Saison. Außer Silke Meier hatte keine Spielerin Normalform. So darf man sich in der 1. Bundesliga nicht präsentierten", ärgerte sich VfL-Sportmanager Dago Leukefeld über die Leistung seiner Mannschaft.

Leukefeld war gezwungen, sein Team im Vergleich zum letzten Heimspiel gegen die HSG Blomberg-Lippe umzustellen: Spielmacherin Maren Baumbach musste wegen ihres Teilabrisses in der Fußsohlensehne passen, für sie lief Silke Meier auf. Auch Marielle Bohm fehlte wegen einer Knieprellung, dafür konnte Ina Großmann nach ihrer Achillessehnenverletzung wieder spielen.

Zu Beginn der Partie konnte sich keine Mannschaft absetzen: Göppingen legte durch Tore von Birute Stellbrink, Joyce Hilster und Anita Herr vor, Sindelfingen glich durch Silke Meier, Iris Cartarius und Cassandra Engel aus (3:3). Ein Doppelpack von Nicole Dinkel und ein vergebener Siebenmeter von Cartarius sorgte dann aber für einen Knick im Sindelfinger Spiel. „Wir waren Göppingen sportlich und auch von der Einstellung her unterlegen. Ohne vollen Einsatz geht es einfach nicht “, schimpfte Leukefeld. Die Folge war eine 6:3 Führung in der 13. Spielminute für die Gastgeber.

Auch in den kommenden Spielminuten hielt das Team von Coach Aleksandar Knežević die Gäste auf Distanz. Meier hätte den Rückstand beim Stand von 5:8 etwas aufholen können, doch auch sie scheiterte in der 19. Spielminute von der Strafwurflinie. Nach dem Göppinger Timeout bauten Stellbrink und Hilster die Führung weiter aus (10:5), auf der anderen Seite vergab Milena Rösler einen Siebenmeter. Beim Stand von 5:12 in der 27. Spielminute zog Coach Leukefeld die Notbremse und nahm das Team-Timeout. Mit Erfolg: Verena Breidert und Milena Rösler verkürzten auf 7:12, Cartarius traf zum 8:12-Halbzeitstand.

Sindelfingen erwischte dann den besseren Start in die zweite Hälfte, 16 Sekunden nach Wiederanpfiff erzielte Silke Meier das 9:12. Die mitgereisten Sindelfinger Fans konnten zwei Minuten später von einem Auswärtssieg träumen, als Breidert zum 10:13 verkürzte und die Gäste die Partie bestimmten. Dann brach die Mannschaft allerdings komplett ein: Innerhalb von drei Minuten erzielte Göppingen drei Tore in Folge und baute in der 39. Minute die Führung weiter aus (19:12). Wer 20 Minuten vor dem Ende auf ein Aufbäumen der Sindelfinger Mannschafte hoffte, sah sich getäuscht. Das Team präsentierte sich zu einfallslos in der Offensive und zu wenig aggressiv in der Abwehr. Göppingen kam so zu vielen einfachen Treffern und hielt die Gäste auf Abstand. Zehn Minuten vor dem Schlusspfiff war die Partie beim Stand von 23:15 für die Gastgeber entschieden. Ein Doppelpack von Kathrin Fischer zwei Minuten vor dem Ende war nicht mehr als Ergebniskosmetik (18:25). „Wir waren heute nicht bundesligatauglich. Wir haben es den Gastgebern sehr einfach gemacht, ihre Chancen zu nutzen. Wir werden diese Pleite diese Woche ausführlich analysieren“, kündigt VfL-Sportmanager Dago Leukefeld an.

 

Aus der erwartet schweren Partie gegen den VfL Oldenburg konnte der Thüringer HC einen Punkt mit nach Hause nehmen. Die tempostarke Partie mit spannenden Schlussminuten endete 30:30 (16:16). Beste Werferinnen waren beim VfL Laura van der Heijden mit sieben und Nadja Nadgornaja mit sechs Feldtreffern.

Die erste Hälfte der Partie dominierten die Norddeutschen. Der Thüringer HC wechselte viel und vergab zwei Strafwürfe. Erst kurz vor der Pause gelang den Thüringerinnen erstmalig der Ausgleich. 16:16 - damit ging es in die Pause. Auch nach dem Seitenwechsel war der VfL wieder die angriffsstärkere Mannschaft, erarbeitete sich nach 40 Minuten eine komfortable 23:19-Führung.

In der 52.Minute gelang dann Pearl van der Wissel in Unterzahl der 26:25 Anschlusstreffer, in der 56. Min. dann Steffi Subke mit Hüftwurf den 27:27 Ausgleich. Es blieb spannend - letztlich scheiterte Sabrina Neuendorf mit einem Strafwurf in der 60.Minute an der wieder souverän haltenden Maike März. Mit der leistungsgerechten Punkteteilung bleibt der THC ohne Auswärtsniederlage.

 

Die Trierer Miezen haben am Sonntagnachmittag einen verdienten 29:21 (16:10) Sieg erreicht. Vor stimmungsvoller Kulisse in der mit gut 1200 Zuschauern besuchten Arena Trier, präsentierten sich die Miezen von Beginn als Hausherrinnen und ließen zu keiner Zeit Zweifel am Erfolg aufkommen.

Es schien von Beginn an eine Frage der Nerven zu werden. Für beide Teams ging es um den Anschluss an die Konkurrenz und damit um die Chance auf den sportlichen Klassenerhalt. Doch lediglich Trier begann in entsprechender Manier und ging umgehend mit 3:0 in Führung. Die Bietigheimer fanden in dieser Phase keinen Weg durch die Trierer Abwehr und die Abschlüsse waren schlichtweg zu schwach.  

Bis zur Halbzeit änderte sich daran nur wenig und Bietigheim kam vorwiegend über den Kreis und die Außenbahn von Sara Walzik zu Toren. Mit 16:10 lag Trier unerwartet deutlich in Front. Mit dieser Sicherheit im Rücken begannen die Miezen die zweite Hälfte etwas zerfahren und ließen sie Gäste rasch auf fünf Tore herankommen. Erst nach acht Minuten fing sich das Team von Thomas Happe wieder und steuerte fortan souverän dem ersten Heimsieg der Saison entgegen.   

Schon fünf Minuten vor Schluss erhoben sich die gut 1200 Fans in der Arena und feierten den wichtigen Trierer Sieg, der lediglich durch den gleichzeitigen Erfolg von Göppingen über Sindelfingen geschmälert wird. Damit beträgt der Rückstand auf den Nichtabstieg nun noch vier Punkte. Mit den ausstehenden Partien gegen Sindelfingen und Göppingen Ende Januar haben die Miezen jedoch die Chance binnen vier Wochen jenen Rückstand wettzumachen.   

Severin Englmann (SSG): Es war einfach zu analysieren. Bei 21 Toren war der Angriff nicht zwingend genug. Dadurch haben wir sicher auch Trier Sicherheit gegeben um ihr Spiel aufzuziehen. Einige Leistungsträgerinnen waren nicht fit, dass haben wir auch gemerkt. Leider kam dann das Ergebnis zustande und damit müssen wir jetzt leider leben.   

Thomas Happe (TRI): Ein Spiel dauert 60 Minuten. Ich bin froh, dass wir gewonnen haben und fand den Auftritt unserer Mannschaft hervorragend. Nur in den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit haben sich manche ausgeruht, aber die hervorragende Deckung hat uns schnell wieder auf die richtige Bahn gebracht. Die Atmosphäre in der Halle war außergewöhnlich. Das war von der Bank aus betrachtet absolut Wahnsinn und hat uns sehr geholfen. Dafür bedanke ich mich ganz herzlich.