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Frauen-Handball

Südwest-Duo träumt von Finale in Europa

Ein deutsches Europacup-Finale im Frauen-Handball hat es in den vergangenen 25 Jahren nur einmal gegeben. 2010 holte der Buxtehuder SV mit zwei Siegen gegen Frisch Auf Göppingen den drittklassigen Challenge Cup. Nun hoffen die SG BBM Bietigheim und TuS Metzingen im EHF-Pokal auf ein Bundesligaduell im Endspiel. «Für uns wäre das natürlich ein Traum, wenn zwei deutsche Mannschaften im Finale spielen», sagt Bietigheims Trainer Martin Albertsen. «Das ist auch ein tolles Zeichen für die Qualität der Bundesliga.»

Seit Monaten sorgen die beiden mit etlichen Nationalspielerinnen gespickten Vereine auf dem Europa-Parkett für Aufsehen. Schon mit dem Einzug ins Halbfinale hatten beide nicht gerechnet. Vorjahresfinalist Metzingen geht nun als Underdog ins Hinspiel gegen den russischen Spitzenclub Rostow-Don am Samstag (20.00 Uhr). Für Bundesliga-Tabellenführer Bietigheim stehen die Chancen gegen Nyköbing Falster aus Dänemark am Sonntag (17.00 Uhr) etwas besser.

«Die vier Mannschaften, die jetzt noch dabei sind, könnten ohne Probleme auch einen guten Job in der Champions League machen», sagt Albertsen. Der EHF-Pokal hat im Handball einen ähnlichen Stellenwert wie die Europa League im Fußball. Doch in diesem Jahr ist die Konstellation der Halbfinal-Spiele besonders. Rostow-Don beispielsweise hatte dank teurer Investitionen in die Mannschaft eigentlich als Favorit auf den Königsklassen-Titel gegolten, schied dann aber unerwartet in der Vorrunde aus und spielte im EHF-Cup weiter.

Metzingen lässt sich durch die Favoritenrolle der Russinnen nicht schrecken und rechnet sich durchaus Chancen aus. «Der Druck liegt ganz klar beim Gegner. Wir können befreit aufspielen», sagt TuS-Spielmacherin Anna Loerper. Die 32 Jahre alte Spielführerin der Nationalmannschaft ist der Fixpunkt im Spiel der Metzingerinnen. Schon im Vorjahr hatte sie mit ihrem Club das Finale des EHF-Cups erreicht, war mit der TuS aber in zwei Spielen knapp am ungarischen Club Dunaújvárosi Kohász gescheitert.

Solche Erfahrungswerte besitzt Bietigheim nicht. Gleich bei seiner ersten Europapokal-Teilnahme überhaupt steht Albertsens Team im Halbfinale. «Diese Saison ist sowieso schon ein Erfolg für uns», sagt der dänische Coach. «Was danach noch kommt, ist schön. Am besten wäre natürlich ein deutsches Finale.»