Neuling vor Fahrt ins Ungewisse - SVG Celle setzt auf Kampf, Teamgeist und die taktische Disziplin - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Neuling vor Fahrt ins Ungewisse

SVG Celle setzt auf Kampf, Teamgeist und die taktische Disziplin

Für den SVG Celle startet eine Fahrt ins Ungewisse. Groß war die Euphorie in Celle nach dem Bundesliga-Aufstieg. Inzwischen ist die Feierlaune der Realität gewichen. Den meisten ist klar, dass ein ganz hartes Jahr auf den Aufsteiger wartet. Und so sieht man beim SVG zwar zuversichtlich, aber dennoch mit einer größeren Portion Respekt der ersten Saison im Handball-Oberhaus entgegen. "Unser Ziel ist einzig und allein der Klassenverbleib", formuliert Trainer Martin Kahle die Saisonvorgabe. "Zwei Mitbewerber wollen wir hinter uns lassen. Mehr wird für uns wohl nicht drin sein."

Mit einem Altersdurchschnitt von etwas mehr als 22 Jahren ist die Celler Mannschaft die jüngste in der Liga. Die Hoffnungen auf mehr Erfahrung im Team haben sich nur teilweise erfüllt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen dürften die finanziell begrenzten Möglichkeiten ein Grund sein. Ein anderer Punkt ist die Problematik des späten Aufstiegs. "Zu dem Zeitpunkt als klar war, dass wir in der ersten Liga dabei sind, war der Transfermarkt so gut wie zu", sagt Kahle.

Vorerst ist erst einmal Tiefstapeln angesagt. In dieser Saison ist es für den erfolgsverwöhnten Celler Club eben alles etwas anders. Vor 25 Jahren schickte die von Manager Joachim H. Niederlüke gegründete Handballsparte des Vereins erstmals ein Frauenteam ins Rennen. Die eilte anschließend von Erfolg zu Erfolg. Zuletzt spielte der SV Garßen seit der Saison 1998/1999 in der zweiten Liga und war in dieser Zeit fast immer oben dabei.

Doch in diesem Jahr taucht im Vorfeld schon die eine oder andere Sorgenfalte auf. Wird sich das junge Team in der Bundesliga behaupten können? "Es wird viel davon abhängen, wie schnell wir uns an die Bundesliga-Luft gewöhnen - besonders in Sachen Härte und Tempospiel", sagt Trainer Kahle. "Unsere Chancen liegen im Kampf, im Teamgeist und in der taktischen Disziplin." Und letztlich wohl auch in der Heimstärke. In den vergangenen drei Spielzeiten sahen in der heimischen HBG-Halle, die derzeit durch einige Umbauarbeiten für die Bundesliga-Spielzeit aufpoliert wird, durchschnittlich weit über 700 Besucher die SVG-Begegnungen.

Auf die Unterstützung der Fans baut der Trainer auch in dieser Spielzeit. "Das war immer ein Vorteil für uns. Ich hoffe, dass die Fans weiter zu uns halten, auch wenn es mal nicht so läuft", so Martin Kahle. "Es wird Gegner geben, gegen die wir keine Chance haben. Aber mit der Unterstützung von den Rängen im Rücken können wir vielleicht mal einen Gegner ins Stolpern bringen, gegen den man sich nicht unbedingt etwas ausrechnet." Wie sich Celle in der Saison aus der Affäre ziehen wird, hängt auch zu einem großen Teil davon ab, ob das Team vom Verletzungspech verschont bleibt. "Sobald eine unserer Leistungsträgerinnen über einen längeren Zeitraum ausfällt, werden wir chancenlos sein", weiß Kahle.