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THC macht Meisterschaft perfekt, Partie in Koblenz abgebrochen

Gefeiert hatte der Thüringer HC bereits am vergangenen Wochenende, aufgrund der uneinholbaren Tordifferenz waren die letzten Zweifel an der Meisterschaft nur noch theoretischer Natur. Und diese wurden nun mit einem 27:23-Auswärtserfolg in Leverkusen endgültig getilgt. Der Vizemeister steht mit dem HC Leipzig, der sich mit 31:30 gegen Oldenburg durchsetzte, ebenfalls fest. Bei den Plätzen dahinter gibt es aber noch Fragezeichen. Dies gilt auch für die Abstiegsfrage, mit einem Punkt in Koblenz hätte Trier den Klassenverbleib sicher stellen können. Doch aufgrund eines undichten Hallendachs musste diese Partie fünfzehn Minuten vor dem Ende abgebrochen werden. Von der HBF wurde ein Wiederholungsspiel angesetzt.

Der Thüringer HC hat die letzten theoretischen Zweifel an der vierten Meisterschaft in Folge souverän beseitigt und bei Bayer Leverkusen mit 27:23 gewonnen. "Jede Theorie ist nun auch praktisch. Ich bin sehr sehr stolz auf die Mannschaft", sagte Trainer Müller. "Wir hatten keine", sagte Leverkusens Trainerin Heike Ahlgrimm mit Blick auf die Siegchance und war am Ende froh, "dass es nur vier Tore Differenz geworden sind". Ziel der Rheinländerinnen bleibt an den letzten vier Spieltagen der Kampf um den dritten Platz. "Ich hin sicher, dass wir das schaffen und dass Leverkusen in der nächsten Saison international spielen wird", sagte Ahlgrimm.

Durch die Niederlage fielen die Elfen jedoch zunächst einmal auf Platz 4 zurück, denn der Buxtehuder SV zog durch ein 29:19 über die TuS Metzingen vorbei und ist nun neuer Tabellendritter. "Wir haben heute nicht so viel zugelassen, nach 22 Minuten hatten wir sechs Gegentore", machte BSV-Coach Dirk Leun den Schlüssel zum Erfolg in der erfolgreichen Abwehrarbeit aus. "Ich bin ziemlich erleichtert und glücklich, dass wir einen wichtigen Schritt in Richtung Europacup-Teilnahme gemacht haben." Sein Gegenüber Alexander Job bilanzierte unterdessen: "Was wir heute gezeigt haben, war nicht das, was wir uns vorgenommen haben. Der BSV hat heute eindrucksvoll beiwesen mit Abwehr, Gegenstoß, und Angriff, was Handball ausmacht."

Die Ermstälerinnen verharren auf Rang fünf, weil der VfL Oldenburg beim HC Leipzig sich knapp mit 30:31 geschlagen geben musste. "Wir haben gekämpft, und wir haben nicht aufgegeben", sagte VfL-Coach Leszek Krowicki: "Auswärts gegen den Pokalsieger nur mit einem Tor zu verlieren, ist ein gutes Ergebnis. Wir hätten gerne Punkte mitgenommen, aber das Glück war auf Seiten Leipzigs." Die Gastgeberinnen hatten unterdessen einen zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Vorsprung noch hergeschenkt, ehe dann Karolina Kudlacz den Siegtreffer setzte. "Man merkt was passiert, wenn wir nur halbe Sachen machen", grantelte Wieland Schmidt, der das Team gemeinsam mit Max Berthold betreut.

In der Abstiegsrunde festigt die HSG Blomberg-Lippe immer mehr ihren Spitzenplatz im Ranking. Der Pokalfinalist setzte sich praktisch mühelos gegen Schlusslicht HSG Bensheim/Auerbach mit 32:23 durch. "Nach dem Final Four in Leipzig mussten wir wieder in den Alltags-Modus umschalten, was uns mit Siegen in Göppingen und gegen Bensheim aber passabel gelungen ist. Mit dem Ergebnis sind wir zwar zufrieden, allerdings war das nicht mehr als Aufgabenerfüllung und ein Mix aus Magerkost- und Sommerhandball", so das Fazit von HSG-Trainer Andre Fuhr. "Isabelle Jongenelen ist eine Spielerin, von deren Nummer wir nun mal keine haben. Die Holländerin haben wir letztlich nie in den Griff gekriegt", musste Flames-Coach Helmut Richter mit Blick auf die neunfache Torschützin der HSG einräumen und bilanzierte: "Wir sind nur schwer ins Spiel reingekommen. Dadurch waren wir etwas verunsichert, was wir die ganzen sechzig Minuten über nicht beheben konnten."

Zumal Verfolger SG BBM Bietigheim patzte und vor heimischer Kulisse das Derby gegen Frisch Auf Göppingen mit 23:29 verlor. In einer zunächst ausgeglichenen Partie machte Frisch-Auf-Torfrau Jasmina Jankovic am Ende den Unterschied. "Wir haben eigentlich ganz ordentlich gespielt. Wir haben es nur nicht geschafft, den Ball ins Tor zu bringen", bilanzierte somit auch Ex-Nationalspielerin Ania Rösler die Niederlage ihrer Mannschaft. "Unser Spiel in der Abwehr war ganz okay. Allerdings hat immer der letzte Tick gefehlt. Im Angriff waren wir einfach zu langsam", so ihr Coach Bo Milton Andersen und Göppingens Trainer Vasile Oprea erklärte: "Wir haben sehr konzentriert und aggressiv gespielt. Jasmina Jankovic und Maike Daniels haben heute ein Sonderlob für ihre Leistung verdient."

In Koblenz stand am Ende ein 20:18 auf der Anzeigetafel, allerdings stand die Spielzeit bei 45:03. Ein undichtes Hallendach hatte bereits für einen verspäteten Anwurf gesorgt, die provisorische Lösung hielt vor 1.200 Zuschauern aufgrund anhaltender Regenschauer allerdings nur bis eine Viertelstunde vor Spielende. "Es war wirklich im Sinne der Gesundheit aller Spielerinnen die richtige Entscheidung, die Partie abzubrechen", erklärte Jürgen Brech, Vorstandsmitglied der DJK/MJC Trier. Die Spielleitende Stelle entschied auf Neuansetzung, als Termin ist der 28. Mai vorgesehen.