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Frauen-Bundesliga aktuell

THC mit Mühe, Buxtehude patzt

Die obere Tabellenhälfte spielte in der Bundesliga der Frauen gegen die untere Hälfte, doch nicht immer setzte sich der Favorit durch. Der FHC Frankfurt/Oder konnte beispielsweise seinen Heimvorteil nutzen und sich gegen Buxtehude durchsetzen. Die anderen Spitzenmannschaften hielten sich zwar schadlos, mussten aber teilweise hart für den Erfolg arbeiten. Chancenlos hingegen waren die beiden Tabellenschlusslichter, die vor dem direkten Duell am kommenden Wochenende zweistellige Niederlagen erlitten.

Der Thüringer HC musste lange um den elften Saisonsieg bangen. Das Team von Herbert Müller hatte zwar einen Start nach Maß erwischt und führte schnell mit 6:2, doch die Frisch Auf Frauen stabilisierten sich in der Abwehr, schafften binnen sechs Minuten den Anschluss und lieferten sich fortan ein Duell auf Augenhöhe. Sechs Minuten vor dem Ende war gar nach Herrs Tor zum 21:23 ein Auswärtscoup in greifbarer Nähe. Doch dann drehte der THC noch einmal mit vier Toren in Folge die Partie. "Wir haben am Ende die Chance auf einen Punkt gehabt. In solchen Situationen muss man treffen", erklärte FA-Trainer Aleksandar Knezevic. "Mit der Abwehrleistung bin ich zufrieden, die Angriffsleistung war deutlich unter dem Niveau einer Spitzenmannschaft", war THC-Trainer Herbert Müller nicht vollends glücklich mit dem Auftritt seiner Mannschaft.

Der FHC Frankfurt/Oder setzt unterdessen seinen vor der EM-Pause begonnenen Aufwärtstrend weiter fort. Siebzehn Tore von Franziska Mietzner und zehn Tore von Mandy Hering sowie eine starke Deckung waren der Grundstein, um den Tabellenzweiten Buxtehude am Ende vedient mit 33:27 (14:11) in die Schranken zu weisen. Der FHC kontrollierte von Beginn an die Partie, hatte auf jede Deckungsformation die passende Antwort und führte zwischenzeitlich gar mit acht Toren. "Wir haben heute in vielen Bereichen nicht gut gespielt und unser Niveau nicht erreicht. Deshalb haben wir auch zu Recht verloren", räumte BSV-Trainer Dirk Leun ein. "Unsere überragende Abwehrarbeit war heute der Schlüssel zum Erfolg", so FHC-Trainer Dietmar Schmidt. "Wichtig war auch, dass wir als Mannschaft zusammen gearbeitet haben, denn der Erfolg des Teams ist entscheidend."

Von der Niederlage der Niedersächsinnen profitierend, zog Bayer Leverkusen vor dem direkten Aufeinandertreffen am kommenden Sonntag nach Punkten gleich. Die Elfen hatten keine Mühe sich gegen die DJK/MJC Trier durchzusetzen. Kleine Nachlässigkeiten verhinderten gar ein noch höheres Ergebnis, mit dem unter Umständen gar der Sprung auf Platz zwei gelungen wäre. Die Abwehr der Moselstädterinnen bekam vor allem die Rückraumspielerinnen Laura Steinbach (12/2) und Marlene Zapf (7/1) nicht in den Griff. "Wir mussten früh anerkennen, dass heute keine Punkte drin sind", erklärte Thomas Happe. "Darum werden wir uns auch sofort wieder mit der wichtigen Partie am Sonntag beschäftigen. Die Mannschaft muss geschlossen auftreten, wir müssen fighten - denn wir müssen punkten."

Weiterhin auf dem vierten Platz rangiert der HC Leipzig, der sich bei der SGH Rosengarten-Buchholz am Ende mit 27:23 (13:10) durchsetzte. Der Aufsteiger hatte knapp sieben Minuten gebraucht, um den Respekt vor dem Meister abzulegen. Julia Harms traf zum 1:3 und anschließend hielten die Nordheide-Luchse durchaus mit. HCL-Trainer Jensen konnte die Spielanteile gleichmäßig auf alle Spielerinnen verteilen, Leipzig hielt die Hausherrinnen gekonnt auf Distanz, konnte sich aber nie auf mehr als fünf Tore absetzen. Mit der Schlusssirene des ersten Durchgangs hatte Maike Daniels zum 13:10 getroffen, beim 19:14 schien der Sieg unter Dach und Fach, doch Rosengarten gab nicht auff und erkämpfte sich prompt mit vier Toren noch mal den Anschluss. Zu Punkten reichte es gegen den Meister aber nicht.

Auch eine Hiobsbotschaft kurz vor dem Anpfiff konnte den VfL Oldenburg nicht aus der Spur bringen. Nach der Oberschenkelzerrung von Torhüterin Tatiana Surkova war Julia Renner einmal mehr gefordert und erwies sich als sicherer Rückhalt für die Niedersächsinnen. Gegen das personell geschwächte Schlusslicht, das vor der Partie noch den Rückraum mit zwei kroatischen Spielerinnen verstärkt hatte, dominierte der VfL das Spielgeschehen von Anfang an, lag nach 90 Sekunden mit 2:0 vorne und gab die Führung bis zum Schlusspfiff nicht mehr ab. Vor allem Lydia Jakubisova (8) und Lois Abbingh (6/1) waren beim 38:24-Erfolg nicht zu stoppen. "Ich habe erst ganz kurz vor Spielbeginn erfahren, dass ich Linksaußen spielen muss", berichtete BBM-Spielerin Lana Holder, eigentlich im zentralen Rückraum heimisch, nach der Partie. In Müller, Walzik und Beck fehlten alle drei Spielerinnen für diese Position, Holder übernahm auch die Verantwortung von der Strafwurflinie und wurde mit 10/7 Toren die erfolgreichste Torschützin der Hausherrinnen.

Auch den zweiten Vergleich gegen die HSG Blomberg-Lippe konnte der VfL Sindelfingen für sich entscheiden. Nach einer zunächst ausgeglichenen Partie sorgte Sindelfingen mit einem Lauf von 8:8 auf 13:8 noch vor dem Seitenwechsel für einen Vorentscheidung. Sindelfingen profitierte auch im zweiten Abschnitt von einer starken Achse im Rückraum, die Maren Baumbach, Marielle Bohm und Iris Cartarius bildeten. Dagegen stellte Blomberg letztlich nur Seifferts Tore und die Paraden von Torfrau Natalie Hagel. Nach drei Sindelfinger Treffern in Folge schien beim 17:9 bereits vier Minuten nach dem Seitenwechsel die Vorentscheidung gefallen zu sein. "Wir haben nach dem 8:8 den Faden verloren und können uns bei unserer Torhüterin Natalie Hagel bedanken, dass die Niederlage nicht höher ausgefallen ist", erklärte Blombergs Trainer André Fuhr, verwies aber auch auf die personellen Probleme der Lipperinnen. "Es ist sicher schwierig ohne Nadine Krause und Alexandra Uhlig zu spielen."