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Thüringer HC gewinnt Final-Hinspiel in Leipzig

Der Meister-Hattrick ist zum Greifen nah: Die Handballerinnen des Thüringer HC stehen in der Bundesliga nach einer Machtdemonstration erneut vor dem Gewinn der deutschen Meisterschaft. Der Titelverteidiger gewann das Final-Hinspiel beim HC Leipzig souverän mit 27:21 (14:11) und hat vor dem Rückspiel am kommenden Sonntag (16.00 Uhr) in Bad Langensalza beste Chancen, die dritte Meisterschaft in drei Jahren zu feiern. Erfolgreichste Torschützin der Thüringerinnen war Nadja Nadgornaja (7 Treffer), für Leipzig traf Karolina Kudlacz (6) am sichersten.

„Wir haben Leipzig in dieser Saison dreimal deutlich geschlagen, das gibt Selbstvertrauen. Warum sollte jetzt ein anderer deutscher Meister werden?“, sagte THC-Trainer Herbert Müller. Leipzigs Coach Thomas Orneborg meinte: „Wir haben nicht zu unserer Topleistung gefunden. Drei Tore Rückstand wären noch zu verschmerzen gewesen, aber sechs sind schon sehr viel.“ Der Thüringer HC erwischte vor 4833 Zuschauern in der Arena Leipzig den besseren Start und lag bereits nach neun Minuten klar mit 5:1 in Führung. Der HCL verteidigte schwach und leistete sich in der Offensive immer wieder Unkonzentriertheiten. So scheiterten die nervösen Gastgeber, bei denen vor allem Torfrau Katja Schülke überzeugte, selbst bei Siebenmetern kläglich und bauten den Meister ungewollt auf. Vor der Begegnung hatte THC-Coach Müller um den Einsatz von Nationalspielerin Nadgornaja gezittert. Die Rückraumspielerin plagte sich mit einer Leistenzerrung herum, stand in der sächsischen Messestadt aber von Anfang an auf dem Feld und gab ihrer Mannschaft Sicherheit.

Nadgornaja brachte ihr Team unter dem Jubel von 400 mitgereisten Fans dann auch erstmals mit sechs Toren in Führung (20:14). Angeführt von der starken Polin Karolina Kudlacz kam der sechsmalige Meister Leipzig anschließend zwar bis auf drei Treffer heran (18:21), ernsthaft gefährdet war der Auswärtssieg der Thüringerinnen aber nie. Sehr zur Freude von Coach Müller, der die Mannschaft seit 2010 zur absoluten Nummer eins im deutschen Frauenhandball geformt hat. Bereits in seiner Premierensaison holte der studierte Mathematiker mit dem THC das Double, ein Jahr später folgte die zweite Meisterschaft. Auch in diesem Jahr holte sich das Team um Spielführerin Kerstin Wohlbold („Vor dem Rückspiel haben wir keine Angst“) bereits den Pokal - auf dem Weg zur Meisterschaft können sich die Thüringerinnen wohl erneut nur selbst schlagen. Das Rückspiel in der Salzahalle war rasend schnell ausverkauft, nur 1500 Fans können dabei sein, wenn Wohlbold und Co. nach dem ersten ostdeutschen Meisterschaftsfinale erneut den Pott in die Höhe stemmen wollen. Leipzig hatte die Trophäe zuletzt 2010 gewonnen.