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Thüringer HC stellt weitere Weiche, Spannung im Kampf um die Plätze

Das Titelrennen scheint nach diesem Wochenende durch den Sieg des Thüringer HC im Spitzenspiel so gut wie entschieden, doch vor allem der Kampf um die Platzierungen in der Meister- und der Abstiegsrunde ist weiterhin spannend. Buxtehude wahrt beispielsweise seine Chancen auf den dritten Platz. Blomberg, Göppingen und Bietigheim marschieren unterdessen im Gleichschritt an der Spitze der Abstiegsrunde.

 

„Wir waren nervös. Die Bedeutung dieses Spiels hat uns irgendwie gehemmt“, musste Nadja Nadgornaja einräumen. Denn Trainer Herbert Müller musste angesichts eines 0:3-Rückstandes schon nach fünf Minuten eine Auszeit nehmen. Langsam fand der Thüringer HC aber dann doch ins Spitzenspiel hinein und setzte sich am Ende deutlich mit 31:23 (17:13).

„Wir haben heute nochmal ein großes Ausrufezeichen gesetzt. Mit der Meisterfeier müssen wir uns aber noch gedulden“, so Torhüterin Maike März. „Wir waren nicht clever genug, das hatte uns der THC in diesem Jahr voraus“, so Leipzigs Trainer Max Berthold, dessen Team bei sieben ausstehenden Partien bereits acht Zähler Rückstand auf den Titelverteidiger hat.

 

Eine Vorentscheidung im Kampf um Platz 3 hat hingegen Bayer Leverkusen vorerst verpasst. Mit 33:35 (15:19) mussten sich die Elfen dem Verfolger Buxtehuder SV geschlagen geben. Der BSV rückte somit in der Tabelle nun wieder auf einen Zähler an die Rheinländerinnen heran. „Wir haben praktisch 30 Minuten lang ohne Abwehr gespielt und bis zur Pause schon

19 Tore kassiert – damit gewinnt man meistens nicht“, so die Analyse von Trainerin Heike Ahlgrimm, die trotz der zwischenzeitlichen Führung

(29:30) feststellte: „Wir hätten den Sieg heute nach dieser unfassbar schlechten ersten Halbzeit auch nicht verdient.“ Die dritte Partie dieses Spieltags der Meisterrunde zwischen der TuS Metzingen und dem VfL Oldenburg findet erst Ende April statt.

 

Spannend ist unterdessen auch der Kampf in der Abstiegsrunde, denn die Top-Mannschaften hielten sich schadlos und haben nun bereits rechnerisch den Klassenerhalt geschafft. Die HSG Blomberg-Lippe siegte bei der DJK/MJC Trier mit 28:24 und führen damit das Tableau an. „Wir haben gegen Blomberg gekämpft bis zum Umfallen und werden es auch weiter machen“, fasste Triers Co-Trainerin Jana Arnosova die Begegnung zusammen, während Franziska Garcia-Almendaris sicher ist: „Wir werden die Punkte gegen andere holen.“ „Trier hat - in diesem Spiel, aber auch während der gesamten Saison - das Optimum aus seinen Möglichkeiten gemacht“, so Blombergs Trainer Andre Fuhr.

 

Im Kampf um den Klassenerhalt hat sich für die Moselanerinnen hingegen nichts geändert, denn durch die 19:26-Niederlage der HSG Bensheim/Auerbach in Göppingen haben die Miezen weiterhin sechs Punkte Polster auf das Schlusslicht von der Bergstraße. „An den Pfostenschüssen lag es nicht, aber das ist in unserer Situation doppelt schlimm, wenn man gegen so ein Bollwerk spielen muss“, so Flames-Trainer Helmut Richter und immerhin sei Göppingen „einer der körperlich stärksten Gegner der Liga“. „Im Spiel nach vorne haben wir einige technische Fehler zu viel gemacht, aber das Spiel nach vorne war insgesamt gut“, befand Göppingens Coach Vasile Oprea: „Vor allem in der Abwehr habe ich heute viel Spaß gesehen, Anika Leppert hat da eine gute Leistung gezeigt. Das gibt mir Hoffnung für die nächsten Spiele.“

 

Schadlos hielt sich auch die SG BBM Bietigheim, die den ersten Sieg in der Abstiegsrunde feierte und wie Göppingen zwei Zähler Rückstand auf Blomberg aufweist. „Das war eine schöne Leistung nach zwei wirklich schlechten Spielen. Ich bin sehr zufrieden“, resümierte Trainer Bo Milton Andersen. „Wir haben uns lange Zeit ordentlich verkauft. Das war heute eine Partie auf viel höherem Niveau, als in Trier. Bietigheim war besser, aber wir waren auch besser, als letzte Woche“, so Christoph Barthel, Trainer der mit 22:31 unterlegenen Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern. „Wir haben beim 11:12 den Innenpfosten getroffen und der Ball prallte dann raus und beim 11:13 haben wir vorher den Ball verloren. Das war ganz bitter. Danach wollten wir diese Überzahlfehler übereifrig wettmachen und haben drei weitere Tore kassiert“, schilderte Barthel die wohl vorentscheidende Phase bis zum 11:16.