In der neuen Rolle des Geheimfavoriten - Trainer Leun tritt auf die Euphoriebremse - Noch einige Baustellen beim Buxtehuder SV - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
In der neuen Rolle des Geheimfavoriten

Trainer Leun tritt auf die Euphoriebremse - Noch einige Baustellen beim Buxtehuder SV

Abstiegskandidat war gestern. Nach einer erfolgreichen Saison, an deren Anfang Experten dem Buxtehuder SV einen harten Kampf um den Klassenerhalt prognostiziert hatten und an deren Ende Platz 3 zu Buche stand, müssen sie beim BSV nun mit einer ungewohnten Rolle klarkommen: der des Geheimfavoriten. Trainer Dirk Leun bringt diese Tatsache in eine Zwickmühle. Einerseits kann er die Stärken seines Kaders, der eingespielt ist und punktuell gut verstärkt wurde, nicht leugnen. Andererseits weiß er um die Gefahren, die der Erfolg mit sich bringt. Die Ansprüche von Seiten des Umfeldes und Publikums werden steigen, die Spielerinnen unter größerem Druck stehen; von der Konkurrenz wird das Team nicht mehr als Außenseiter wahrgenommen, Stärken und Schwächen des Kaders sind bekannt. Daher sagt Leun: "Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass wir Platz acht und damit die Play-offs im Schongang schaffen, sondern müssen Schritt für Schritt vorankommen."

Das klingt nach heftigem Understatement. Schließlich konnte Buxtehude die Abgänge von Linksaußen Katharina Schulz, Rechtsaußen Anja Neumann und Torhüterin Mami Tanaka mehr als kompensieren. Für Schulz kehrt Ex-Nationalspielerin Susanne Henze nach einjähriger Babypause zurück, Friederike Lütz (von Borussia Dortmund) ersetzt Neumann, Nationaltorhüterin Jana Krause, die vom 1. FC Nürnberg kam, nimmt den Platz zwischen den Pfosten ein. Dazu hat Leun mit der über 1,80 Meter großen Svenja Spriestersbach (ebenfalls aus Dortmund) endlich eine Shooterin, die für einfache Tore aus dem Rückraum sorgen soll. Daher gibt der Trainer zu: "Nominell sind wir stärker besetzt als vergangene Saison." Aber: "Wir haben noch Baustellen, müssen stabiler werden als in der Vorbereitung."

Die Vorsicht des Buxtehuder Coaches hat einen Namen: Thüringer HC. Die Mannschaft von Dago Leukefeld war ambitioniert in die vergangene Saison gestartet und stand am Ende auf einem Abstiegsplatz. Um gar nicht erst in eine solche Negativspirale zu kommen, arbeitet der Trainer akribisch an der Weiterentwicklung seines Teams, sagt: "Wir müssen auf die Stärken der vergangenen Saison aufbauen."

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