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Frauen-Bundesliga

Vierkampf an der Spitze, fünf Teams noch sieglos

Nach zwei Spieltagen der Handball Bundesliga Frauen sind gerade einmal vier Mannschaften noch verlustpunktfrei. Die Tabellenführung hat die TuS Metzingen inne, mit weißer Weste sind aber auch noch Leipzig, Bad Wildungen und Dortmund unterwegs. Im Tabellenkeller warten hingegen fünf Mannschaften noch auf die ersten Punkte, nachdem sich Bietigheim und Leverkusen an diesem Wochenende mit dem ersten Sieg nach oben gearbeitet haben.

Die Favoritenrolle zwischen Metzingen und Rosengarten-Buchholz war schon vor dem Anpfiff klar verteilt - und eine Überraschung sollte ausbleiben. Mit zahlreichen Kontern setzten sich die Tussies am Ende deutlich mit 33:20 durch und eroberten damit den ersten Platz, während die Handball-Luchse nun die Rote Laterne übernommen haben. "In der ersten Halbzeit haben wir nicht die Abstände gegen Rosengartens Rückraum gefunden. Das haben wir gut korrigiert, dann kamen auch die Gegenstöße", blickte Metzingens Coach Csaba Konkoly auf sein erstes Heimspiel zurück, denn bis zum 10:9 (25.) hielten die Gäste die Partie noch offen. "Wir haben einfache Fehler gemacht, die Metzingen dann bestraft hat", so das Fazit von SGH-Trainer Steffen Birkner, der konstatierte: "Anfang der zweiten Halbzeit konnten wir gegen den Angriffsturm von Metzingen nicht gegen halten."

Überraschender Vorletzter ist Rosengartens Lokalrivale Buxtehude. Der deutsche Pokalsieger hatte allerdings zum Auftakt mit Metzingen und nun eben den Tabellenzweiten Leipzig zwie schwere Gegner vor der Brust. Etwas mehr als eine Halbzeit lang konnte der BSV in Leipzig den Ausfall von Kapitänin Isabell Klein kompensieren, dann aber feierte der HCL doch noch ein deutliches 30:21 (14:13). "In Halbzeit eins konnten wir nicht zufrieden sein, aber in Halbzeit zwei war das teilweise richtig gut", so Leipzigs Coach Norman Rentsch: "Viele Emotionen, die richtige Aggressivität und über weite Strecken einfach mitreißender Tempohandball, aber wir haben noch deutlich Luft nachen oben." BSV-Trainer Dirk Leun sah sein Team "40 Minuten auf Augenhöhe" und fügte an: "Ich habe in Leipzig schon viel Positives gesehen, aber wir haben auch noch viele Baustellen."

In einem Team zweier siegreicher Teams des ersten Spieltags konnten sich die Bad Wildungen Vipers mit 35:27 gegen die HSG Blomberg-Lippe durchsetzen. Einmal mehr punkteten die Nordhessen mit einer überragenden Laura Vasilescu (11/5). "Wir konnten leider zu keiner Zeit an unsere tolle Leistung aus dem Bietigheim-Spiel anknüpfen. Bad Wildungen hat absolut verdient gewonnen", bilanzierte Blombergs Geschäftsführer Torben Kietsch, dessen Team schon beim 10:3 (17.) abgeschlagen war.

Viertes Team mit zwei Siegen ist mit Borussia Dortmund ein Aufsteiger, der sein Heimspiel gegen Frisch Auf Göppingen mit 25:21 (11:10) für sich entschied. "4:0 Punkte zum Auftakt, ein solcher Saisonstart ist einfach traumhaft", so Ex-Nationalspielerin Anne Müller. "Wir sind über die vier Punkte wirklich glücklich. Jetzt können wir ein wenig ruhiger arbeiten", kommentierte Trainerin Ildiko Barna die Zähler aus dem leichten Auftaktprogramm. "Wir hatten einen sehr guten Start ins Spiel, aber eben in jeder Halbzeit eine Phase, die uns danach viel Kraft gekostet hat", bilanzierte Göppingens Coach Aleksandar Knezevic.

Eine Punkteteilung gab es hingegen beim 31:31 zwischen Meister Thüringer HC und Pokalfinalist VfL Oldenburg. "Wir haben das Spiel dominiert", sagte VfL-Coach Leszek Krowicki, der einräumte: "Wenn man die letzten Minuten analysiert, haben wir vielleicht auch Glück gehabt." Oldenburgs Spielmacherin Caroline Müller haderte unterdessen mit dem Remis: "Wir hätten gewinnen müssen, aber wir sind jung, und da ist es normal, dass die Leistungen schwanken. Wir werden draus lernen. 40, 45 Minuten waren wir richtig gut." THC-Coach Herbert Müller befand: "So wie dieses Spiel gelaufen ist, bin ich megaglücklich über diesen Punkt."

Hinter dem THC und Oldenburg, die nun die Plätze 5 und 6 innehaben folgt dann die SG BBM Bietigheim, die ihr Heimspiel gegen den SVG Celle mit 23:21 gewinnen konnte. "Davon können wir uns nichts kaufen. Unter dem Strich hätten wir ein Unentschieden verdient gehabt", kommentierte Celles Coach Martin Kahle die knappe Niederlage nachdem man elf Minuten vor dem Ende (19:20) noch in Führung gelegen hatte, dann aber drei Zeitstrafen kassierte. "In der entscheidenden Phase gegen ein Topteam sechs Minuten lang in Unterzahl spielen zu müssen, hat es richtig schwer gemacht", so Kahle. "Wir haben nicht unsere Leistung abgerufen und zu viele Fehler gemacht. Vielleicht waren wir zu nervös, weil es das erste Heimspiel war", fand BBM-Spielmacherin Nina Wörz trotz des Erfolgs Kritikpunkte. "Wir haben noch viel zu arbeiten."

Ebenfalls 2:2 Zähler hat nun Bayer Leverkusen, das gegen die Füchse Berlin mit 32:27 gewann. "Ich bin sehr froh, dass wir dieses Spiel für uns entschieden haben, das ist angesichts der schweren Aufgaben in den kommenden Wochen sehr wichtig für die Moral", so Leverkusens Trainerin Renate Wolf. "Wir sind gut gestartet und haben bis zum 9:9 die Partie offen gestaltet. Nach der Auszeit kam dann aber ein Bruch bei meiner Mannschaft", stellte unterdessen Spreefüxxe-Trainer Lars Melzer fest." In der Schlussphase haben die Mädels Moral bewiesen und haben sich noch einmal rangekämpft. Letztlich war es aber ein verdienter Sieg für Leverkusen."