"Strittige Entscheidungen haben Energie freigesetzt"
18.01.10 - 15:49
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Sie erzielte bei Leipzigs 25:22 gegen Byasen, mit dem der deutsche Frauen-Meistter erstmals ins Viertelfinale der Champions League einzog, nicht nur die meisten HCL-Tore (7), sondern wichtige und wunderschöne Treffer in der entscheidenden Phase. Anschließend wurde sie von den Fans mit Glückwünschen und Geschenken überhäuft, denn Karolina Kudlacz feierte gestern neben dem Sieg ihren 25. Geburtstag.
> Ist die Anspannung vor so einer wichtigen Partie besonders groß, wenn man auch noch Geburtstag hat?
Karolina Kudlacz: „Ich hatte Trainer und Manager vorher gebeten, heute nicht an meinen Geburtstag zu denken. Meine Eltern und meine Schwester sind hier, aber ich habe mich vorher voll auf das Spiel konzentriert. Vor so einem Spiel sind alle nervös, es war auch klar, dass viele Fehler passieren. Wer die Anspannung am besten ablegen kann und den größeren Willen hat, der gewinnt am Ende. Auch wenn wir zurücklagen, habe ich immer an unseren Sieg geglaubt.“
>Beruhigte es nicht, dass der HCL auch bei einer Niederlage im internationalen Geschäft geblieben wäre?
„Nein. Für mich wäre der dritte Platz ein Misserfolg gewesen. Ich hatte zwar das Ergebnis von Viborg gehört, aber sofort aus meinem Kopf gelöscht.“
>Hätte sich Ihr Team den Druck nicht ersparen können? Im Herbst waren ja ein, zwei Punkte mehr drin...
„Mein Motto lautet: So wie es kommt, ist es gut. Ich schaue nicht zurück. Entscheidend ist der heutige Sieg. Heute ist ein wunderschöner Tag - für die Zuschauer und für uns. So weit sind wir noch nie gekommen, das ist ein tolles Gefühl.“
>Die Schiris pfiffen mehrfach Stürmerfoul gegen Sie. Zu Recht?
„Über Stürmerfoul kann man immer diskutieren, ich fand die Schiris aber insgesamt nicht besonders gut. Doch am Ende war auch das positiv. Man spielt dann irgendwann auch gegen sie. Die strittigen Entscheidungen haben in mir noch viel mehr Energie freigesetzt.“
>Haben Sie einen Wunschgegner?
„Es gibt jetzt nur noch starke Teams. Egal, wer kommt: Wir wollen und können gegen alle bestehen.“
>Wie wird heute noch gefeiert?
„Ich bin kein Party-Typ, gehe mit der Familie in Ruhe essen. Der Mannschaft habe ich eine Schoko-Torte und einen Kuchen in die Kabine gestellt - beides selbst gebacken. Im Kuchen ist Alkohol drin, zum Glück gab's den erst nach dem Spiel.“


