Ein chancenloser Deutscher Meister - Champions League: HC Leipzig verliert in Larvik deutlich mit 21:31 - Handball - Handball-W CL - Artikel - Handballwoche
Ein chancenloser Deutscher Meister

Champions League: HC Leipzig verliert in Larvik deutlich mit 21:31

Fünftes Hauptrundenspiel, fünfte Niederlage, und die im Gegensatz zu den vieren zuvor auch noch sehr deutlich - beim 21:31 (11:15) in Larvik war der HC Leipzig chancenlos. Am kommenden Sonntag beim ungarischen Vertreter ETO Györ gibt der HCL in dieser Saison seinen Abschied von der internationalen Bühne. Das Erreichen den Halbfinals der Champions League war bereits vor dem Match in Larvik rechnerisch nicht mehr möglich gewesen.

Nur etwa zehn Minuten konnten die Leipzigerinnen, bei denen die erkrankte Mette Ommundsen doch spielte, mithalten. Doch der HCL hatte Probleme im Angriff, wirkte gegen die kompakte Abwehr des norwegischen Meisters hilflos und scheiterte ein ums andere Mal an der dänischen Altmeisterin Lene Rantala im Larviker Tor. "Wir sind zu Chancen gekommen, haben sie jedoch nicht nutzen können", konstatierte HCL-Coach Heine Jensen nüchtern. Nach zehn Minuten ohne eigenen Treffer lag der Deutsche Meister mit 5:11 (19.) zurück, an eine grundsätzliche Wende in der Partie glaubte fortan niemand mehr. Die fand auch nicht statt, obwohl Leipzig den Rückstand zur Pause auf vier Treffer (11:15), und zehn Minuten vor Schluss noch einmal auf fünf Treffer (17:22) verkürzen konnte. Doch Larvik war zu dominant, brachte die Partie locker nach Hause.

"Ein verdienter Sieg für Larvik. Renate Urne hat in der Abwehr gefehlt , den Ausfall von Anne Ulbricht konnten wir auch nicht kompensieren. So waren wir fast chancenlos", sagte Kay-Sven Hähner. Der HCL-Manager spielte auf die Verletzung der deckungsstarken Rückraumspielerin an, die in der 5. Minute nach einem schmerzhaften Pferdekuss oberhalb des Kniegelenks vom Parkett musste. Heine Jensen meinte zum Ausflug in den Norden: "Wenn wir auf dem Level eine Chance haben wollen, muss bei uns alles passen. Das war diesmal nicht der Fall." Bleibt als letzte Chance, in der Hauptrunde doch noch einen Sieg zu landen, das Match in Györ. Die Aussichten scheinen freilich nicht groß.


Erfahrungen sammeln

Zeit zum Nachdenken über das Wie des schwer erkämpften 30:27-Sieges am vergangenen Mittwochabend beim Tabellenletzten Dortmund blieb für die HCL-Mädels kaum. Das Team befindet sich derzeit im Terminstress. Aber nach fünf Niederlagen in der Champions-League-Hauptrunde ist für die Leipzigerinnen in der Eliteliga sportlich nichts mehr drin. So gelten die in solchen Situationen üblichen Ansagen: Man will sich anständig verkaufen, die Spielerinnen können lernen, und so weiter. "Wir haben schließlich nicht jeden Tag die Chance, auf diesem Niveau zu spielen. Da müssen wir solche Partien nutzen, um uns zu entwickeln", bringt es Coach Heine Jensen auf den Punkt. Und denkt schon ein Stück weiter. "Wir brauchen diese Erfahrung. Denn wir haben die Hoffnung, dass wir irgendwann wieder in dieser Runde spielen werden."

Der Trainer meint die Champions League der kommenden Saison. Zwar ist der HCL dafür noch nicht qualifiziert, aber die Chancen stehen glänzend. Zwei Spieltage vor Schluss ist den Leipzigerinnen die Spitzenposition der Tabelle nicht mehr zu nehmen. Bedeutet Heimrecht in den Playoff-Rückspielen bis einschließlich Finale. Angesichts der Überlegenheit des HCL in der Liga darf das schon mal eingeplant werden. Dann wäre die Quali perfekt - Deutschland hat in der kommenden Spielzeit zwei Startplätze bei den Champions.