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Ganz Leipzig im Jubelrausch

Champions League: HCL erreicht die Hauptrunde - Schülke ganz stark

. Der HC Leipzig hat erstmals in seiner Vereinsgeschichte den Sprung unter die besten acht Mannschaften Europas geschafft. Das Team von Trainer Heine Jensen gewann im letzten Vorrundenspiel gegen den norwegischen Club Byåsen Trondheim vor 4797 Zuschauern mit 25:22 (12:13) und machte damit den Einzug in die Hauptrunde perfekt.

Das Glück produzierte viele Geschichten. Renate Urne etwa jubelte nach Spielschluss besonders ausgelassen. Weil sie gegen ihre Landsleute triumphierte? "Oh, ja", jauchzte die 27-Jährige. "Jeder, der wie ich aus Bergen kommt, hasst Trondheim. Daher ist es ein wundervoller Tag für mich!" Der ist es auch für Kay-Sven Hähner, der jede Spielerin innig herzte. Allerdings mit schmerzverzerrtem Gesicht. "Ich habe mir beim Jubelsprung die Leiste gezerrt, vielleicht ist es auch was Schlimmeres. Auf jeden Fall sind es höllische Schmerzen. Aber die habe ich gern, die Mädels waren so genial heute ...", erzählte der Manager. Karolina Kudlacz nennt den Sieg ihr schönstes Geburtstagsgeschenk.

Vor den Jubel-Orgien stand jedoch ein hartes Stück Arbeit. Extrem nervös begannen die Leipzigerinnen, brauchten sechs Minuten bis zum ersten Treffer, liegen nach einer Viertelstunde 3:7 zurück. "So nervös habe ich die Mädels zum ersten Mal erlebt, sie waren extrem angespannt", berichtete Coach Heine Jensen. In einer Auszeit beruhigte er die Gemüter: "Ich habe ihnen gesagt: Fangt an zu spielen, bleibt ruhig, zeigt das, was ihr könnt." Die Worte zeigten Wirkung, der HCL legte nun seinerseits eine 7:3-Serie hin, ab da wurde das Spiel richtig spannend. Doch auch nach dem Wechsel (12:13) dauert es eine Weile, bis Leipzig seinen Rhythmus fand, stets lagen die Gastgeber ein, zwei Treffer zurück. Doch Mitte der zweiten Halbzeit kippte das Spiel. Erst schaffte Ania Rösler mit einem Zaubertor den Ausgleich (16:16/40.), danach Karolina Kudlacz noch einmal (18:18/48.) und nun stand die Halle Kopf.

"Der größere Wille hat den Ausschlag gegeben", meinte Kapitänin Katja Schülke. "Im Angriff gab es viele Fehler. Entscheidend war, dass die Abwehr 60 Minuten gestanden hat." Was Frau Kapitänin aber gnädig auslässt, sind ihre eigenen Heldentaten. Mit mehreren großartigen Paraden - exakt 20, macht 48 Prozent gehaltener Bälle - hielt die Torfrau ihr Team auch in kritischen Phasen immer im Spiel. Auch Trainer Jensen stimmte in den Lobgesang ein: "Sehr gute Deckung, sehr gute Torhüter: Das hat uns letztes Jahr ins EC-Finale gebracht und heute unter die Top Acht in der Champions League."