"So kann man hier nichts reißen" - Champions League: Leipziger Kaninchen erstarren vor Schlange Viborg - Handball - Handball-W CL - Artikel - Handballwoche
"So kann man hier nichts reißen"

Champions League: Leipziger Kaninchen erstarren vor Schlange Viborg

Die Überraschung ist nicht gelungen:Der HC Leipzig hat das zweite Gruppenspiel in der Champions League verloren. Die Leipzigerinnen hatten beim dänischen Titelverteidiger Viborg HK keine Chance und unterlagen deutlich mit 23:33 (10:19). Damit kassierte der deutsche Meister nach neun Pflichtspielsiegen in Folge die erste Niederlage in dieser Saison.

"Wir waren zu ängstlich. Es standen hier zwar super Namen auf dem Parkett, doch wenn man an den Sieg nicht glaubt, kann man hier nichts reißen", sagte Manager Kay-Sven Hähner. "Es kam mir so vor, als agierten wir wie das berühmte Kaninchen vor der Schlange.". Heine Jensen analysierte nüchterner. "Wir haben nicht das gezeigt, was wir können, und das ist schon enttäuschend. Aber wir haben gegen den Titelverteidiger gespielt, einen der drei, vier Favoriten auf den Gewinn der Champions League", meinte der HCL-Trainer. "Um halbwegs eine Chance zu haben, hätten alle unsere Spielerinnen über ihrem Limit spielen müssen.Leider haben viele nicht einmal ihre normale Leistung geboten."

Nur eine Viertelstunde lang konnte Leipzig mithalten. Dann wurden die Däninnen stärker und der HCL leistete sich viele Fehler. So zogen die Gastgeber innerhalb von sechs Minuten auf 14:7 (19.) davon und bauten den Vorsprung bis zur Pause systematisch aus. Viborg hatte danach Spiel und Gegner fest im Griff, Leipzig fand keine Mittel, um die Abwehr und die bärenstarke Torhüterin Katrine Lunde Haraldsen ernsthaft zu gefährden. Symptomatisch für das HCL-Spiel war die ungewohnt schwache Quote von nur einem verwandelten Siebenmeter aus vier Versuchen.

In der Endphase verwaltete der Titelverteidiger seinen Vorsprung, der immer um die zehn Tore pendelte, und ging völlig verdient als Sieger vom Parkett. Jensens Fazit:"Was in der Bundesliga reicht, reicht nicht für die Königsklasse. Aber wir sind näher dran als zehn Tore."

Der Coach persönlich hatte dafür gesorgt, dass der Ausflug in seine Heimat nicht komplett im Frust endete. Bereits Donnerstag war der HCL nach Dänemark gereist, logierte in der Kleinstadt Thisted, Jensens Geburtsort. Um die Verpflegung kümmerte sich Jensens Schwester Mie persönlich. Sie verköstige dabei bis zu 28 Leipziger im eigenen Wohnzimmer und meisterte die Herausforderung perfekt. Zumindest das wird den Leipzigerinnen in bester Erinnerung bleiben.