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Grausige Chancenverwertung

Champions League: Leipzigs Einstellung stimmt aber

Defensive gewinnt Spiele, heißt es. An der Defensive aber lag es nicht, dass der HC Leipzig in der Arena vor fast 4500 Zuschauern den Ungarinnen von KC Györ mit 21:23 (10:9) unterlag. Nach der dritten Niederlage im dritten Hauptrundenspiel bleiben den Leipzigerinnen jetzt nur noch theoretische Chancen auf das Halbfinale der Champions-League. Es war zum Verzweifeln und phasenweise eine Demonstration auf welch mannigfaltige Art und Weise man Großchancen im Dutzend vergeben kann.

Ganz gleich ob Mette Ommundsen, Natalie Augsburg oder Anne Ulbricht, beinahe jede HCL-Spielerin vergab mindestens einmal völlig frei vor der ungarischen Torhüterin Katalin Palinger. "Wir hatten heute alle Möglichkeiten zu gewinnen, machen aber viel zu viele Großchancen nicht rein", sagte Palingers Leipziger Konterpart Katja Schülke, auch deren Leistung war übrigens prächtig.

Und egal ob Manager, Trainer oder Durchschnittsfan, niemand widersprach der 25-Jährigen. "Da war mehr drin", befand auch Übungsleiter Heine Jensen und legte im gleichen Atemzug das Geheimnis des gegnerischen Sieges offen: "Györ war einfach cleverer, sie haben nicht mehr gemacht als nötig. Bei den vergebenen Möglichkeiten hat man wieder gesehen, dass uns die internationale Erfahrung fehlt."

Dabei führte der HCL fast die gesamte Partie über, mal mit einem, mal mit zwei Toren. Abschütteln ließen sich die Ungarinnen allerdings nicht, was die inzwischen schon mehrfach erwähnte Ursache hatte: die gar grausige Chancenverwertung. Doch auch die in der zweiten Hälfte teils rüde Spielweise der Gäste mag ihren Teil dazu beigetragen haben, dass die Partie kippte. Edurada Amorim streckte Mette Ommundsen per Ellenbogencheck nieder. Anstatt jedoch von den spanischen Schiedsrichtern unter die Dusche geschickt zu werden, entschied sie in der Schlussphase mit wichtigen Treffern das Spiel zu Gunsten der Ungarinnen. Nicht in den Griff bekamen die Leipzigerinnen auch Aurelia Bradeanu, die 20 Minuten vor dem Ende Anne Ulbricht rotwürdig aufs Parkett schickte. Das magyarische Duo kam aber mit Zweiminutenstrafen davon und erzielte letztlich 16 der 23 Tore für Györ. Der HCL hielt mit einer geschlossenen Teamleistung dagegen und präsentierte sich variabel im Angriff, erst vor Katalin Palinger begann das große Zittern.

Mit der Einstellung seiner Damen war Jensen aber absolut zufrieden. "Wir haben gekämpft und uns viele Chancen erspielt, das hat mit sehr gut gefallen. Die Niederlage ist zwar schade, aber alle haben ihr Bestes gegeben." Das Beste wird auch beim letzten Heimspiel der Champions-League-Hauptrunde gefordert sein, wenn am 7. März Krim Ljubljana zu Gast ist.