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Frauen-DHB-Pokal

Wer wird der Nachfolger des VfL?

Am kommenden Wochenende (20. und 21. April) wird in Göppingen der Nachfolger des amtierenden DHB-Pokalsiegers der Frauen gesucht. Beim Final Four kämpfen Frisch Auf Göppingen, Meister Thüringer HC, der Buxtehuder SV und der HC Leipzig um den ersten Titel der Saison. Zum dritten Mal in Folge findet das Endturnier in der Handball-Hochburg Göppingen statt.

 

Der Spielplan

Samstag, 20. April 2013

1. Halbfinale   14:30 Uhr       Thüringer HC – Frisch Auf Frauen

2. Halbfinale   16.30 Uhr       Buxtehuder SV HC – Leipzig

Sonntag, 21. April 2013

Spiel um Platz 3         13.00 Uhr

Finale                         15.00 Uhr

Die Teilnehmer

Frisch Auf Göppingen

Bei den ersten beiden Austragungen in der EWS Arena blieb den Frisch Auf Frauen im heimischen Wohnzimmer nur die Zuschauerrolle, in diesem Jahr hat das Team von Aleksandar Knezevic den Sprung ins Frauen Final4 geschafft. Auf dem Weg dahin hat man unter anderem Titelverteidiger VfL Oldenburg ausgeschaltet.

Die Württembergerinnen kamen zu Beginn der Saison schwer in Tritt, ein schweres Auftaktprogramm bescherte der Knezevic-Sieben vier Niederlagen. Denen ließ man dann jedoch bis zur EM-Pause sechs Siege in Serie folgen. Zum Beginn der zweiten Saisonhälfte folgten dann knappe Niederlagen gegen Leipzig (18:19) und Buxtehude (21:22) sowie ein Remis gegen den Thüringer HC (23:23). Nach Abschluss der Hauptrunde belegte Frisch Auf den sechsten Platz und traf in den Playoffs auf den Buxtehuder SV. Das Hinspiel in Göppingen gewann das Knezevic-Team mit 31:28, doch das Drei-Tore-Polster reichte in der Endabrechnung nicht. Mit 25:31 mussten sich die FA-Frauen im Rückspiel geschlagen geben und schieden aus.

Verlassen kann sich Aleksandar Knezevic vor allem auf die mannschaftliche Geschlossenheit, die engagiert kämpfende Defensive und den wurfgewaltigen Rückraum. Die Stützen des Teams spielen seit langem zusammen, mit lediglich einem Neuzugang vor der Saison (Anja Brugger) und der Verpflichtung der Tschechin Petra Janeckova im Laufe der Saison wurde der Kader nur punktuell verstärkt. Die Hauptlast tragen weiterhin die routinierten Kräfte, bei denen Alena Vojtiskokva, Nicole Dinkel und Beate Scheffknecht die Torschützenwertung anführen.

Thüringer HC

Der Thüringer HC entwickelt sich unter Trainer Herbert Müller ständig weiter und ist auch in Europa längst zu einer interessanten Adresse avanciert. Der Meister der letzten beiden Jahre und Pokalsieger von 2011 kann auf einen festen Stamm bauen, der mit starken Spielerinnen ergänzt wurde. Die Rückraumspielerin Ana Gros stand letzte Saison noch im Finale der Champions League, Linksaußen Mie Augustesen kam als All-Star der EM 2010 vom dänischen Meister Randers und Kreisläuferin Anja Althaus heuerte immerhin mit der Erfahrung von zwei Siegen in Königsklasse beim THC an.

Zudem konnte man mit der Sonja Frey eines der Toptalente in Europa unter Vertrag nehmen. Die Österreicherin hat sich in der Liga zur festen Größe entwickelt und rangiert hinter Nationalspielerin Nadja Nadgornaja, aber noch vor den Routiniers Lydia Jakubisova, Kerstin Wohlbold oder Katrin Engel auf dem zweiten Platz der teaminternen Torjägerwertung.

Die Saison verlief bislang weitestgehend nach Plan. In der Champions League scheiterte man mit acht Zählern punktgleich mit Buducnost Podgorica und Zvezda Zvenigorod, im Europapokal der Pokalsieger zog man dann allerdings überzeugend ins Halbfinale ein. Am letzten Wochenende ließ allerdings eine 22:24-Auswärtsniederlage gegen Hypo Niederösterreich die Finalträume platzen. Im Kampf um die deutsche Meisterschaft steht die Müller-Sieben nach einem 34:28-Sieg bei der HSG Blomberg-Lippe bereits mit einem Fuß im Playoff-Halbfinale.

 

Buxtehuder SV

Trainer Dirk Leun hat Stück für Stück eine deutsche Spitzenmannschaft geformt. Das belegen die Finalteilnahmen in der Meisterschaft und der Einzug ins Frauen Final4 in den vergangenen Jahren. Was dem BSV derzeit noch fehlt, ist allerdings ein nationaler Titel. Da zum Saisonende insgesamt sechs Spielerinnen den Verein verlassen und teilweise ihre Karriere beenden, könnte nun die Zeit gekommen sein, um diesen Traum in Erfüllung gehen zu lassen.

Dass man in der Champions League bereits in der Vorrunde die Segel streichen musste hing auch mit der Vielzahl an Verletzungen zusammen, die „Buxte“ immer wieder zurückwarfen. Trotz der Ausfälle von teilweise sechs Stammkräfte führte man lange Zeit die Tabelle der Handball Bundesliga Frauen an, erst die Heimniederlage gegen den Thüringer HC ließ die Niedersachsen aufgrund der schlechteren Tordifferenz auf den zweiten Platz zurückfallen. Am Ende der Hauptrunde reichte es dann für den dritten Rang. In der K.o.-Runde machte das BSV-Team eine 28:13-Niederlage in Göppingen im Rückspiel wett und gewann mit sechs Toren vor heimischer Kulisse (31:25). Im Playoff-Halbfinale treffen die Schützlinge, wie beim Final Four, auf den HC Leipzig.

Der BSV setzt auf die mannschaftliche Geschlossenheit, Linksaußen Lone Fischer führt die teaminterne Torjägerwertung auch aufgrund ihrer Strafwürfe an. Doch der BSV strahlt von allen Positionen viel Gefahr aus, im Rückraum übernehmen Youngster Jessica Oldenburg und Jana Stapelfeldt immer mehr Verantwortung, am Kreis rackert die Niederländerin Marcella Deen und über das Tempospiel kommen neben Fischer auch noch Katja Langkeit oder die Linkshänderinnen Friederike Lütz und Maxi Hayn.

HC Leipzig

Katja Schülke ist nicht nur die beste Torhüterin der Liga und der abgelaufenen Europameisterschaft, sondern auch amtierende Handballerin des Jahres. Die Nationalspielerin kann sich aber auf eine stabile Abwehr verlassen, aus der die Sachsen blitzschnell umschalten. Neben Schülke stellt der HCL mit Linksaußen Natalie Augsburg, Kreisläuferin Anne Müller und den Rückraumspielerinnen Saskia Lang und Anne Hubinger und Luisa Schulze fünf weitere DHB-Auswahlspielerinnen, dazu kommen internationale Topstars wie die Polin Karolina Kudlacz oder die Niederländerinnen Maura Visser und Debbie Bont.

Die Saison verlief bislang gut. Zwar scheiterte man in der Qualifikation zur Champions League ganz knapp an den Russinnen von Zvezda Zvenigorod, im Pokal der Pokalsieger kam man dann bis ins Viertelfinale. Mit Rostov am Don war es erneut eine russische Mannschaft, die sich als zu stark erwies. National hingegen agiert Leipzig auf Augenhöhe mit den beiden Vorjahresfinalisten Thüringer HC und Buxtehuder SV und gehört klar zu den diesjährigen Titelfavoriten. Im Playoff-Viertelfinale besiegte der HCL den Frankfurter HC in beiden Spielen (Und der 21-fache Deutsche Meister ist nach zwei titellosen Jahren garantiert hungrig auf den achten Pokalsieg der Vereinsgeschichte.