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Interview mit Kathrin Blacha über ihren neuen Job

"Alles im grünen Bereich"

Kathrin Blacha spielte 222 Mal für Deutschland und arbeitet jetzt im DHB-Trainerstab.

> Kathrin, hatten Sie Respekt davor, mit einer so unerfahrenen Mannschaft bei einer WM anzutreten? K
athrin Blacha: "Ich habe schon eine gewisse Ungewissheit bei mir verspürt. Viele Spielerinnen sind zum ersten Mal bei solch einem Turnier. Aber ich weiß, was die Mannschaft für ein Potenzial besitzt. Das habe ich auch beim World-Cup in Dänemark gesehen. Dort sind wir auch weiter zusammengewachsen."

>Wie sehen Ihre Aufgaben im Nationalteam aus?
"Speziell nach den WM-Spielen schauen wir abends noch einen Zusammenschnitt auf Video an, der unter anderem auch von mir vorbereitet wird. Und dann werden noch die Szenen für den nächsten Gegner rausgesucht."

> Sie bilden also zusammen mit Rainer Osmann und Andreas Schwabe ein Trainer-Trio.
"Ja, wir arbeiten als Trio, wobei ich nebenbei noch andere Aufgaben habe."

> Sie fungieren auch noch als Bindeglied zwischen Mannschaft und Bundestrainer. "Genau. Im Moment ist alles im grünen Bereich. Natürlich gibt es immer die ein oder andere etwas unzufriedene Spielerin während eines so langen Turniers. Manche wollen mehr Einsatzzeiten, aber das ist ganz normal. Alle sind hier sehr ehrgeizig, deshalb gehören solche Wünsche auch dazu. Im Moment diskutieren wir viel über Kleinigkeiten, die hier und da noch verändert oder optimiert werden können. Es herrscht halt ein reger Austausch zwischen mir und der Mannschaft."

> Und der Teammanager musste eine Frau sein?
"Ich denke, dass es sinnvoll ist, auf dieser Position eine Frau zu haben. Das sehe ich als vorteilhaft an, gerade in der jetzigen Situation. Rainer Osmann und Andreas Schwabe kommen ja aus dem Männerbereich."

> Sie haben 222 Länderspiele für Deutschland absolviert. Welche Erfahrungen können Sie daraus für Ihren neuen Job ziehen?
"Schon viele. Ich kenne zum Beispiel die Abläufe bei großen Turnieren und kann gerade die unerfahrenen Spielerinnen in unserem Kader darauf sehr gut einstellen."

> Sie wurden auch beim Training auf dem Spielfeld gesichtet.
"Ich mache immer dann mit, wenn es von der Anzahl her nicht aufgeht. Aber das mache ich noch sehr gerne. Ich treibe immer noch viel Sport zum Abtrainieren, aber auch zum Fithalten. Ich habe ja auch noch einen letzten sportlichen Höhepunkt am 6. Januar vor mir. Bei meinem Abschiedsspiel im Göppingen will ich mich von meiner besten Seite zeigen."