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Zurück in China: DHB-Frauen peilen Hauptrunde an

Dänemark-Spiel schon wegweisend

Zurück in China: 15 Monate nach dem kläglichen Olympia-Aus von Peking nehmen Deutschlands Handball-Frauen mit einem "Team der Zukunft" neue Ziele ins Visier.

Bei der Weltmeisterschaft im Reich der Mitte will der umformierte EM-Vierte auch ohne seine Rückraum-Asse Grit Jurack und Nadine Krause die Vergangenheit endgültig hinter sich lassen. Platz drei wie vor zwei Jahren bei der WM ist für die Perspektiv-Auswahl aber nicht der Maßstab. "Das war eine andere Mannschaft. Wir würden zwar gern Dritter werden, aber es geht bei Null los. Wir wollen erstmal in die Hauptrunde einziehen und dafür werden wir alles tun", sagte Bundestrainer Rainer Osmann.

"Sieg wäre der richtige Impuls"

Schon der Auftakt ist richtungweisend: In ihrem ersten WM-Spiel der Vorrundengruppe A trifft die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) in Wuxi auf Rekord- Olympiasieger Dänemark. Die letzten beiden Vergleiche hatte das deutsche Team gewonnen. Im Spiel um Platz drei beim Supercup im dänischen Aarhus gab es einen 36:34-Erfolg nach Siebenmeterwerfen, in der unmittelbaren WM-Vorbereitung einen 31:27-Sieg in Schwerin. Die Gesamtbilanz aber ist negativ. "Wichtig ist, wie das Dänemark-Spiel ausgeht. Ein Sieg wäre der richtige Impuls", gab Osmann zu.

Die weiteren Kontrahenten in der Vorrunde sind Kongo (6.12.), Brasilien (7.12.), Schweden (9.12.) und Frankreich (10.12.). Für das Erreichen der Hauptrunde in Yangzhou muss das DHB-Team mindestens Gruppendritter werden. "Bis auf Kongo sind alle anderen Mannschaften mit uns auf Augenhöhe. Da müssen wir unsere Kampfkraft in die Waagschale werfen. Vielleicht ist es von Vorteil, dass wir unbekümmert an die Sache rangehen können", sagte Osmann.

Sieben WM-Neulinge

Für seine WM-Premiere hat der Thüringer sieben WM-Neulinge nominiert. "Die Mannschaft hat sich komplett verändert. Da steckt viel Potenzial drin, aber man muss ihr Zeit geben. Ziel muss aber trotzdem die Hauptrunde sein", sagte Nadine Krause. Die ehemalige Welthandballerin vom FC Kopenhagen fehlt wegen einer Schulteroperation in China ebenso wie Rekord-Nationalspielerin Grit Jurack (Viborg HK), die ihr erstes Kind erwartet.

Zudem muss der Bundestrainer auf die Außenspielerinnen Ulrike Stange (stressbedingte Schlafstörungen) und Sara Walzik (Zerrung in der Rumpfmuskulatur) verzichten. "Wir diskutieren nicht über die Ausfälle. Die Mannschaft hat mein Vertrauen", stellte Osmann klar. Der letzte WM-Test jedoch misslang seinem Team: Am Donnerstag verlor die DHB-Auswahl in Wuxi gegen Ungarn mit 19:24. Dabei machte sich vor allem die noch nicht bewältigte Zeitumstellung von sieben Stunden negativ bemerkbar. "Uns hat die Frische gefehlt. Gegen Dänemark wird die körperliche Verfassung besser sein. Ich glaube an die Mannschaft und dass sie am Samstag brennen wird", sagte Osmann.

Viele Teams im Umbruch

Nach dem elften Platz bei Olympia hat DHB-Präsident Ulrich Strombach wieder großes Vertrauen in die Leistungsfähigkeit von Osmanns Auswahl. "Ich habe ein gutes Gefühl. Das Halbfinale wäre eine tolle Leistung", sagte der Jurist gewohnt forsch.

Nach den Spielen in Peking haben zahlreiche Mannschaften einen Umbruch eingeleitet. Olympiasieger und Europameister Norwegen kommt mit dem neuem Coach Thorir Hergeirsson als Nachfolger von Erfolgstrainerin Marit Breivik sowie ohne seine Stars Gro Hammerseng und Katja Nyberg. Weltmeister Russland bietet weitgehend ein Team der Namenlosen auf. Den stärksten Eindruck im WM-Vorfeld hat Worldcup- Sieger Rumänien hinterlassen. "Die WM ist eine Wundertüte", urteilte Nadine Krause.