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Experimente beim World Cup in Dänemark

Das Jurack-Comeback

15 Spielerinnen, fünf Partien und ein Baby: Der World Cup im dänischen Aarhus ist für Deutschlands Handball-Frauen in mehrfacher Hinsicht ein Probelauf für die EM in knapp zwei Monaten.

Gegen hochkarätige Konkurrenz will der WM-Siebte Tempo-Handball spielen, Rückkehrerin Grit Jurack integrieren und mindestens das Halbfinale erreichen. «Wir denken Richtung Halbfinale. Es soll eine ordentliche Vorbereitung auf die EM sein. Dafür haben wir hier eine Topmöglichkeit mit den Topmannschaften der Welt. Wir wollen einiges probieren, ohne alles infrage zu stellen», sagte Bundestrainer Rainer Osmann. Im Vorjahr war sein Team Dritter geworden.

Eine besondere Herausforderung ist dabei die Wiedereingliederung von Rekord-Nationalspielerin Jurack. Sieben Monate nach der Geburt ihres Sohnes Lukas gibt die Ausnahme-Spielerin ihr Comeback in der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB). «Sie möchte spielen, ich will sie integrieren, aber das ist kein Selbstläufer», sagte Osmann. Dafür will der Bundestrainer auch neue Wege gehen. «Vielleicht wird sie im Rückraum Mitte auftauchen», sagte er und kündigte damit an, die 32-Jährige als Spielmacherin einzusetzen.

Zugleich soll auch neben dem Parkett die Integration probiert werden. Juracks Sohn wohnt während des Turniers gemeinsam mit Oma Gundel in Aarhus, allerdings in einem anderen Hotel. «Das ist auch mit Blick auf die EM ein Probelauf, ob es funktioniert», sagte Osmann.

Sportlich ist die «Mini-WM» eine große Herausforderung. In der Vorrunde sind am 21. September der Olympia-Vierte Ungarn, einen Tag darauf der WM-Zweite Frankreich und am 23. September Rekord-Olympiasieger Dänemark die Kontrahenten. In der anderen Gruppe spielen Olympiasieger Norwegen, Weltmeister Russland, der Olympia-Siebte Rumänien und der Olympia- Achte Schweden um den Halbfinaleinzug. «Wenn wir das Halbfinale nicht erreichen, haben wir trotzdem noch zwei Länderspiele. Dazu haben sich alle Nationen verpflichtet», sagte Osmann.

Kleines Handicap: Erst einen Tag vor Beginn des Turniers sind Wiebke Kethorn (Oldenburg) und Nadine Härdter (Sindelfingen) angereist. Beide hatten am Vortag noch in der Bundesliga gegeneinander gespielt. Zudem fehlt Rückraumspielerin Laura Steinbach (Leverkusen) wegen einer Muskelentzündung in der Schulter.