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DHB-Frauen bejubeln Auftaktsieg

Der Coup von Santos

Nach dem perfekten Einstand in die WM legten die deutschen Handball-Frauen ein spontanes Freudentänzchen aufs Parkett. Der 31:28 (13:14)-Sieg gegen Olympiasieger und Europameister Norwegen setzte im Team um die achtfache Torschützin Franziska Mietzner unerwartete Glücksgefühle frei.

«Wir haben als Mannschaft gespielt und gekämpft. Das macht es so schwer, gegen uns zu spielen. Wir sind glücklich, mit dem Sieg gestartet zu sein», sagte die Rückraumspielerin Mietzner nach dem Coup von Santos.

Siege gegen Norwegen sind selten. Die Bilanz weist in 87 Begegnungen immer noch 42 Niederlagen aus. Zuletzt hatte es Mitte November ein 24:27 und zwei Monate zuvor gar ein 13:25 gegeben. «Wir sind in einem Prozess. Wir freuen uns, wenn man uns nun noch ernster nimmt. Das ist gut für den deutschen Frauen-Handball. Darauf haben wir seit dem vergangenen Dezember gewartet», sagte Bundestrainer Heine Jensen und erinnerte damit an den peinlichen EM-Platz 13 vor Jahresfrist unter der Leitung seines Vorgängers Rainer Osmann.

Nach dem Abpfiff rissen seine Spielerinnen die Arme in die Höhe und wollten erstmal den Moment genießen. «Guckt mal, was alles möglich ist, wenn man an sich glaubt», sagte der Däne seinen Spielerinnen inmitten des Jubelkreises und ergänzte später: «Wir glauben an uns. Und das als Trainer zu erleben, ist ein Vergnügen.»

Zu Beginn des Spiels sah es gar nicht danach aus, als würden die deutschen Spielerinnen freudestrahlend vom Parkett der Arena Santos gehen können. Der nervöse und unkonzentrierte Start führte zu einem 7:11-Rückstand (20.). Doch mit dem Wechsel im Tor von Sabine Englert zu Clara Woltering, die trotz einer kurz vor Spielschluss erlittenen Fingerblessur weiter einsatzbereit ist, kam die Wende. Über 14:14 (32.) und 17:16 (38.) wurde beim 20:17 (42.) ein Drei-Tore-Vorsprung zur Grundlage für den verdienten Erfolg. «Der Trainer vertraut uns und wir zahlen das mit Leistung zurück», erklärte die sechsfache Torschützin Stefanie Melbeck den Leistungsschub.

Heine Jensen aber warnte nach dem geglückten Einstand in die WM in Brasilien vor zu großer Euphorie. Nach dem Duell gegen das unberechenbare Team aus Montenegro am Sonntagabend folgen in der Gruppe A auch noch Island, China und Angola als Vorrundengegner. «Wir freuen uns über den Sieg, aber jetzt müssen wir die Arme schnell wieder runter bekommen», sagte der Däne mit Blick auf die kommenden WM-Partien.