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Inneministerium zeichnet Oldenburgs Kreisläuferin aus

Fair Play-Preis für Wiebke Kethorn

Große Ehre für Wiebke Kethorn: Die 24-jährige Nationalspielerin des VfL Oldenburg hat am heutigen Freitag den Preis des Bundesinnenministeriums für „Fair Play und Toleranz im Sport” erhalten. Die Auszeichnung wurde beim sogenannten „Fest der Begegnung“ anlässlich der 32. Wahl der Stiftung Deutsche Sporthilfe zum „Juniorsportler des Jahres“ von Dr. Christoph Bergener, Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesinnenministeriums, und Ski-Olympiasiegerin Rosi Mittermaier-Neureuther in der Handelskammer Hamburg vergeben.

Zweiter Preisträger ist der paralympische Spitzensportler Michael Teuber. Zu den 700 geladenen Gästen zählte auch Ulrich Strombach, Präsident des Deutschen Handballbundes. „Dass eine Spielerin wie Wiebke Kethorn geehrt wird“, sagte Strombach, „macht mich besonders stolz.“ Die U21-Junioren, die im August die WM gewonnen hatten, waren zwar nominiert, aber der die Auszeichnung ging an die Junioren des Deutschen Hockey-Bundes, die ebenfalls Weltmeisterschaft wurden. Der DHB hatte 2004 und 2008 mit den U20-Junioren als Europa- sowie den U20-Juniorinnen als Weltmeister jeweils die Teamwertung der renommierten Wahl gewonnen. 

Kein Wurf ins leere Tor

Wiebke Kethorn kam direkt aus der Sportschule Grünberg, wo sich die Frauen-Nationalmannschaft nach dem 27:17 gegen Slowenien auf das zweite Spiel der EURO-Qualifikation in Italien vorbereitet. Sonntag geht es gegen Italien in Lignano Sabbiadoro ab 12 Uhr um die nächsten Punkte auf dem Weg zur EURO 2010 in Dänemark und Norwegen. „Es war keine Frage, dass wir Wiebke die Teilnahme in Hamburg ermöglicht haben“, sagt Bundestrainer Rainer Osmann. „Das ist eine außergewöhnliche Auszeichnung. Und es freut uns, eine solche Sportlerin in unseren Reihen zu haben.“

Der preiswürdige Moment passierte am 25. März, als der VfL Oldenburg gegen den HC Leipzig spielte. In der 20. Minute unterbrach Wiebke Kethorn die Partie, nachdem Angie Geschke die Leipziger Torfrau Katja Schülke im Gesicht getroffen hatte. Die Schiedsrichter hatten noch nicht reagiert – und Wiebke Kethorn hätte den Ball nur ins leere Tor werfen müssen… Letztlich blieb Oldenburg nur ein Remis, und den Einzug in die Play-offs verpasste der VfL nach der Hauptrunde lediglich um einen Punkt.

Lob von DHB-Boss Strombach

Wiebke Kethorn ließ unmittelbar nach dem Spiel gar keine Frage zu. „Mensch, macht mich jetzt nicht fertig wegen der einen Szene“, hatte sie zwei Journalisten gesagt, ehe diese dann doch noch eine Frage stellen konnten. Die Kreisläuferin antwortete nur: „Ich sah, dass Katja am Boden lag, so will ich kein Tor werfen.“

Das Verhalten der Oldenburgerin nötigte DHB-Präsident Strombach großen Respekt ab: „Das ist ein Akt, den man sich in jeder Sportart vorstellt. Ich bin froh, dass sich dies so bei uns ereignet hat. Bei unseren Top-Spielern ist der Fair-Play-Gedanke ohnehin vorhanden

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