Interview mit Frauen-Bundestrainer Heine Jensen - „Ich vermisse das Feuer in den Augen” - Handball - Handball-W Nationalmannschaft - Artikel - Handballwoche
Interview mit Frauen-Bundestrainer Heine Jensen

„Ich vermisse das Feuer in den Augen”

Er trainiert nicht nur die Frauen-Nationalmannschaft - Bundestrainer Heine Jensen ist auch bei den jüngeren Jahrgängen sehr präsent. Der 34-jährige Däne begleitete mehrere Etappen der Juniorinnen-Nationalmannschaft in der Vorbereitung auf die U19-Europameisterschaft und saß in der Vorrunde neben Juniorinnen-Bundestrainer Andreas Schwabe auf der deutschen Bank. Dabei musste er auch die bittere 13:26-Niederlage gegen Frankreich und das Verpassen der Hauptrunde miterleben. Noch im MECC Maastricht zog Jensen eine erste Bilanz.

Welchen Eindruck haben Sie während der Vorbereitung und der EM-Vorrunde von den Juniorinnen gewonnen?
Heine Jensen: Die Truppe trainiert mit gutem Einsatz, aber ich vermisse das Feuer in den Augen.

Was meinen Sie genau?
Die große Lust, erfolgreich zu sein. Es sieht so aus, als ob einige zu viel Angst vor einer Niederlage haben.

Aber es gab doch einen Plan, um auch Frankreich zu schlagen.
Sicher, aber die Spielerinnen haben es nicht geschafft, die taktischen Vorgaben umzusetzen. Warum das so ist, müssen wir untersuchen. Darauf kann ich noch keine Antwort geben.

Wie fällt Ihre Bilanz nach der Vorrunde aus?
Wir haben zwei vernünftige Spiele gezeigt. Gegen Serbien war das Ergebnis gut, und gegen Schweden war unser Auftritt ganz okay - ich fand es sogar ein wenig unglücklich, dass wir aus der Partie keinen Punkt mitgenommen haben.

Zurzeit ist aber nur das erschreckende Ergebnis gegen Frankreich präsent.
Da sind wir komplett auseinandergefallen. Es kann passieren - aber mich stört die Art und Weise. Frankreich wollte den Erfolg mehr. Die Spielerinnen müssen lernen, worum es geht. Und wir müssen ihnen erklären, was wir von ihnen erwarten - vielleicht müssen wir da deutlicher werden.

Bitte!
In einer Nationalmannschaft zu spielen, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Ehre. Da müssen wir mehr von unseren Spielerinnen erwarten, aber das tun sie selbst auch. Ich bin jedenfalls davon überzeugt, dass sich die Arbeit mit diesem Team weiter lohnt - aber das Potenzial der Spielerinnen entwickelt sich nicht selbstständig. Das geht nur mit harter und gezielter Arbeit.