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Frauen-Nationalmannschaft

Jensen: Lösungen finden, enger zusammenrücken, Hausaufgaben machen

Am 7. Dezember startet die deutsche Frauen-Handballnationalmannschaft mit der Partie gegen Australien in die WM 2013. Am vergangenen Wochenende testete die Auswahl von Bundestrainer Heine Jensen in zwei Partien gegen Schweden ein letztes Mal ihre Form. Bevor der DHB-Tross am Freitag nun nach Serbien reist, stand Jensen Rede und Antwort.

 

Herr Jensen, die beiden letzten Vorbereitungsspiele gegen Schweden konnte Ihre Mannschaft für sich entscheiden. Welche Schlüsse ziehen Sie, auf diese beiden Partien zurückblickend, für das Auftaktspiel?

Heine Jensen: Wir freuen uns einfach sehr, dass es endlich losgeht. Die Weltmeisterschaft ist das Event, auf das wir uns monatelang vorbereitet haben, auf Lehrgängen, in den Vereinen und in unseren Köpfen. In beiden Spielen gab es Dinge wie unsere 5:1-Abwehr als neue Variante für die Defensive, die sehr gut funktioniert haben, aber auch viele Kleinigkeiten wie unser Tempospiel nach einem Ballgewinn, die wir noch verbessern können. Das ist ein schmaler Grat; wir wollen schnell, aber nicht hektisch spielen. Ich bin sicher, dass wir noch gute Möglichkeiten haben, uns auch während des Turniers zu steigern.

 

Wie haben Sie den Ausfall von Kerstin Wohlbold verkraftet?

Wir müssen mit der Situation leben; es tut uns natürlich vor allem sehr, sehr leid für Kerstin. Wir werden nun mit den Spielerinnen, die wir haben, eine Lösung finden und als Mannschaft noch enger zusammenrücken, um uns gemeinsam zu helfen. Diesen Weg zu gehen, wird gerade für die jüngeren Spielerinnen, die plötzlich mehr in der Verantwortung stehen, eine spannende Aufgabe werden.

 

Sie haben in der vergangenen Woche gesagt, dass es Ihr Ziel sei, die Gruppenphase zu überstehen. Wie schätzen Sie die Stärke Ihrer Gruppe ein?

Unsere Gruppe ist meiner Meinung nach die vielleicht ausgeglichenste von allen. Es wird für alle Mannschaften schwer werden, dort ohne Minuspunkt durchzukommen, da jeder jeden schlagen kann. Die einzige Ausnahme dürfte Australien sein; es würde mich überraschen, wenn sie viele Siege holen würden. Die anderen fünf Mannschaften begegnen sich auf gleicher Augenhöhe.

 

Wie wichtig wäre der Gruppensieg für Sie im Hinblick den weiteren Turnierverlauf?

In erster Linie ist es wichtig, dass wir guten Handball spielen und unsere Top-Leistung abrufen, denn dann – das wissen wir – haben wir gegen jeden Gegner eine gute Chance. Außerdem geht es im Moment noch nicht um den Gruppensieg, sondern erst einmal um das Spiel gegen Australien – und auch danach schauen wir nur von Spiel zu Spiel.

 

In Serbien gibt es zum zweiten Mal nach der WM in Brasilien nach der Gruppenphase keine Hauptrunde, sondern es geht gleich mit dem Achtelfinale weiter. Wie bewerten Sie diese Änderung?

Das ist extrem spannend. Ein Tag, ein Spiel – das ist hopp oder top! Dieses „Alles-oder-Nichts“-System wird eine wichtige Erfahrung für unsere Mannschaft sein.

 

Glauben Sie, dass Ihre Mannschaft im Falle eines Weiterkommens gefestigt genug ist, um auch ohne Kerstin Wohlbold als Führungsspielerin dem Druck des K.o.-Systems standzuhalten?

Natürlich glaube ich an meine Mannschaft! Denn abgesehen davon, dass wir keine andere Wahl haben, wollen wir auch damit umgehen können. Für solche Spiele machen wir Sport, und wir werden hart dafür arbeiten, die Chance auf solche Spiele auch zu bekommen.

 

Bei der WM 2011 wurde viel gewechselt, bei der EM 2012 überwiegend mit einer Stammformation gespielt – wie wird es dieses Jahr sein?

Ich glaube nicht daran, dass wir mit nur sieben Spielerinnen ein Turnier mit derart hoher Belastung durchhalten können. Wir müssen die Kräfte verteilen, und das können wir auch, weil wir einen breiten Kader und qualitativ sehr gute Spielerinnen haben – darum haben wir sie ja nominiert. Ob viel oder wenig gewechselt wird, hängt auch stark vom Spielverlauf ab. Natürlich haben wir eine klare Rollenverteilung auf einigen Positionen, aber das kann sich auch schnell drehen. Ein Turnier hat seine eigenen Regeln, und genau das macht es so spannend!

 

In Franziska Mietzner fehlt ein bekannter Name im Aufgebot. Was sprach für die nominierten Spielerinnen?

 

Laura Steinbach und Nadja Nadgornaja haben ihre Leistung konstant gebracht, sowohl national als auch international. Auf Rückraumlinks gibt es in Deutschland immer viele gute Spielerinnen, und für dieses Turnier gilt unser Vertrauen Laura und Nadja. Aber natürlich hat auch Franziska großes Potenzial, und wir hoffen darauf, dass sie hart daran arbeiten wird, wieder zu uns zurückzukommen.

 

Schauen Sie jetzt schon auf die WM 2017, die in Deutschland stattfinden wird?

Olympische Spiele 2016 und WM 2017 – das ist der Zyklus, in dem wir jetzt denken. Diese WM ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg dorthin, und viele der Spielerinnen sind in einem Alter, dass es realistisch ist, dass sie diesen Zyklus auch mitgehen werden. Im Hinblick darauf ist es nur logisch, dass wir im Moment eine sehr große Konkurrenz um die Plätze in der Nationalmannschaft haben.

 

Abschließend lassen Sie uns gedanklich noch einmal einen Schritt zurück machen, zur WM in Serbien: Wer ist dort Ihr Favorit auf den Titel, und wie schätzen Sie die deutschen Chancen ein?

Titelfavoriten sind für mich aufgrund des letzten Jahres eindeutig Norwegen und Montenegro; beide Mannschaften haben schließlich sowohl das EM- als auch das Olympiafinale untereinander ausgespielt. Doch auch Dänemark hat eine junge, spannende Mannschaft, die sich zuletzt gut präsentiert hat. Frankreich und Brasilien führen gemeinsam mit Ungarn dann eine große Gruppe von Mannschaften an, die sich auf einem ähnlichen Niveau bewegen und ganz eng beieinander liegen. Auch wir gehören zu dieser Gruppe, also müssen wir erst einmal in der Vorrunde unsere Hausaufgaben machen, um weiterzukommen.

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