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Frauen verlieren WM-Auftaktspiel gegen Dänemark

Krimi ohne deutsches Happy End

Krimi ohne Happy End: Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft ist für ihren Auftritt mit Herz und Leidenschaft nicht belohnt worden und hat einen Fehlstart in die Weltmeisterschaft in China hingelegt.

Trotz einer Energieleistung in der zweiten Halbzeit verlor der EM-Vierte in Wuxi gegen Rekord-Olympiasieger Dänemark mit 26:27 (10:15). Vor 600 Zuschauern machte das Team von Bundestrainer Rainer Osmann einen zwischenzeitlichen Sechs-Tore- Rückstand wett. In der Schlusssekunde vergab die Leipzigerin Susann Müller mit einem Pfostentreffer das mögliche Remis. "Der Pfostentreffer war ein bitterer i-Punkt", sagte der Bundestrainer, lobte aber den couragierten Auftritt seines Teams: "Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Das war ein toller Kampf. Wenn wir weiter so rangehen, werden wir unser Ziel Hauptrunde erreichen."

Im zweiten Spiel trifft die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) auf Kongo. Die Afrikanerinnen verloren ihre erste Partie gegen Schweden mit 19:28 (9:9). Für eine Überraschung in der deutschen Vorrundengruppe A hatte Brasilien mit einem 22:20 (13:9)-Sieg gegen Frankreich gesorgt.

Erhebliche Schwächen im Angriff

Zum Auftakt verzichtete Bundestrainer Rainer Osmann auf die Leipziger Torhüterin Katja Schülke und die als Ersatz für die verletzte Sara Walzik (Leverkusen) nachnominierte Mandy Hering (Frankfurt/Oder). Doch auch mit ihrer Stammformation tat sich die deutsche Mannschaft von Beginn an schwer. Schon nach zehn Minuten lag der neu formierte WM-Dritte 3:6 zurück. Vor allem im Angriff offenbarte das Team erhebliche Schwächen.

Schon in der 4. Minute knickte Kreisläuferin Anja Althaus mit dem linken Fuß um und wurde mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Parkett geführt. Nach einer ärztlichen Behandlung konnte die Dänemark-Legionärin vom Champions-League-Sieger Viborg HK jedoch wieder ins Spiel zurückkehren. Abstimmungsprobleme, schwache Würfe und leichte Fehler verursachten zahlreiche Ballverluste. Die Däninnen nutzen dies zu Kontertoren. Die deutsche Mannschaft geriet mit 4:9 (16.) ins Hintertreffen. Nach einer Auszeit von Osmann, in der er die Mannschaft umstellte, schien sein Team besser ins Spiel zu kommen. Doch der Zwischenspurt zum 7:9 (19.) erwies sich als Strohfeuer. Binnen sechs Minuten wuchs der Rückstand gegen die sehr agilen und schnellfüßigen Däninnen auf 8:14 (25.).

26:23-Führung reicht am Ende nicht

Mit mehr Mut kam die deutsche Mannschaft zur zweiten Halbzeit aufs Parkett und startete eine Aufholjagd. Gestützt auf eine stärker werdende Franziska Mietzner, die im linken Rückraum die ehemalige Welthandballerin Nadine Krause ersetzt, verkürzte das DHB-Team auf 18:20 (40.). Damit aber hatte die Mannschaft um Kapitän Nina Wörz ihr Pulver noch nicht verschossen: Mit ihrem Treffer zum 23:22 (48.) markierte die Spielmacherin die erste Führung für den EM-Vierten. Doch am Ende reichte auch ein 26:23-Vorsprung (52.) nicht zum ersehnten Sieg.

Das Spiel in der Statistik

Deutschland –Dänemark 26:27 (10:15)
Deutschland
: Englert, Woltering; Härdter (2), Klein (3), Rösler (2), Wörz (3), Kethorn, Loerper (1), Müller (5), Neukamp, Mietzner (9/4), Steinbach, Beier, Althaus (1)
Dänemark: Mortensen, Pedersen; Melgaard (1), Kviesgaard (5), Augustesen (6), Mortensen (6/3), Dalby (3), Lund, Larsen, Kristensen, Jørgensen, Kristiansen, Troelsen (6)
Zuschauer: 600. - Schiedsrichter: Horvath/Marton (Ungarn).  - Zeitstrafen: 8:4 Minuten. - Siebenmeter:  4/4:3/3. –