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WM-Qualifikation

Nur dünnes Polster für das Jensen-Team

Die WM-Teilnahme der deutschen Handball-Frauen hängt am seidenen Faden. Das Team von Neu-Bundestrainer Heine Jensen gewann in Balingen das packende Playoff-Hinspiel gegen Ungarn mit 26:24 (11:12) und muss den knappen Vorsprung am Samstag beim Olympia-Vierten in Györ verteidigen.

1490 Zuschauer sahen in Balingen einen Kampf auf Biegen und Brechen sowie Nadja Nadgornaja und Sabrina Richter mit jeweils fünf Treffern als beste deutsche Torschützinnen.

«Es war wichtig, dass wir gewonnen haben. Wir haben Halbzeit und führen mit zwei Toren. Das Rückspiel wird eine ganz enge Kiste - da können die zwei Treffer Gold wert sein», meinte die frühere Welthandballerin Nadine Krause, die von Jensen reaktiviert wurde.

Die WM findet vom 13. bis 18. Dezember in Brasilien statt. Dort werden die Plätze für die Qualifikations-Turniere zu den Olympischen Spielen 2012 vergeben. Nur der Weltmeister qualifiziert sich direkt.

Für seine Mammutaufgabe WM-Qualifikation hat Jensen gegenüber dem Kader von der EM-Pleite nur wenige Veränderungen vorgenommen. Nicht mehr dabei sind Nina Wörz, Susann Müller, Randy Bülau und Nadine Härdter. Stattdessen reaktivierte der Däne die ehemalige Welthandballerin Nadine Krause, die nach einer langwierigen Schulterverletzung wieder an Format gewonnen hat, und Abwehr-Routinier Steffi Melbeck, die beim Buxtehuder SV eine starke Saison spielte. Zudem integrierte Jensen Spielmacherin Kerstin Wohlbold sowie Nadgornaja vom deutschen Meister Thüringer HC.

Diese Zusammensetzung hatte sich schon beim Vier-Nationen-Turnier zu Ostern in Völklingen bewährt. Zwei Siege, ein Remis und Platz gegen namhafte Konkurrenz von Olympiasieger Norwegen sowie Frankreich und Spanien markierten einen gelungenen Einstand.

Doch der wahre Härtetest folgte erst in Balingen. In der hitzigen Partie verschaffte sich die deutsche Mannschaft zwar einen 6:4-Vorteil (15.). Doch danach hatten sich die Ungarinnen besser auf das deutsche Spiel eingestellt, die Abwehr umformiert und agierten fortan aggressiver. Der Vorsprung war schnell dahin; beim 8:9 (25.) lag der Gastgeber erstmals zurück.

Vor allem mit der aggressiven Deckung der Ungarinnen kamen die Deutschen nicht zurecht. Immer wieder rannten sich die Spielerinnen um Kapitän Grit Jurack in der Abwehr fest. Da war es vornehmlich Torfrau Sabine Englert zu verdanken, dass der Rückstand nicht größer wurde und zur Pause nur 11:12 betrug.

Auch im zweiten Durchgang kam der Rückraum zunächst nicht zur Entfaltung. Doch über den Kampf fand der Gastgeber ins Spiel und beim 20:17 (46.) zur vorentscheidenden Drei-Tore-Führung.