DHB-Frauen im Aufwind - Olympia-Traum neu belebt - Handball - Handball-W Nationalmannschaft - Artikel - Handballwoche
DHB-Frauen im Aufwind

Olympia-Traum neu belebt

Die deutschen Handballerinnen haben ihren Traum von Olympia in London neu belebt. Nach Siegen gegen den EM-Dritten Rumänien und den WM-Zweiten Frankreich verhinderte nur die Auftaktpleite gegen Olympiasieger Norwegen den Einzug ins Weltcup-Halbfinale im dänischen Aarhus.

«Wir haben eine tolle Moral bewiesen und gezeigt, dass wir zehn Wochen vor der Weltmeisterschaft mit den großen Nationen mithalten können», sagte Bundestrainer Heine Jensen, der mit seinen Spielerinnen am Freitag erhobenen Hauptes und voller Zuversicht die Heimreise antrat.

Vor dem Fernseher im Hotel hatte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) das Aus beim hochkarätig besetzten Acht-Nationen-Turnier verfolgt. Norwegen besiegelte mit dem 33:21 gegen Rumänien den deutschen Vorrunden-K.o. Da half auch der überraschend deutliche 26:20 (18:9)-Erfolg gegen Frankreich wenige Stunden zuvor nichts. Am Ende fehlten dem EM-13. vier Tore, um im direkten Vergleich vor den punktgleichen Französinnen zu landen und im Rennen um den Turniersieg zu bleiben.

«Wir nehmen das Positive mit nach Hause», sagte Spielführerin Grit Jurack, deren Team zuvor noch 31:29 gegen die Rumäninnen gewonnen hatte, am ersten Spieltag allerdings mit 13:25 gegen Norwegen untergegangen war. «Das war ärgerlich und darf so nicht passieren», kritisierte Trainer Jensen.

Angesichts der positiven Resultate, aber auch der Tatsache, dass in Nadine Krause, Stefanie Melbeck, Nadja Nadgornaja und Saskia Lang vier Stammkräfte in Aarhus fehlten, hat Jensen vor der WM in Brasilien die Qual der Wahl. Sechs Länderspiele stehen vor dem Abflug nach Sao Paulo noch an. «Die Nominierung wird wahrlich nicht einfach», sagte der Däne, der in Brasilien um die letzte Chance für die Olympia-Qualifikation kämpft.

Der Weltcup hat gezeigt, dass die deutsche Defensive inklusive der drei Torfrauen internationalen Maßstäben absolut genügt. Im Angriff vergaben die Deutschen hingegen zu viele Chancen. Dennoch meinte Spielmacherin Anna Loerper: «Wir haben mit der Mannschaft seit dem Amtsantritt von Heine Jensen einen Riesenschritt nach vorne gemacht.»

«Das Fundament für die WM steht», urteilte Jensen, «aber bis zur WM gibt es noch viel zu tun.» Während Rekord-Nationalspielerin Jurack noch die Bindung zur Mannschaft sucht, zeigten andere Spielerinnen wie Franziska Mietzner oder Laura Steinbach ihre Klasse. Neun Monate nach dem blamablen 13. Platz bei der EM in Norwegen glimmt die Hoffnung auf Olympia - allerdings ist bei der WM am 3. Dezember ausgerechnet Norwegen wieder der erste Gegner.