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Frauen-Nationalteam

Osmann-Team hat Olympia schon im Kopf

Die EM-Qualifikation haben die deutschen Handballerinnen souverän geschafft, doch Bundestrainer Rainer Osmann blickt bereits weiter nach vorn. Richtung London 2012. Bei den Olympischen Spielen wollen die Frauen wieder zur Weltspitze gehören - personeller Umbruch hin oder her.
Ein wichtiger Baustein auf diesem Weg ist auch die EM im Dezember in Dänemark und Norwegen. «Wir wollen für 2012 ein schlagkräftiges Team. Und da kann man es sich nicht leisten, bei einer EM oder WM nicht dabei zu sein», sagte Osmann nach dem überlegenen 35:24-Qualifikationssieg gegen Weißrussland.
Stolz und erleichtert präsentierte sich der Bundestrainer nach dem vierten Erfolg im vierten Gruppenspiel und der damit verbundenden vorzeitigen EM-Qualifikation. «Ich bin glücklich, dass wir die Ausfälle so gut kompensiert haben, guten Handball spielen und nicht durch Zufall etwas gewinnen», lobte der 59-Jährige seine Spielerinnen. Der Durchmarsch in der Gruppe 4 gegen Weißrussland, Slowenien und Italien ohne die Stars Grit Jurack (Babypause) und Nadine Krause (verletzt) sowie die ebenfalls verletzten Routiniers Stefanie Melbeck und Anja Althaus ist für Osmann ein Indiz, «dass wir in der Breite gut aufgestellt sind.»
Doch derzeit ist auch klar: Weltklasse ist Deutschland nicht. «Wir gehören zur erweiterten Weltspitze. Unser Ziel ist es, noch unberechenbarer zu werden. Dann haben wir gute Chancen für die Zukunft», meinte Osmann, der am Ostersonntag gegen Weißrussland vor allem eine überragende Torfrau Jana Krause (Buxtehude) und eine über weite Strecke gute Abwehr sah. Zudem setzte das Team seine Vorgabe von hohem Tempo fast durchgehend um, wenngleich dabei in der Offensive auch zahlreiche Fehler unterliefen. «Wir müssen noch viel an uns arbeiten. Mein Ziel ist eine sichere Defensive mit einem guten Torhüter-Spiel und ein schneller Ball», erklärte Osmann.
Verbandspräsident Ulrich Strombach hofft, dass die Frauen bei der EM eine gute Rolle spielen. Aber ein Umbruch, wie er gerade vollzogen wird, erfordere Zeit und Geduld. «Doch das soll nichts an unseren Ansprüchen ändern. Platz sieben bei der WM 2009 war ein guter Anfang. Ich bin überzeugt, dass sich das vorhandene Potenzial unserer Frauen weiter positiv entwickeln wird», meinte Strombach, der wie Osmann große Hoffnungen in die beiden U 20-Weltmeisterinnen Franziska Mietzner aus Frankfurt/Oder und Susann Müller vom deutschen Meister HC Leipzig setzt. Der «M & M»-Rückraum nutzte die Abwesenheit der Arrivierten. «Das zeigt, dass unser A-Team einen stabilen Unterbau besitzt», meinte Strombach.
Wenn Jurack/Krause zurückkehren - noch ist allerdings fraglich wann - erhöht sich der Konkurrenzkampf. Sehr zur Freude des Coaches. «Konkurrenz ist immer gut und kann nur von Vorteil für alle sein», meinte Osmann, dessen Ziel für die EM eine bessere Platzierung als bei der letzten WM ist. Erstmal sollen in der letzten Maiwoche die abschließenden Qualifikationsduelle gegen Italien und Slowenien gewonnen werden. «Wir wollen ungeschlagen durch diese Gruppe gehen», sagte Kapitänin Nina Wörz.