DHB-Team schlägt Dänemark im 'kleinen Finale' - Platz drei beim World Cup macht Mut - Handball - Handball-W Nationalmannschaft - Artikel - Handballwoche
DHB-Team schlägt Dänemark im 'kleinen Finale'

Platz drei beim World Cup macht Mut

Platz drei beim Turnier um den World Cup war für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft ein Aufbruchsignal, doch zehn Wochen vor der Handball-Weltmeisterschaft hat Bundestrainer Rainer Osmann noch eine Menge Arbeit vor sich.

Der Umbruch im Team der deutschen Frauen macht nach guten Leistungen bei der "Mini-WM" im dänischen Aarhus Hoffnungen auf Edelmetall, die schwache Wurfausbeute bereitet dem Coach aber noch große Sorgen. "Wir müssen uns vor allem bei der Chancenverwertung verbessern", forderte der Eisenacher Osmann und monierte: "Wir erspielen uns viele gute Gelegenheiten, bringen den Ball dann aber nicht im Tor unter."

Sieg im Siebenmeterwerfen

Einen Tag nach der 24:30-Niederlage im Halbfinale gegen Rumänien zeigte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) im "kleinen Finale" Nervenstärke. Im packenden Spiel um Platz drei bezwang der EM-Vierte Gastgeber Dänemark im Siebenmeterwerfen mit 8:6. Nach der regulären Spielzeit hatte es 28:28 (17:11) gestanden. Die ehemalige Welthandballerin Nadine Krause hatte das DHB-Team mit ihrem fünften Treffer kurz vor Spielende ins Siebenmeterwerfen gerettet. Sieger des exzellent besetzten Turniers wurde unerwartet Rumänien durch einen 28:27 (19:13)-Finalerfolg über Olympiasieger Norwegen.

Reserven sieht Osmann bei seinen Spielerinnen in der körperlichen Fitness: "Eine WM ist nicht nach drei Tagen vorbei. Man muss sich die Kräfte anders einteilen als jetzt beim Worldcup, wo nach drei Spielen der Zeiger nach unten ging."

Immerhin stehen vor dem Jahreshöhepunkt vom 5. bis 20. Dezember in China noch die ersten beiden Spiele der Qualifikation zur Europameisterschaft 2010 an. Am 14. Oktober startet das DHB-Team in Wetzlar gegen Slowenien, am 18. Oktober folgt das Auswärtsspiel beim vermeintlich leichtesten Gegner Italien. "Wir haben beim Worldcup bewiesen, dass wir mit den Top-Nationen mithalten können. Mit diesem Selbstvertrauen müssen wir auch in die Qualifikation gehen", sagte Rückraumspielerin Krause.

"Zukunft des deutschen Handballs"

Die frühere Welthandballerin, die beim Turnier im dänischen Aarhus ihr Comeback im Nationalteam feierte, bemängelt bei der deutlich verjüngten Mannschaft die fehlende Konstanz. Auf starke Leistungen wie dem knappen 25:26 gegen Olympiasieger Norwegen folgte ein Absturz im Halbfinale gegen Rumänien. Rekord-Nationalspielerin Grit Jurack, die aufgrund ihrer Schwangerschaft fehlt, ist aber optimistisch: "Die Mannschaft ist auf einem guten Weg, hat viele positive Ansätze gezeigt. Dennoch wartet einiges an Arbeit und Feinabstimmung."

Lob von der Konkurrenz erntete das junge Rückraum-Duo Susann Müller (Leipzig) und Franziska Mietzner (Frankfurt/Oder). "Das ist die Zukunft des deutschen Frauen-Handballs", sagte Russlands Nationaltrainer Jewgeni Trefilow: "Wenn sie ihre Chancenverwertung und ihr Defensiv-Verhalten noch verbessern, werden sie absolute Weltklasse." In der schweren WM-Vorrundengruppe in Wuxi trifft die deutsche Mannschaft auf Dänemark, Schweden, Frankreich, Brasilien und den Kongo.

Deutschland – Dänemark nach Siebenmeterwerfen 36:34 (28:28, 17:11)
Deutschland: Schülke, Englert; Härdter (2), Stange (3), Gubernatis, Rösler (3), Walzik (2), Wörz (5), Kethorn (1), Loerper, Krause (8/3), Müller (6), Neukamp (2), Mietzner (1), Beier, Althaus (3)
Dänemark: Iversen, Mortensen; Kviesgaard (2), Augustesen (1), Okkels (7), Dalby (8), Krogshede (1), Lund (4), Møller (5/3), Larsen, Kristensen (3), Bille (1), Kristiansen (2), Kastrup
Schiedsrichter: Opava/Valek (Tschechien). – Zuschauer: 2000. – Siebenmeter: 3/3:3/3. – Zeitstrafen: 4:4 Minuten. – Spielfilm: 2:0 (5.), 7:2 (11.), 9:5 (15.), 13:7 (22.), 16:10 (28.), 17:11 – 17:13 (33.), 20:15 (37.), 20:20 (45.), 22:23 (49.), 23:25 (51.), 25:28 (55.), 28:28 (60.) – 30:28, 31:31, 35:33, 36:34.