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Frauen-WM: Shopping vor dem letzten Hauptrundenspiel

Riesiger Respekt vor Angola

Am spielfreien Tag schwärmten die deutschen Handball-Frauen zum kurzen Sightseeing und Shopping aus - doch der Bundestrainer war mit seinen Gedanken nur beim letzten Hauptrunden-Gegner. "Wir haben riesigen Respekt vor Angola", betonte Rainer Osmann einen Tag vor dem Spiel bei der Weltmeisterschaft in China.

Nach dem Schlendern am Vormittag durch Boutiquen und Gassen des Spielorts Yangzhou bat der 59-jährige Coach seine Damen in den Abendstunden zur eineinhalbstündigen Trainingseinheit samt Videostudium. Mit einer Mischung aus Lockerheit und Konzentration soll Favoritenschreck Angola bezwungen werden. Doch "unverkennbar" sei mittlerweile der Kräfteverschleiß bei seiner Mannschaft, merkte Osmann an, der gegen den Afrika-Meister wie schon beim 29:26 gegen Österreich auf Ania Rösler vom HC Leipzig verzichten muss. Die Rückraum-Spielerin hatte sich in der Hauptrunden-Partie gegen Russland einen Anbruch des linken Mittelfingers zugezogen. Zudem ist ein Einsatz von Torfrau Clara Woltering wegen Kniebeschwerden offen.

Vorbereitung für London 2012

Die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) hat sich bei einer Weltmeisterschaft bislang zweimal mit Angola gemessen. 1999 in Dänemark spielten beide Teams 20:20, acht Jahre darauf gewann Deutschland in Frankreich im Viertelfinale 36:33 und wurde später WM- Dritter. Dank des Kraftakts gegen Österreich vermied die DHB-Auswahl zumindest die drohende schlechteste WM-Platzierung seit Rang zwölf im Jahr 2003. Ein Sieg gegen Angola soll nun wenigstens das Spiel um Platz sieben am Donnerstag sichern.

Unterdessen hat das magere Abschneiden der neu formierten DHB-Frauen in der Heimat keine Untergangsstimmung ausgelöst. "Klar sind die Art und Weise der Niederlagen nicht schön", meinte Leipzigs Manager Kay-Sven Hähner in der 'Leipziger Volkszeitung'. "Aber es war von vornherein klar, dass diese Mannschaft auf die Olympischen Spiele in London vorbereitet werden soll", ergänzte er. Kritik äußerte Hähner dennoch: "In kritischen Situationen hatten unsere Führungsspielerinnen mehr mit sich zu tun als die anderen mitzureißen."