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Annas Ansichten: Nationalspielerin A. Loerper berichtet von der WM in China

Über Frühstücks-Eier und die Nikolaus-Feier

Die Weltmeisterschaft in China ist bereits die dritte WM für Anna Loerper. Exklusiv für die Handballwoche vermittelt die 25-jährige Sportstudentin, die in 116 Länderspielen als Mittelspielerin 193 Tore für Deutschland erzielte, einige Ansichten und Einblicke hinter die Kulissen der Nationalmannschaft und des Weltturniers. 

„Seit dem ersten Spiel gegen Dänemark ist viel passiert. Leider haben wir das erste Spiel gegen Dänemark selbst aus der Hand geschenkt und verloren. Im Gegensatz dazu waren jedoch die Spiele gegen Kongo und Brasilien erfolgreicher.

Ein Spieltag läuft eigentlich immer gleich ab. Um ca. 9 Uhr wird gefrühstückt. Die erste große Herausforderung am Tag besteht darin, dem netten Koch zu erklären, wie man sein Ei haben möchte. Es gibt Rührei, Spiegelei oder Omelette. Leider verstehen die meisten Chinesen kein Wort Englisch und so bleibt einem nur die Zeichensprache. Da alles gut schmeckt ist‘s eigentlich auch egal, wenn‘s dann mal nicht funktioniert. Ein Glück haben wir dunkles Brot, Marmelade, Nutella und Honig schon mitgebracht. Sowas kennen die Chinesen selber nicht.

Ein paar Minuten ins warme Bett

Nach dem Frühstück haben wir noch ein bisschen Zeit, bis wir uns fürs Training oder einen Spaziergang fertig machen müssen, viele legen sich dann nochmal für ein paar Minuten ins noch warme Bett. Vor dem Mittagessen steht dann noch die Videoanalyse auf dem Plan. Dort bereiten wir uns auf den nächsten Gegner vor, sehen die wichtigsten Spielzüge und das Abwehrsystem. Dafür haben wir seit langem mal wieder einen Spezialisten, Christoph Dreckmann, dabei.

Nach dem Mittagessen haben wir dann nochmal ein bisschen Zeit für uns. Jeder kann machen, was er will, sich behandeln lassen, Lesen, im Internet surfen etc. Man soll einfach nochmal für sich sein und sich dann vollkommen aufs Spiel konzentrieren. Ich selber stelle meistens neue Wiedergabelisten für meinen I-Pod zusammen, da ich zuständig für die Musik bin. Auf dem Weg zum Training oder zum Spiel und in der Kabine hören wir immer Musik, die uns pushen soll.

Uno-Spiel vom Wichtel

Dann ist es endlich soweit, und wir fahren endlich zum Spiel. Ein besonderes Highlight gab es gestern noch: Unsere alljährliche Nikolaus-Feier. Jeder sollte im Voraus der WM ein Geschenk für 10 Euro besorgen. Alle Geschenke kamen auf einen Haufen unter einem kleinen Tannenbaum. Jeder der eine 1 oder eine 6 gewürfelt hat durfte sich ein Geschenk aussuchen. Es waren beispielsweise Bücher oder Spiele darunter, ich selber habe ein Uno-Spiel von meinem Wichtel geschenkt  bekommen und jetzt wird immer gezockt.

Am Dienstag hatten wir unseren ersten freien Tag, und natürlich musste es  ausgerechnet heute regnen. Dennoch fuhren wir in die Stadt. Es tut  immer gut, einfach mal aus dem Hotel rauszukommen und etwas anderes zu sehen. Vor allem waren wir überrascht, dass alles genauso teuer war wie bei uns.

Training zur Spielzeit

Deshalb, und vor allem auch, weil unser Gepäck jetzt schon zu schwer ist, haben wir uns mal zusammengerissen. Jedoch waren wir alle bei Starbucks, endlich wieder vernünftigen Kaffee trinken.

Am Abend fand dann nochmal Training statt, damit wir im Rhythmus bleiben, auch erst um 20 Uhr. Denn das Spiel gegen Schweden wird um 21 Uhr Ortszeit angepfiffen.

 

KOMMENTARE

willi hettrich, 09.12.09, 07:33 Uhr
Danke für die Zeilen! Etwas mehr zum Leben in China wäre toll! mehr »
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