Exklusiv-Interview mit Anja Althaus - „Viele haben uns bei der EM auf dem Zettel“ - Handball - Handball-W Nationalmannschaft - Artikel - Handballwoche
Exklusiv-Interview mit Anja Althaus

„Viele haben uns bei der EM auf dem Zettel“

Das Exklusiv-Interview mit der deutschen Abwehrchefin Anja Althaus. Die Kreisläuferin spielt beim dänischen Meister und Champions League-Sieger Viborg HK und wurde mit dem deutschen Team 2007 WM-Dritte.

 

> Anja, Sie haben am Wochenende zweimal gegen Österreich gewonnen, aber für die kommende Europameisterschaft muss die Mannschaft noch zulegen, oder?
Anja Althaus: Auf jeden Fall. Ich bin froh, dass wir noch weitere Testspiele vor der EM haben. Wir haben einige gute Sachen gemacht, aber man hat auch gesehen, dass bei manchen Dingen noch die Abstimmung fehlt. Wir müssen Schritt für Schritt gehen, um die Fehler abzustellen. Ich denke, wir sind auf einem guten Weg. Wir haben gegen Österreich phasenweise Superaktionen gehabt und richtig gut Handball gespielt, aber dann sind wir auch in Phasen reingekommen, in denen wir zu viele Fehler gemacht haben. Da hätten wir mal durchatmen sollen. Aber es ist gut, wie wir uns da wieder rausgekämpft haben.


> Bundestrainer Rainer Osmann hat sehr viel gewechselt, was auch dem Spielfluss sichtlich geschadet hat. Steckt er in dem Dilemma, eine Woche vor der am 7. Dezember in Dänemark und Norwegen beginnenden Europameisterschaft die Mannschaft einerseits einspielen zu müssen, andererseits aber auch noch Sachen testen zu wollen?
Wir müssen ja wechseln, weil wir die EM ja nicht nur mit sechs Feldspielern bestreiten können. Das funktioniert nicht. Deswegen ist es auch für das Spielverständnis untereinander gut, dass wir die ganze Mannschaft einspielen. Deshalb waren die vielen Wechsel auch nötig. Es ist wichtig, dass wir eine Breite haben. Letztes Jahr bei der Weltmeisterschaft in China, als wir Siebter wurden, hat uns diese Breite gefehlt, was man gemerkt hat. Zum Schluss haben wir da Schwächen gezeigt, weil wir einfach nicht mehr konnten. Deshalb müssen wir eine Breite aufbauen, um das Turnier bis zum Ende durchhalten zu können und dabei konstant zu spielen.

> Was bedeutet es, dass bei einem Vorstoßen in die Hauptrunde wohl große Aufgaben wie Norwegen, Frankreich oder Ungarn auf das deutsche Team warten werden?
Wir müssen in der Vorrunde jeden Punkt mitnehmen und jeden Minuszähler vermeiden. Wir müssen jedes Spiel dreihundertprozentig da sein. Wir müssen brennen und dürfen aber nichts anbrennen lassen, denn sonst ist die EM ganz schnell vorbei.


> Was ist für das deutsche Team bei der Europameisterschaft möglich?
Ich bin sehr zuversichtlich, denn wir haben eine Supermannschaft und wirklich ein riesiges Potenzial im Team. Deutschland war immer eine Turniermannschaft. Wir haben uns immer reingeboxt und waren auf den Punkt fit. Ich hoffe, dass das wieder so ist. Wir brauchen die Sicherheit und das Selbstvertrauen, dass jede bei uns weiß, dass bei einem Fehler die Welt nicht unter geht.  Wenn wir dann noch als Mannschaft kämpfen, sind wir gut dabei.


> Haben Sie die Hoffnung mit Medaille von der EM zurückzukommen oder ist dieses Ziel zu hoch?
Klar habe ich ganz ehrlich diese Hoffnung. Ich fahre nicht zur EM und sage, ich will nicht mit einer Medaille nach Hause kommen. Ich bin Sportlerin. Jede von uns fährt dahin und will ´ne Medaille gewinnen. Wenn es geht die goldene. Man sagt zwar, das man tiefstapeln soll. Aber es wäre verkehrt, wenn ich sagen würde, dass ich keine Medaille um den Hals haben will. Aber wir müssen uns natürlich erst einmal auf uns konzentrieren und von Spiel zu Spiel schauen und dann weitersehen, was möglich ist.


> Wer sind Ihre Favoriten bei der Europameisterschaft?
Die Norwegerinnen sind immer stark. Russland ist immer ein Überraschungspaket. Worldcup-Sieger Rumänien wird bestimmt stark anfangen, sie lassen dann aber meistens nach.  Ich denke, dass viele uns auch auf dem Zettel haben, weil sie ganz genau wissen, was wir für ein Potenzial  und welche Superspielerinnen wir in der Mannschaft haben.  Ich denke, es wird eine ganz interessante EM.

KOMMENTARE

Cheyanna, 07.01.15, 07:07 Uhr
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