Brand gelassen vor WM-Auslosung

Hammerlose nach „Abstieg“

Der „Abstieg“ in den Topf mit den drittstärksten Mannschaften könnte für die deutschen Handballer bei der Weltmeisterschaft 2011 in Schweden zu einem Problem werden. Schon bevor am Freitagabend in Göteborg die Vorrundengruppen unter anderem vom früheren Kieler Weltklasse-Handballer Magnus Wislander ausgelost werden, steht fest: Die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) wird auf Hammer-Gegner treffen. Doch Bundestrainer Heiner Brand lässt sich durch diese Konstellation nicht aus der Fassung bringen. „Erst einmal sind wir froh, dass wir uns - im Gegensatz zu Nationen wie Russland oder Tschechien - überhaupt für die WM qualifiziert haben. Dort gibt es nur starke Gegner, völlig egal, ob wir in Topf eins oder Topf drei sind. Wir müssen sowieso gegen Top-Konkurrenten spielen. Wir lassen die Auslosung erst einmal auf uns zukommen“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Wunschgegner habe er wie immer keine.

Obwohl sein Team 2007 Weltmeister war und die WM 2009 als Fünfter beendete, rutschte sie aufgrund der Setzliste in den dritten Topf ab. Denn dafür ist die Platzierung bei der vergangenen EM entscheidend. Und die schloss die DHB-Auswahl im Januar in Österreich als Zehnter ab, auf dem bislang schlechtesten EM-Platz. Im gleichen Topf wie Deutschland befinden sich daher die Mannschaften aus Serbien und Österreich, die bei der EM 2010 direkt vor Pascal Hens & Co. platziert waren, sowie Asienmeister Südkorea.

Die Elite findet sich in Topf eins: Olympiasieger sowie Welt- und Europameister Frankreich, der WM- und EM-Zweite Kroatien, dazu Island und Polen als Dritter und Vierter der EM. Top-Mannschaft im zweiten Topf ist der Europameister von 2008, Dänemark. Hinzu kommen Gastgeber

Schweden, der sich seine Vorrundengruppe aussuchen darf, sowie Norwegen und Spanien. Selbst in den Töpfen vier und fünf warten mit Mannschaften wie Ägypten, Ungarn oder Russland-Schreck Rumänien undankbare Gegner. Die Deutschen müssen in ihrer Vorrundengruppe mindestens Dritter

werden, um in die Hauptrunde einzuziehen. Dort spielen dann in zwei Staffeln je sechs Mannschaften um den Halbfinaleinzug. Aber selbst der vierte Platz nach der Hauptrunde könnte noch entscheidend sein. Denn die Teams, die in Schweden die Ränge zwei bis sieben belegen, schaffen es direkt in die Olympia-Qualifikationsturniere im April und Mai 2012.

Nur der Weltmeister hat direkt sein Ticket für London gebucht. Zwar könnte Deutschland durch eine Top-Platzierung bei der EM 2012 in Serbien noch auf den Olympia-Zug aufspringen. Aber in Schweden könnten Brand und sein Team schon auf Nummer sicher gehen

Auslosung und Spielmodus der Handball-WM 2011

Bei der Auslosung für die Vorrundengruppen der WM 2011 in Schweden drohen den deutschen Handballern sehr starke Gegner. Der Weltmeister von 2007 ist bei der Ziehung am Freitag in Göteborg im sogenannten dritten Topf. Nach einer Rangliste des Weltverbandes IHF wurden die Teams folgendermaßen nach ihren Leistungen geordnet:

Topf 1: Frankreich (Titelverteidiger), Kroatien, Island, Polen

Topf 2: Dänemark, Spanien, Schweden (Gastgeber), Norwegen

Topf 3: Serbien, Österreich, Deutschland, Südkorea

Topf 4: Ungarn, Tunesien, Rumänien, Slowakei

Topf 5: Ägypten, Argentinien, Algerien, Brasilien

Topf 6: Chile, Bahrain, Japan, Australien

Die Auslosung erfolgt in der Reihenfolge 6, 5, 4, 3, 1. Danach kann sich Schweden als Gastgeber eine der vier Vorrundengruppen aussuchen. Anschließend werden die verbleibenden drei Teams aus Topf 2 gezogen. Die WM startet am 13. Januar 2011 und dauert bis zum 30. Januar.

Die Vorrunden-Spielorte sind Göteborg (Gruppe A), wo Gastgeber Schweden spielen wird, Norrköping und Linköping (Gruppe B), Malmö und Lund (Gruppe C), wo Dänemark spielen wird, sowie Kristianstad und Lund (Gruppe D). Die jeweils ersten drei Mannschaften ziehen in die zwei Hauptrundengruppen ein, die in Malmö und Lund (Gruppe I) sowie Jönköping (Gruppe II) spielen. Der Erste und Zweite beider Staffeln bestreiten im Überkreuzvergleich die Halbfinals. Die Partien um die Plätze zwölf bis eins inklusive der Halbfinals finden in Kristianstad und Malmö statt. Um die Ränge 13 bis 24 spielen in Skövde, Kristianstad, Lund und Malmö die Teams auf den Positionen vier bis sechs aus den Vorrundengruppen.

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