Bundestrainer Heiner Brand:

"Jedes Jahr eine EM oder WM stärkt den Handball"

Christian Kehl, 03.09.10, 10:27 Uhr
Auch wenn ich generell nicht der Meinung von Herr Brand bin, muss ich ihm in der Sache zustimmen, dass die Nationalmannschaft durchaus eine höhere Popularität genießt als die Vereine - wobei ich mich hier ausdrücklich auschließen möchte. Es ist wie im Fußball, die Nationalmannschaft mobilisiert die breiten Massen, die Vereine dagegen "nur" die Handballfans. Allerdings sollte man beachten, dass das eigentliche Handballpublikum die ganze Saison über mit ihrem Verein mitfiebert und daher natürlich nicht begeistert ist, wenn ihre Leistungsträger wegen krampfhaft in den Terminplan gequetschter WM/EM in ein Leistungsloch fallen oder gar ganz ausfallen, was in jüngster Vergangenheit immer wieder der Fall ist. Der Nationalmannschaft ist das natürlich reichlich egal, denn bis zum nächsten Turnier sind sie ja wieder fit, aber die Handballfans und die Vereine leiden Woche für Woche darunter!
Sicherlich kommt nun das vielzitierte Argument, dass die Nationalmannschaft das Zugpferd sei und dass auch die Vereine finanziell durch Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und daraus resultierende Sponsoringeinnahmen profitieren, aber brauchen wir das? Früher sind die Spieler für 100.000 gewechselt, heute - dank der Zusatzeinnahmen - für das Fünffache. Der Effekt ist derselbe nur dass heute durch größere Sponsoren zusätzlich eine Konzentration des Geldes auf die großen Vereine stattfindet, die dadurch im Vorteil gegenüber den Kleineren sind.
Daher bin ich ganz klar auf der Seite der Vereine und der Spieler und würde sogar so weit gehen, nur alle zwei Jahre ein großes Turnier zu spielen und das in ungeraden Jahren, so dass es auch keine Kollisionen mit den olympischen Spielen gibt. Somit hätte man den Terminkalender erheblich entzerrt und die Attraktivität der Spiele in der Liga erhöht. Es kann meiner Meinung nach nicht sein, dass übertrieben häufige Nationalmannschaftseinsätze Meisterschaften entscheiden wie das beispielsweise im Jahr nach den olympischen Spielen der Fall gewesen ist als der HSV gar nicht in die Saison kam, da die Spieler ausgepowert waren während der THW mit seinen Schweden Glück hatte. Alleine die Tatsache, dass die Spieler schon von sich aus absagen, sollte den Funktionären zu denken geben!
Aber es gäbe dann ja weniger Geld für IHF/EHF und da kommt es scheinbar auf die ein- oder andere Spielerkarriere auch nicht an. Immerhin braucht Herrn Mustapha ja genug finanzielle Mittel, um Schiedsrichter und Funktionäre bei der nächsten anstehenden Entscheidung bestechen zu können ;-)
Sebastian, 03.09.10, 08:44 Uhr
so siehts aus Stefani dann freut man sich auch auf eine EM aber so???
Stefani Lorenzen, 02.09.10, 21:51 Uhr
Heiner gibt aber auch einen Blödsinn von sich. Die Vereine kommen nicht an die Popularität der Nationalmannschaft heran. So ein Quatsch. Deswegen sind auch Woche für Woche die Hallen voll. Man guckt sich zwar die Nationalmannschat an, aber auch nur, weil zu den Zeiten die Bundesliga ruht. Die Bundesliga und vor allem auch die Champions League ist doch wesentlich spannender als die ganzen Testspiele der Nationalmannschaft. Und bei der Häufung von EM und WM kann man sich den aktuellen Titelträger doch gar nicht merken. Die Leistungen bei EM und WM hat in den letzten Jahren auch merklich nachgelassen. Das Finale war meistens ein Gequäle. Schöner Handball sieht jedenfalls anders aus. Die Attraktivität würde deutlich steigen, wenn EM und WM nur noch alle 4 Jahren stattfinden würden. Dann wären es echte Highlights. Und am besten am Ende der Saison, damit es in der Rückrunde keine Wettbewerbsverzerrung gibt zwischen den Mannschaften mit und denen mit wenigen oder ohne Nationalspielern.

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