Exklusiv-Interview mit Bundestrainer Heiner Brand

„Kein einfacher Zeitpunkt“

Nach der WM-Qualifikation ist vor dem PR-Spiel: Bereits im Juli trifft sich die deutsche Nationalmannschaft das nächste Mal, dann geht es für eine Woche auf USA-Reise. Im Interview spricht Bundestrainer Heiner Brand über dieses Projekt. 

> Was ist alles geplant bei dieser Länderspiel-Reise?
Heiner Brand: „Dieser Lehrgang findet zu keinem einfachen Zeitpunkt statt, schließt er doch direkt an den Urlaub der Spieler an. Im Mittelpunkt der attraktiven Reise steht die Begegnung gegen Polen, das ein Werbespiel für den Handball in den USA ist. Für uns wollen wir das  Beste herausziehen: Wir sind ein paar Tage zusammen, können uns einspielen. Ich rechne mit dreieinhalb  Trainingstagen. Was neben dem Handballfeld geplant ist, kann ich noch nicht sagen.“

> Polen gegen Deutschland – das wird sicherlich nicht nur für die Zuschauer eine interessante Begegnung, sondern auch für Sie als Trainer?
„Zu dem Zeitpunkt, mitten im Juli, sehe ich dieses Spiel weniger als offiziellen sportlichen Vergleich der beiden Nationalmannschaften. Wir werden aber mit der stärksten Mannschaft antreten, und auch Bogdan Wenta (Nationaltrainer Polens, deutscher Olympia-Teilnehmer 200, Anm. d. Autors)  ist keiner, der so etwas schleifen lässt.“

> Waren Sie schon einmal in Chicago und kennen die Begebenheiten vor Ort?
„Nein, in Chicago war ich noch nie.“

> Aber in den USA zum Handball waren sie schon? Welche Erinnerungen haben Sie?
„Als Spieler war ich nie in den USA. 1984 (Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Los Angeles; Anm. d. Autors) aber, da war ich als Co-Trainer dabei. Aber das ist lange her und seit dem ist viel passiert. Ansonsten kann ich mich noch an ein Länderspiel gegen Kanada, im Rahmen der Olympischen Spiele 1976 in Montreal, erinnern. Das war zumindest in Nordamerika.“

> Was wissen Sie über den US-Handball?
 „Relativ wenig. Wenn die Olympischen Spiele in den USA stattfanden, haben sie verstärkt am Aufbau einer Nationalmannschaft gearbeitet. 1984 ist es ihnen in der Kürze der Zeit sehr gut gelungen. Mit unserer Länderspiel-Aktion wollen wir den Handball in den Vereinigten Staaten voranbringen. Von der Härte und der Dynamik her müsste der Handballsport den Amerikanern gefallen. Aber unser Sport hat einen schweren Stand gegen die traditionellen, amerikanischen Sportarten, die in den Schulen und an den Colleges etabliert sind.“

> Welche Tipps würden Sie den Verantwortlichen in den Staaten mit auf den Weg geben, um eine schlagkräftige Nationalmannschaft aufzubauen?
„Um dazu etwas zu sagen, kenne ich die Verhältnisse vor Ort zu wenig. Eine starke Liga als Herausforderung und die Qualität der Trainer sind gewiss wichtige Voraussetzungen. Sicherlich wird diese Reise auch Gelegenheit bieten, sich ein Bild vom Niveau des Handballs in den USA zu machen.“

 

 

KOMMENTARE

Christian Kehl, 25.06.10, 09:08 Uhr
Ich finde den Sinn dieser Aktion äußerst fragwürdig. Weswegen muss man unter erheblichem Aufwand ein Länderspiel der mehr »
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