Deutschland - Griechenland

Verlegung nach Drama erregt den DHB

Drei Tage vor dem Hinspiel in der WM-Qualifikation am 12. Juni in Dortmund gegen Griechenland haben die deutschen Handballer mit Neu-Kapitän Pascal Hens eine böse Überraschung erlebt.

Aufgrund der Ausschreitungen zuletzt beim griechischen Pokalfinale wurde das Rückspiel am 20. Juni kurzerhand von Pylaia nach Drama verlegt. «Das ist schlichtweg eine Frechheit», sagte Horst Bredemeier, Vizepräsident Leistungssport des Deutschen Handballbundes (DHB) im Sportzentrum Kamen-Kaiserau und betonte zugleich: «Es kann nicht sein, dass man sich bei einer WM-Qualifikation so bewegt wie bei einem Freundschaftsspiel. Da werden wir vor vollendete Tatsachen gestellt. Wir werden bei der EHF noch einmal auf das Schärfste protestieren. Es gibt Regeln, die die EHF vorgegeben hat, aber mit denen wird fahrlässig umgegangen.»

Auch Bundestrainer Heiner Brand reagierte verärgert. «Unsere Einwände werden mit einer Arroganz abgetan, die ich noch nie erlebt habe. Das spricht für diesen Verband.» Laut Bredemeier wurde der DHB nicht in den Entscheidungsprozess der EHF einbezogen. Somit ist auch das Training vor dem Rückspiel am Vorabend in Gefahr. Der DHB muss nun alle Flüge umbuchen.

Derweil offen ist, ob der Hamburger Pascal Hens die Reise nach Griechenland mit antreten kann. Der 30-Jährige ist zu Beginn des Lehrganges von Brand als Kapitän bestätigt worden, wird die Mannschaft aber vielleicht vorzeitig verlassen müssen. Hens und seine Frau Angela erwarten zum ersten Mal Nachwuchs. «Ich muss gucken, wie es läuft. Für das Spiel mache ich mir keine Gedanken, aber ich muss abrufbereit sein», sagte der Weltmeister von 2007 und sprach Klartext: «Ich kann meine Frau schlecht allein lassen. Ich muss gucken, wann der Kleine raus will.»

Zu seiner neuen Rolle als Kapitän meinte der wurfgewaltige Rückraumspieler nur: «An meiner Rolle hat sich nicht viel getan. Ich werde als Bindeglied fungieren zwischen den ganz jungen Spielern, die sich vielleicht noch nicht an den Bundestrainer herantrauen. Ich versuche, vorneweg zu gehen und für gute Stimmung zu sorgen.» Brand erwartet von Hens noch ein bisschen mehr: «Pommes nimmt eine besondere Stellung ein, viele der Jüngeren schauen zu ihm hoch.»

 

KOMMENTARE

julia, 10.06.10, 17:25 Uhr
Mal wieder typisch, was sich die in erster Linie überregionalen "Sport"-Funktionäre mit ihrem selbstherrlichen Gehabe mehr »
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