Chalepo beurlaubt

Als Gennadij Chalepo am Sonntag von den Verantwortlichen der HSG Wetzlar in eine Rechtsanwaltskanzlei gebeten wurde, wusste der gebürtige Weißrusse schon, was ihn erwartete. Die HSG teilte Chalepo in diesem Moment seine Beurlaubung mit. "Die Handball-Welt ist klein. Ich habe schon vor zwei Wochen gehört, dass der Verein mit einem anderen Trainer gesprochen hat. Danach hatte ich natürlich nicht mehr das beste Gefühl auf der Trainerbank", sagte der Ex-HSG-Spieler, der nach fünf Niederlagen in Folge, die letzte am Freitag beim 19:20 gegen Großwallstadt, einen Mitkonkurrenten im Kampf gegen den Abstieg, beim Fünfzehnten gehen musste.

Der 43-Jährige wird von Kai Wandschneider, der zuletzt insgesamt zehn Jahre in Dormagen und beim DHC Rheinland tätig war, bevor er sich ab Sommer 2011 eine Auszeit nahm, abgelöst. Wandschneider hat bereits am gestrigen Montag das Training in Wetzlar übernommen.


Eine schwere Entscheidung

"Wir hatten zuletzt den Eindruck, dass in der Mannschaft der Glaube, enge Spiele zu gewinnen, nicht mehr vorhanden war. Die Leistungen und das Auftreten des Teams in den vergangenen Wochen haben uns nachdenklich gemacht", teilte Geschäftführer Björn Seipp mit und sprach von einer "sehr schweren Entscheidung".

Chalepo hatte im November 2010 nach dem Abgang von Michael Roth nach Melsungen das Traineramt bei der abstiegsgefährdeten HSG übernommen und diese auf Platz elf geführt. "Ich denke, dass ich einen guten Job gemacht habe", sagte Chalepo, dem es aber nicht gelungen war, das Angriffsspiel weiterzuentwickeln, wobei der HSG im Rückraum auch die individuelle Klasse fehlt. Zudem kostete die Siebenmeterschwäche (allein am Freitag vergab die HSG drei Strafwürfe) wichtige Punkte.