WM 2013

Dank Abwehrriegel: DHB-Team im Achtelfinale

G. Hellmuth, 18.01.13, 15:24 Uhr
Die Änderung des Festspielparagrafen ist für die Trainer ein Segen und für die Spieler ein Fluch. Ich finds klasse…

Der Fokus auf die offensiven Deckungsformen hat zur Folge, dass man besser Individualschulung, insbesondere im Abwehrverhalten, machen kann. Aus der Sicht eines Jugendlichen ist das aber nicht immer nachzuvollziehen, warum sie kein „richtiges Handball“ spielen dürfen und von daher auch unfair.
Unterm Strich sind die Spieler, wenn sie zu den Senioren kommen, jedoch etwas besser ausgebildet, als noch vor 20 Jahren.
Spezialisten wird es immer geben. Wieso sollte man das auch noch verbieten?

Hier in Bayern gibt‘s in der F- und E-Jugend nur offensive Manndeckung. Da das den Kindern nicht zu vermitteln ist, weil sie die Raumdeckung ebenso wenig kennen, diese jedoch effektiver ist, entwickelt sich in den Spielen soz. ein Ballschwarmverhalten, in welchem die Spieler hervorstechen, welche mal einen Ball rausfangen und sich dann durchprellen, während die anderen noch ihre Gegenspieler suchen. Ab und zu sieht man zielgerichtete Kombinationen. „Abwehrgrundhaltung“ ist in diesem Kontext nicht vermittelbar.
Mit der D-Jugend kommt dann der Kulturschock, weil ein Spiel auf einmal mehr nach Handball aussieht, jeder seine Position und seinen Raum mit Gegenspieler zugeteilt hat, wobei allerdings 1:5, 3:3 oder 3:2:1 gedeckt werden muss. Der Kulturschock kommt auch bei den Erwachsenen, die schlaumeiernd monieren, dass die offensive Deckungsformation nicht eingehalten würde. Dabei liegt das nicht am Ungehorsam der Kinder, sondern daran, dass die Angreifer den Raum nicht zu öffnen wissen (woher auch?), sich zur Mitte (Richtung 7-m) orientieren, wo beim Durchbruch der beste Wurfwinkel zu finden ist, wodurch die Abwehrspieler sich entsprechend nach innen und hinten mit ihren Gegenspielern bewegen.
Erst in der D-Jugend lernen die bayerischen Kids also das Abwehrverhalten unter ordentlichen Bedingungen, vorher geht‘s soz. nur darum ein bisschen Bewegung mit Ball zu machen, und den Spaßfaktor, Verzeihung: „die Vielseitigkeit“, hoch zu halten, um die Kinder für den Sport zu begeistern. Wirklich los geht es eh erst ab der C-Jugend, wenn die Jugendlichen die „Hormonumstellung“ verarbeitet haben.
So hinkt man im Großen und Ganzen den anderen leistungsmäßig etwas hinterher, macht das jedoch mit Freude und aus Überzeugung…
Rüdiger, 18.01.13, 10:47 Uhr
Die Konzepte im Jugendbereich sind zum Teil von Landesverband zu Landesverband verschieden. Bei uns in Niedersachsen haben wir jetzt im E - Jugendbereich seit dieser Spielzeit ein neues Konzept. Es wird eine Halbzeit 3-3 gespielt. Das heißt im Klartext, 3 Spieler verteidigen, die anderen 3 stehen an der Mittellinie und beim Gegner genauso. Die 2. Halbzeit wird normal gespielt. Tore zählen normal aber es wird nur jede Halbzeit einzeln gewertet. So gibt es Ergenbisse von 2:0 oder 1:1 oder 0:2. Die Offensive Deckung ist bis zur B-Jugend Pflicht. Aber das gibt es ja schon seit Jahren. So soll, wie G.Hellmuth schon geschrieben hat, verhindert werden, dass es nicht nur Spezialisten Abwerhr oder Angriff gibt. Doch wird dass auch so Umgestzt im Seniorenbereich ? Da hab ich so meine Zweifel. Gut ist aber jetzt auch die U 21 Regel für alle Teams bis in die Unterste Spielklasse. So können sich Junge Spieler auch weiter entwickeln.
G. Hellmuth, 17.01.13, 22:16 Uhr
Ach ist das wieder herrlich hier die „Fachkommentare“ zu lesen! Das erinnert mich an meine Jugendmannschaften.
Doch, echt!
Im deutschen Handball hat man schon ein paar Sachen verändert. Man ist dazu übergegangen, die Regeln im Jugendspielbetrieb dergestalt zu ändern, dass man offensivere Deckungsformen vorschreibt und die Maxime „Spielerlebnis vor Spielergebnis“ propagiert. Man fördert Spieler/Spielertypen/Charaktere, welche teamfähig sind. In der Folge sortieren sich die „Egomanen“ mit zunehmendem Alter aus.
Und so sehen wir heute weniger von diesen Spielern, welche ein Spiel alleine entscheiden können, weil die Jungs im Laufe ihrer Jugendspielzeit andere Sachen gelernt haben. Und das fängt nicht in den Auswahlmannschaften an, sondern beim Kinder- bzw. Jugendhandball vor der C-Jugend (wer ab der C-Jugend erst mit Handball anfängt landet bei den Senioren ja für gewöhnlich gar nicht erst im oberen Leistungsbereich).
Ich bin mir noch nicht so ganz im Klaren, was ich von all dem halten soll, weshalb ich mich über Reaktionen freuen würde, aber ich glaub‘, man sollte schon mal drüber sprechen, ob denn konzeptionell noch alles wie gewünscht ist, oder ob man etwas anders machen sollte.
Rüdiger, 17.01.13, 14:32 Uhr
@:Neuer, Ich kenne diesen Gerd nicht persönlich und möchte solche Menschen auch nicht kennen lernen. Aber solche Unterstellungen sind einfach unseriös und soetwas lasse ich mir nicht gefallen. Er hat auch gar nicht verstanden was ich meine. Es geht mir nicht um Spieler, die aus dem Ausland sind. Ich bin froh, dass bei uns in der Bundesliga so viele Internationale Weltklassespieler sind. Ich meine nur, das unsere Vereine auch wieder vermehrt eigene Spieler einbauen müssten. Ich sehe aber auch, dass einige Deutsche Spieler vielleicht den Kampf nicht annehmen, aber das ist alles spekulativ. Fakt ist, im Moment befindet sich der Deutsche Handball am Scheideweg. Ich will das auch nicht am Trainer festmachen, er kann n ur mit dem Material arbeiten was er hat und wenn Spieler absagen ist das nicht die Schuld des Bundestrainers. Nur sollten wir mal dahin kommen, Siege gegen vermeintlich kleine Nationen nicht immer schlecht zu reden, auch solche Spiele muss man erstmal gewinnen und die Mannschaft befindet sich im Moment in der Aufbauphase. Herr Heuberger hat mit den Deutschen Junioren große Erfolge gefeiert, vielleicht schaffen ja in den nächsten Jahre einige von ihnen den Sprung nach ganz oben, dann gehte es auch mit dem Handball hoffentlich wier aufwärts.
Neuer, 17.01.13, 12:56 Uhr
@Gerd: Sehr clever, das mit dem "zart braun angehauchten Thema". Respekt! Mit dieser dreist-hellseherischen Unterstellung beendet man jede Diskussion sehr sauber und schnell. Oder vielleicht irre ich mich, und sie kennen die Person Rüdiger und seine politische Einstellung persönlich?
Bitte keine überheblichen Unterstellungen!!!
Rüdiger, 17.01.13, 12:56 Uhr
@Gerd: Wenn Sie die Behauptung ich sei Braun angehaucht nicht zurücknehmen, werde ich Strafretchliche Schritte gegen Sie einleiten. Sie haben über haupt nichts verstanden. Mit solchen Sprüchen bewegen Sie sich auf ganz dünnem Eis und stellen sich selbst ins Abseits.
Gerd, 17.01.13, 12:28 Uhr
@Rüdiger: ich ahnte es irgendwie und irgendwo, dass in einem Folge-post dieses fragwürdige, ganz zart braun angehauchte Thema der Deutschen, der Ausländer und was-auch-sonst-noch aufkommt.

Die Spieler, die jetzt aktuell in Spanien aktiv sind, sind Deutsche im Sinne der rechtlichen Staatsan- und zugehörigkeit. Zu diesem Spielerkader gehören noch ein paar mehr, die halt nun mal entweder derzeit verletzt sind, in der Rekonvaleszenzphase sich befinden oder halt nun mal die zweite Garde bilden. Und dieser Kader reicht aus.

Gerade aus Deinem Mund - der doch monierte, dass hier alles nur negativ betrachtet wird und einen positiveren spirit anmahnte - derart Negatives im Hinblick auf eine "Überfremdung" der Bundesliga zu lesen stimmt mich nachdenklich. Was denn jetzt? Machst Du alles nur schlecht und kontakarierst Deinen ersten post selber? Wo ist denn Dein positives Denken in diesem Augenblick, welches Du bislang eingefordert hast?

Also glaubwürdiger wirst Du zumindest mir gegenüber in dieser Form nicht.
Wolfgang, 17.01.13, 12:16 Uhr
Jetzt werden wir schon euphorisch, wenn gegen den Tabellenletzten und absolut schwächsten Gruppengegner gewonnen wird. Die Phase von der 12:8 Führung zum 13:13 Ausgleich war doch exemplarisch für das bisherige Auftreten der Mannschaft..Und ja, von den Spielern der "stärksten Liga der Welt" und mit dem "Adler auf der Brust" erwarte ich mehr..Wenn ich keine hohen Ziele ausgebe, werde ich auf diesem Wege step by step grandios scheitern..Wir sind hier nicht im Nachwuchsbereich, das vergessen anscheinend einige. Wenn ich diesen Sport als Beruf ausübe, muß ich auch die abverlangten Leistungen erbringen (können). Die Mannschaft sollte mit der passenden Aufstellung und Einstellung in der Lage sein, das Halbfinale zu erreichen. Dann wäre die Mission erfüllt und die Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit aller Beteiligten gegeben.
Rüdiger, 17.01.13, 12:10 Uhr
@Gerd: Natürlich darf man Kritik üben, keine Frage, aber das Grundproblem ist ganz einfach, bei uns wird nur gemeckert, es wird keine Leistung anerkannt. Du führst die stärkste Liga an, hast ja Recht, aber wer sind die Leistungsträger in der stärksten Liga ? Deutschespieler ?, Fehlanzeige. So lange bei den Vereinen kein Umdenken einsetzt wird sich das auch nicht ändern, dann wird die Nationalmannschaft nur noch in der 2. bzw 3. Liga spielen.
kjetil, 17.01.13, 10:28 Uhr
Das war ein sehr gutes Spiel. Revanche eindeutig geglückt und Achtelfinal-Platz geholt. Wer meckert ist raus :)))) !
Gerd, 17.01.13, 10:04 Uhr
Der gestrige Gegner gab eine Steilvorlage, die wurde von der Mannschaft aufgenommen und in zwei Punkte für das eigene Konto umgemünzt. Nicht mehr und auch nicht weniger.

Lieber Rüdiger - man darf Kritik üben. Immerhin sind wir durch die - Zitat: stärkste Liga der Welt - etwas verwöhnt und anspruchsvoller. Und immerhin steht in Spanien die deutsche Nationalmannschaft und nicht der TUS Hintertupfingen auf der Platte. Gerade deshalb ist der Fokus darauf gerichtet, durch diese Nationalspieler auch richtig repräsentiert zu werden.

Unter dem Aspekt "Ziel Olympia 2020" (so Bob Hanning) sehe ich durchaus hoffnungsvolle Spieler in den deutschen Reihen. Und für 12 Trainingseinheiten vor Turniereinstieg ist das, was wir geboten bekommen unter dem Aspekt des Alters und der teilweise Unerfahrenheit einzelner bei internationalen Aktiventurnieren garnicht so schlecht. Das ausgegebene Ziel war das Erreichen des Achtelfinales .... und dieses Ziel wurde erreicht. Was will man mehr.
Hengel, 17.01.13, 09:08 Uhr
Eine klare Leistungssteigerung unseres Teams ist deutlich erkennbar, auch wenn man sicherlich einem schwächeren Gegner gegenüberstand.

Lediglich Fäth, Srobel und vor allem Heinevetter wirkten wie ein Fremdkörper im gestrigen Spiel. Sobald Haaß und Christophersen eine Pause benötigen schwimmt der Laden vorne und hinten, die Einwechselungen der beidern Erstgenannten sind leider mit hohem Risiko verbunden - Kneer hat mir hier etwas besser gefallen.

Ein Schlag ins Gesicht von Carsten Lichtlein dürfte allerdings die Aufstellung im Tor gewesen sein. Bei Herrn Heuberger gelten wohl die Gesetze des Teamsports nicht bei allen gleichermaßen.

Wie kann es sonst sein, dass Heinevetter nach diesen desolaten Spielen 60 Minuten spielt ? Statt einem Lichtlein der eine bislang eine überzeugende WM gespielt hat den Rücken zu stärken, beschäftigt sich der Coach mit Heine in der Hoffnung, irgendwann mal wieder ein aus seinem "persöhnlichen Leistungstief" zu kommen - das hat bei Pommes Hens im letzten Turnier auch nicht funktioniert.

Nur mal so nebenbei: Ich habe gestern im Turnier einen Torwart gesehen der im Sinne seiner Mannschaft aus eigener Initiative seinen Wechsel vorgeschlagen hat - wenn der Trainer schon nicht reagiert !

Schaun mer mal wie`s weiter geht
Rüdiger, 17.01.13, 08:48 Uhr
Warum nur wird hier nur immer alles negativ gesehen ? Klar es gab noch keine Berauschenden Leistungen, aber egal ob die Nationalmannschaft gewinnt, es wird immer nur Kritisirt und das Negative heraus gepickt. Typisch Deutsch, mit nichts zu frieden, es gibt immer nur etwas zu meckern. Ist aber kein spezielles Handballproblem, sondern gilt im allgemeinen, egal ob im Sport oder im normalen Leben. Deutschland, Land der ewigen Nörgler und Unzufriedenen, nichts kann man den Menschen hier Recht machen. Traurig, aber wahr. Wenn unser Team am Freitag gegen Frankreich mit einer Weltklasseleistung gewinnen würde, würden die meisten hier auch nur rummeckern und das Negative förmlch suchen. Naja, wer keine anderen Hobbys hat.
hb2007, 16.01.13, 22:59 Uhr
Der Sieg gegen Montenegro war verdient, da der Gegner in den Schlussminuten nicht mehr an sich selbst geglaubt hat und somit der Deutschen Mannschaft kaum noch Paroli bot.
Die Berichterstattung hier über dieses Spiel lässt einen schmunzeln oder nur den Kopf schütteln. Wer glaubt ernsthaft an einen Sieg gegen Frankreich?
Jetzt noch einmal zurück zum Spiel: Für mich stand oder lag Heinevetter 50 min. im Tor wie ein ausgelaugter, demotivierter "Teppichvorleger". Ich hab mir seine Reaktionen genau angeschaut u. musste mich fragen, warum er fast immer in die falsche Ecke lief u. bei fast jedem Wurf auf dem Boden lag. Warum macht er sich nicht groß im Kasten u. wartet die Schüsse ab, anstatt vorher zu spekulieren und fast immer die falsche Wahl zu treffen?
In den letzten 10 min. hatte er dann besser ausgesehen u. einen hunderprozentigen Wurf vom Kreis entschärft. Die vorherigen schwachen Minuten konnte er aus meiner Sicht jedoch nicht vergessen machen; anscheinend aber für Heuberger.
Jetzt folgt Frankreich u. da wollen wir mal sehen, wie sich unser Team gegen den Favoriten verkauft. Dass Deutschland als Sieger das Spielfeld verlässt, kann ich mir nicht vorstellen. Sollte es dennoch passieren, hat wahrscheinlich irgendjemand den Franzosen ein Schlafmittel eingeflöst.
Lijbosz Nek, 16.01.13, 22:16 Uhr
Sie schreiben: "Mit einem Sieg im abschließenden Vorrundenspiel am Freitag gegen Weltmeister Frankreich kann das Team von Bundestrainer Martin Heuberger den zweiten Gruppenplatz sicherstellen und auf einen leichteren Achtelfinalgegner hoffen."

Wie kann eine Seite, die sich mit ausschließlich mit Handball beschäftigt, so etwas schreiben? Bei Punktgleichheit zählt als erstes Kriterium der direkte Vergleich; wenn Deutschland also gewinnt, sind sie Gruppenerster.

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